Zusätzlicher Impf-Effort im Kanton Bern vor Weihnachten

hn, sda

5.11.2021 - 13:09

"Jede Impfung zählt": der bernische Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg ruft die Bevölkerung zu einem Impf-Effort vor Weihnacht auf.
Keystone

Der Kanton Bern will vor Weihnachten einen weiteren Effort starten, damit sich noch mehr Menschen gegen das Cornonavirus impfen lassen. Dies sei nötig, um bei ansteigenden Fallzahlen das Gesundheitswesen nicht zu überlasten, heisst es bei den Behörden.

hn, sda

5.11.2021 - 13:09

Die Coronasituation im Kanton Bern hat sich wieder verschlechtert, wie der bernische Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg am Freitag vor den Medien festhielt. Auch die Zahl der Covid-Kranken in Spitälern sei angestiegen.

Der Sieben-Tage-Schnitt ist auf täglich 234 neue Fälle angestiegen. In der Vorwoche waren es noch durchschnittlich 134 neue Fälle pro Tag. Diese Woche lagen 43 Patientinnen und Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung in bernischen Spitälern, in der Vorwoche waren es noch 34.

«Die Impfbereitschaft im Kanton Bern ist hoch, aber nun braucht es vor Weihnachten noch einen zusätzlichen Effort, damit trotz der steigenden Fallzahlen das Gesundheitssystem nicht überlastet wird», sagte Gesundheitsdirektor Schnegg (SVP) vor den Medien.

Nationale Impfwoche

«Jede Impfung zählt», betonte Schnegg. Gleichzeitig sei der Aufwand gross geworden, um die verbleibenden Ungeimpften noch zu überzeugen. Aktuell sind im Kanton Bern rund 73 Prozent der Bevölkerung geimpft, die grosse Mehrheit davon bereits zweimal. Schnegg hofft, dass es Ende Jahr rund 750'000 Personen sein werden.

Nächste Woche wird sich der Kanton Bern an der nationalen Impfwoche beteiligen. Die Impfwoche startet am Montag mit einem Event auf dem Berner Bundesplatz. Gleichentags startet in Thun die vom Bundesamt für Gesundheit organisierte Konzerttournee «Back on Tour» mit Stefanie Heinzmann, Danitsa, Stress, Dabu, Kunz, Baschi, Anna Rossinelli und Sophie Hunger.

Auch der Impftruck des Kantons und mobile Teams sind im Kantonsgebiet unterwegs. Ein Ziel sei es, Junge, Migrantinnen und Migranten, aber auch Obdachlose besser zu erreichen, sagte Impfchef Stefan Bähler. In den Einkaufszentren Ikea in Lyssach, Panoramacenter in Thun, Shoppyland in Schönbühl und Westside in Bern-Brünnen werden Pop-Up-Impfzentren in Betrieb sein.

Booster für Ältere

Ab dem 8. November können sich ältere Menschen für die Booster-Impfung anmelden. Sie erhalten vom Kanton ein Schreiben, in dem sie aufgefordert werden, sich für die Nachimpfung anzumelden.

Ab dem 15. November wird der «Booster» verabreicht an Personen über 65 Jahre, deren vollständige Impfung ein halbes Jahr zurückliegt. Ausserdem erhalten Bewohnende und Betreuende in Alters- und Pflegeheimen und Tagesbetreuungseinrichtungen eine Booster-Impfung.

In Einzelfällen können auch besonders gefährdete Personen mit chronischen Krankheiten oder höchstem Risiko ein drittes Mal geimpft werden. Wer den «Booster» bekommen hat, erhält ein neues Zertifikat, das wiederum 12 Monate gültig ist.

Er hoffe, dass der Kanton Bern mit einem weiteren Effort darum herum komme, einschneidendere Massnahmen zu ergreifen, betonte Schnegg. Der Gesundheitsdirektor machte vor den Medien klar, dass er neue oder schärfere Massnahmen erst dann in Betracht zieht, wenn eine Überlastung des Gesundheitswesens droht. Ansteigende Fallzahlen an sich seien nicht ausschlaggebend.

Keine Rückkehr zu Massentests an Schulen

In jüngster Zeit sind auch an Berner Schulen wieder vermehrt Corona-Fälle aufgetreten. Für den Gesundheitsdirektor ist dies aber kein Grund, wieder auf die wöchentlichen Massentests an den Schulen zurückzukommen. Schnegg betonte am Freitag, der vom Kanton Bern gewählte Weg mit der Ausbruchstestung an den Schulen habe sich bewährt.

Statt wöchentlich an den Schulen überall Tests durchzuführen, werden im Kanton Bern seit Beginn des neuen Schuljahres nur doch dort situativ Tests gemacht, wo es zu Ausbrüchen kommt.

Aktuell stehen laut Schnegg rund 40 Schulklassen unter Beobachtung. Das Ausbruchstesten habe den Vorteil, so Schnegg, dass die Testteams mehrmals in die gleiche Schulklasse gingen. Der Kanton Bern erhalte so ein gutes Bild der Lage.

hn, sda