Bern Zwei grosse Berner Psychiatrieeinrichtungen wollen zusammenspannen

razw, sda

22.2.2023 - 13:03

Die Universitären Psychiatrischen Dienste und das Psychiatriezentrum Münsingen prüfen einen Zusammenschluss ihrer Psychiatrieeinrichtungen.
Die Universitären Psychiatrischen Dienste und das Psychiatriezentrum Münsingen prüfen einen Zusammenschluss ihrer Psychiatrieeinrichtungen.
Keystone

Das Psychiatriezentrum Münsingen (PZM) und die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) wollen zusammenspannen. Die Verwaltungsräte haben eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Keystone-SDA, razw, sda

Die beiden Institutionen gehören zu den grössten Psychiatrieeinrichtungen des Landes und sind im Eigentum des Kantons Bern. In den nächsten Monaten wollen sie einen Zusammenschluss unter einem neuen Namen prüfen, wie das PZM und die UPD am Mittwoch mitteilten. Ende Jahr wollen die beiden Institutionen entscheiden, ob sie dem Regierungsrat einen Zusammenschluss beantragen wollen.

Mit dem Zusammenschluss soll eine «qualitativ hochstehende, integrierte psychiatrische Versorgung im Kanton Bern und in angrenzenden Regionen sichergestellt und gestärkt werden», schrieben die Institutionen in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Fachkräftemangel, Kapazitätsengpässe, Belastung des Personals und nicht kostendeckende Tarife und Infrastrukturfinanzierungen stellten die Psychiatrieinstitutionen vor grosse Herausforderungen, hiess es. Dazu komme ein steigender Bedarf an psychiatrischen Leistungen, auch weil die Bevölkerung immer älter werde.

Fachkräftemangel als Treiber

Der Fachkräftemangel war für die Prüfung eines Zusammenschlusses der beiden Institutionen ein treibender Punkt, sagte Oliver Grossen, Vorsitzender der Geschäftsleitung der UPD, anlässlich der gemeinsamen Medienkonferenz. Mit einer Fusion erhoffen sich die beiden Psychiatrieeinrichtungen auf dem Arbeitsmarkt attraktiver zu werden.

Bei der PZM führe der Mangel dazu, dass rund 40 Betten nicht bedient werden könnten, fügte Ivo Spicher, Direktor des PZM, an. Mit der erhöhten Attraktivität soll der Mangel an Fachpersonal bekämpft und so auch die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden. Bei der Prüfung des Zusammenschlusses gehe es aber nicht um einen Stellenabbau, bekräftigten beide Institutionen mehrfach.

Der Fachkräftemangel in psychiatrischen Einrichtungen sorgten im Kanton Bern jüngst für Negativschlagzeilen. Aufgrund der angespannten Situation musste neben der Schliessung von Betten auch vermehrt auf Zwangsmassnahmen zurückgegriffen werden.

Entscheid Ende Jahr

Um eine Fusion zu prüfen, führen das PZM und die UPD seit letzten Herbst Gespräche. Mittlerweile wurde eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet und ein vierköpfiger Lenkungsausschuss eingesetzt. Dieser vereint die Vorsitzenden der beiden Verwaltungsräte und die Geschäftsleiter. Das Projekt soll auf Augenhöhe zwischen den beiden Institutionen geführt werden.

Im Herbst soll der Lenkungsausschuss aufzeigen, wie die beiden Unternehmen zusammenspannen könnten. Das Projekt müsste anschliessend dem Regierungsrat vorgelegt werden, welcher noch einer solchen Anpassung der Strukturen zustimmen müsste.

Die Berner Gesundheitsdirektion steht dem aber grundsätzlich positiv gegenüber. «Die Prüfung von Optionen zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Kanton Bern ist immer wünschenswert», teilte der Sprecher der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit.