Polizei nimmt im Saanenland drei Personen wegen Ausbeutung fest

SDA

14.1.2020 - 17:00

Hinter den Kulissen der Nobelferienorte Gstaad und Saanen glänzt es bisweilen etwas weniger: Die Polizei hat drei Personen festgenommen, die ausländische Arbeitskräfte ausgebeutet haben sollen.
Source: KEYSTONE/GAETAN BALLY

Bei einer Polizeiaktion sind am Dienstag in den Oberländer Ferienorten Gstaad und Saanen drei Personen vorläufig festgenommen worden. Sie werden dringend verdächtigt, ausländische Arbeitskräfte illegal beschäftigt und ausgebeutet zu haben.

In aufwändigen, fast ein Jahr lang dauernden Ermittlungen ist die kantonale Staatsanwaltschaft für besondere Aufgaben auf einen Mann und zwei Frauen gestossen, die dringend verdächtigt werden, ausländische Arbeitskräfte in den beiden Ferienorten illegal beschäftigt zu haben. Der Mann ist 69 Jahre alt, die beiden Frauen sind 62 und 41.

Sie haben die ausländischen Arbeitenden auf Mandatsbasis meist als Reinigungskräfte an Dritte weitervermittelt und mutmasslich ausgebeutet, wie die Staatsanwaltschaft für besondere Aufgaben und die Berner Kantonspolizei am Dienstag mitteilten.

Bei der Polizeiaktion wurden sieben weitere Personen angehalten, alles Frauen. Sie wurden für Einvernahmen und Abklärungen auf die Polizeiwache gebracht. Weiterführende Ermittlungen sind nach Angaben der Behörden noch im Gang.

Bei der Gewerkschaft Unia heisst es auf Anfrage, dass Verstösse im Reinigungs- und Hauswirtschaftswesen immer wieder vorkämen.

In der Branche gibt es unterschiedliche rechtliche Verhältnisse. Sind Reinigungskräfte bei einem Betrieb angestellt, gilt ein Gesamtarbeitsvertrag, dessen Regeln eingehalten werden müssen. Anders ist die Situation bei Angestellten in Privathaushalten. Dort gibt es auf Bundesebene einen Normalarbeitsvertrag, der die Löhne verbindlich regelt. Die restlichen Arbeitsbedingungen sind in allfälligen kantonalen Normalarbeitsverträgen unverbindlich geregelt.

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