Zentrum Paul Klee zeigt Suche des Künstlers nach neuer Bildsprache

SDA

8.4.2021 - 12:49

Das Bild "Brandmaske" von Paul Klee. Es dokumentiert die Suche des Künstlers nach den Ursprüngen von Kunst.
Keystone

Das Zentrum Paul Klee in Bern geht in einer neuen Ausstellung auf die Quellen ein, die den Künstler Paul Klee in seiner Suche nach einer radikal neuen Bildsprache beeinflusst haben. Ein Blick zurück auf Klees Quellen führt mitten in die hochaktuelle Debatte über Rassismus und Diskriminierung.

SDA

8.4.2021 - 12:49

Wie viele andere Avantgardekünstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts war auch Paul Klee auf der Suche nach einer neuen Bildsprache, jenseits der an europäischen Kunstschulen gelehrten Normen. Er wollte zu den Uranfängen der Kunst vorstossen.

Dazu studierte er prähistorische Höhlenmalereien und Petroglyphen, nichteuropäische und psychopathologische Kunst sowie Kinderzeichnungen.

Die Auseinandersetzung mit diesem «Anderen» sei einer grossen Faszination für alle künstlerischen Ausdrucksformen jenseits akademischer Normen entsprungen, heisst es in einer Mitteilung des Zentrums Paul Klee vom Donnerstag.

Die auf einfache Formen reduzierte prähistorische Kunst galt als zeitlos, Bilder von Menschen mit Psychiatrieerfahrung oder von Kindern als unverstellt und authentisch. Gleichzeitig gründete der so entstandene Primitivismus auf rassistischen und diskriminierenden Konzepten, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Die Kunstschaffenden betonten stets, dass sie sich ganz bewusst der einfachen Formensprache bedienen würden, ihren Vorbildern sprachen sie aber einen solchen bewussten Entscheid ab.

Die Ausstellung, die bis Ende August dauert, beleuchtet Inhalte und Vokabular von Klees Werken und Quellen und hinterfragt koloniale Denkweisen aus einer heutigen, interdisziplinären Sicht und leistet eine Einordnung.

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