Prestige-Erfolge für Projurassier und Berntreue in Moutier

SDA

25.11.2018 - 20:19

Die Wahlen in Moutier haben beiden Lagern einen Prestige-Erfolg beschert. Die Projurassier freuten sich über die Wiederwahl ihres Stadtpräsidenten und einen Sitzgewinn im Parlament. Die Berntreuen holten ihrerseits einen Sitz in der Stadtregierung.

Dort verdoppelte die SVP nämlich ihren Besitzstand, die FDP verteidigte ihren Sitz. Mit total drei Sitzen bleiben die Berntreuen aber klar in der Minderheit: Sechs der neun Sitze sind in den Händen der Projurassier. Drei hält die linke Parti socialiste autonome (PSA) und drei die CVP.

Im Parlament mit seinen 41 Sitzen haben die projurassischen Parteien künftig 25 Mandate inne, eines mehr als bisher. Verlierer der Wahlen in Legislative und Exekutive sind die Kräfte zwischen den beiden Lagern, die im Streit um die Kantonszugehörigkeit Moutiers nicht klar Stellung bezogen haben.

Bei der Stadtpräsidiumswahl setzte sich der separatistische Amtsinhaber Marcel Winistoerfer (CVP) klar durch. In einer Kampfwahl gegen den berntreuen Herausforderer holte er 60,9 Prozent der Stimmen.

Winistoerfer, der seit zwei Jahren Stadtpräsident ist, erhielt 1904 Stimmen. Sein Widersacher Patrick Tobler (SVP) musste sich mit 1224 Stimmen bescheiden. Die Stimmbeteiligung betrug 76 Prozent, wie die Gemeinde mitteilte.

"Ein Zeichen"

Der wiedergewählte Stadtpräsident freute sich über das Resultat. Das sei ein klares Zeichen in Richtung Bern. Winistoerfer spielte damit auf die Kontroverse um den Wechsel des Städtchens zum Jura an.

2017 hatte sich eine knappe Mehrheit der Stimmberechtigten für den Kantonswechsel ausgesprochen. Vor drei Wochen wurde dieser Urnengang wegen "gravierender Mängel" für ungültig erklärt. Regierungsstatthalterin Stéphanie Niederhauser wurde für ihren Entscheid scharf kritisiert.

Die Projurassier akzeptierten ihn nicht. Der Ball liegt nun beim bernischen Verwaltungsgericht.

Der Berntreue Patrick Tobler trug die Niederlage vom Sonntag mit Fassung. Natürlich habe er sich ein besseres Resultat erhofft. Es sei aber heikel, aus der Stadtpräsidentenwahl Rückschlüsse auf die Stimmung in Sachen Kantonszugehörigkeit zu ziehen.

Valentin Zuber von der projurassischen Bewegung freute sich über die hohe Stimmbeteiligung. "Das ist der Beweis, dass die Demokratie in Moutier lebt", sagte er.

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