Regierungsrat will Versorgungsregionen der Spitäler vergrössern

hn, sda

18.5.2021 - 11:14

Mit grösseren Spitalregionen will der Kanton die Spitäler besser vernetzen und die Zusammenarbeit fördern. (Themenbild)
Keystone

Aufgrund eines Berichts zu Risiken und Chancen der Berner Spitallandschaft will der Regierungsrat die Versorgungsregionen der Spitäler vergrössern. Neu sollen es noch vier statt sechs Regionen sein.

hn, sda

18.5.2021 - 11:14

Ziel sei nicht primär der Abbau von Standorten, sondern eine Optimierung der Spitalorganisation, betont der Regierungsrat in einer Mitteilung vom Dienstag. Damit sollen die Rahmenbedingungen für Kooperationen und strategische Allianzen verbessert werden.

Das neue Modell umfasst die Spitalregionen Bern-Mittelland, Berner Oberland, Biel/Bienne-Seeland-Berner-Jura und Emmental-Oberaargau. Der Grosse Rat wird im Herbst über den Bericht zur Berner Spitallandschaft diskutieren.

Abgestufte und integrierte Versorgung

Weiter will die Berner Kantonsregierung zunehmend auf ein abgestuftes und integriertes Versorgungsmodell setzen, das seinerseits die Bildung von Kooperationen und Vernetzungen begünstigt. Die Regierung will ein entsprechendes Zielbild erarbeiten.

Entsprechend dem Zielbild soll die Vergabe von Leistungsaufträgen an die Versorgungsregionen angepasst werden. Dies soll nach dem Grundsatz einer wohnortsnahen Grundversorgung und spezialisierter Medizin in den Zentren erfolgen. Eine führende Rolle soll dabei das Berner Universitätsspital Insel übernehmen.

Ein weiteres Ziel der Regierung ist es «fragmentierte Behandlungsketten» zu vermeiden und eine möglichst integrierte Gesundheitsversorgung anzubieten.

Punktuell will der Regierungsrat auch die Begleitung der kantonalen Beteiligungen verbessern und bei Bedarf die Eigentumsverhältnisse anpassen.

Das Projekt geht auf einen Vorstoss aus dem Jahr 2019 zurück. Dieser forderte eine Analyse der Situation der Berner Spitäler und eine Beurteilung von wichtigen Trends in der Gesundheitsversorgung.

Im Auftrag der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion hat die PricewaterhouseCoopers AG daraufhin eine umfassende Analyse der bernischen Spitallandschaft erstellt. Der Regierungsrat hat daraus Massnahmen und Empfehlungen abgeleitet und den Spitalbericht zur Kenntnisnahme an den Grossen Rat verabschiedet.

Profitabler werden

Der Spitalbericht zeigt auf, dass die Spitäler des Kantons Bern aufgrund der robusten Eigenmittelausstattung in den nächsten Jahren finanziell nicht gefährdet sind. Allerdings mangelt es an Profitabilität, was langfristig zu einem Problem für die Refinanzierung von grossen Infrastrukturinvestitionen führen kann.

Der Kanton könne die Rahmenbedingungen dahingehend verbessern, dass die Vernetzung und die Bildung von starken Kooperationen gefördert werden, kommen die Verfasser des Berichts zum Schluss. Dies wirke sich indirekt positiv auf die Profitabilität der Spitäler aus.