InformatikprojekteKommission fordert Konsequenzen für Stadtberner Informatikprojekt
hn, sda
17.12.2024 - 14:48
Bildungsdirektorin Franziska Teuscher und Sicherheitsdirektor Reto Nause: In ihren Direktionen kam es bei der Einführung der Software Citysoftnet zu Fehlern und Versäumnissen. (Archivbild)
Keystone
Ein von der Geschäftsprüfungskommission des Berner Stadtrats in Auftrag gegebener Bericht zur Software Citysoftnet hat Mängel bei den zuständigen Direktionen aufgezeigt. Nicht zuletzt habe lange der politische Wille gefehlt, Verantwortung zu übernehmen, schrieb die Kommission am Dienstag.
Keystone-SDA, hn, sda
17.12.2024, 14:48
17.12.2024, 16:30
SDA
Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) erwarte vom Gemeinderat nun, «rasch Konsequenzen aus den festgestellten Mängeln» zu ziehen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Und Mängel gab es im Projekt der Fallführungssoftware Citysoftnet der Sozial- und der Sicherheitsdirektion laut der externen Evaluation der GPK zahlreiche.
Es sei zum Beispiel versäumt worden, klare Ziele und messbare Meilensteine zu definieren sowie Rollen und Verantwortlichkeiten zu klären, schrieb die GPK. Weiter sei der personelle Ressourcenbedarf massiv unterschätzt worden. Die Zusammenarbeit zwischen der externen IT-Firma und der Stadt sei ungenügend gewesen. Ein wirkungsvolles Change Management habe praktisch ganz gefehlt. Und das Qualitäts- und Risikomanagement habe ebenso versagt.
Die Häufung der Fehler im Projekt Citysoftnet zusammen mit dem Versäumnis, Mängel zu erkennen und rechtzeitig Gegenmassnahmen zu ergreifen, erachte sie als «bemerkenswert und nicht akzeptabel», so die GPK.
Nachkredite in Millionenhöhe und bis heute nicht vollständig abgebaute Pendenzen seien die Folgen. Dazu kommen laut GPK viele Kündigungen und Krankschreibungen in den betroffenen Ämtern sowie ein grosser Reputationsschaden für die Stadt Bern.
GPK will Empfehlungen formulieren
Zuhanden des neu gewählten Gemeinderats will die GPK im Frühjahr Empfehlungen formulieren. Sie erwarte vom Gemeinderat zudem eine Entschuldigung gegenüber den betroffenen Klientinnen und Klienten sowie den Mitarbeitenden.
Um Entschuldigung gebeten hatte der Gemeinderat bereits im vergangenen Juni: Damals traten Franziska Teuscher (GB) und Reto Nause (Mitte) vor die Medien, deren Direktionen auftraggebend waren. Anlass der Medienkonferenz war ein externer Untersuchungsbericht, der der Stadt für Versäumnisse rund um die Einführung der Software kein gutes Zeugnis attestierte.
Die beiden Gemeinderäte gaben unter anderem bekannt, dass eine direktionsübergreifende Taskforce das Projekt aufarbeiten soll. Diese solle «Optimierungsmassnahmen» auf verschiedenen Ebenen ausarbeiten.
Diese Aufarbeitung wird die aus dem Gemeinderat ausscheidenden Teuscher und Nause kaum noch betreffen, sehr wohl aber ihre Nachfolge Ursina Anderegg (GB) und Alec von Graffenried (GFL).
Bereits fünf Nachkredite nötig
Citysoftnet ist eine Fallführungssoftware, die im Juni 2023 im Sozialamt und im Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz (EKS) eingeführt wurde. Die Einführung verursachte zahlreiche Probleme und viel höhere Kosten als geplant. In der vergangenen Woche beantragte der Gemeinderat zum fünften Mal einen Nachkredit. Ein weiterer soll folgen.
Anfang 2025 wird Zürich und im Sommer 2025 Basel die Software einführen. Davon erhofft sich die Stadt Bern «weitere Verbesserungen für die Funktionalität».
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