Gemalte Gesichter erzählen Geschichten im Nidwaldner Museum

SDA

16.5.2019 - 18:30

Portrait einer edlen Dame aus dem Jahr 1571: Das Winkelriedhaus in Stans widmet sich in der neusten Ausstellung ganz den Gesichtern.
Source: Nidwaldner Museum

In einer Zeit geprägt von selbstinszenierten Handy-Fotos zeigt das Nidwaldner Museum gemalte Porträts aus mehreren Epochen. Sie stammen alle aus der privaten Frey-Näpflin-Stiftung.

Die Werke entstanden zwischen der Epoche des Barock und dem 20. Jahrhundert, sie stammen von nationalen und regionalen, bekannten und weniger bekannten Künstlern. Insgesamt hängen im Kaminsaal des Nidwaldner Museum neun Porträts, wie Kuratorin Patrizia Keller auf Anfrage sagte.

Die Idee der Ausstellung sei, dass die Besucherinnen und Besucher mit den Porträtierten eine Begegnung erleben, mit ihnen allenfalls in einen Dialog treten, sagte Keller. Die Ausstellung stellt Fragen wie: Was erzählen diese Werke aus der Vergangenheit? Und wie lassen sie sich im Heute verorten, in einer Gegenwart, die von Gesichtern überflutet scheint? Sie erhebe nicht den Anspruch, eine abschliessende Geschichte des Porträts vorzustellen.

Die Porträts stammen allesamt aus der Sammlung des Stifter-Ehepaars Ruth und Anton Frey-Näpflin, das seit 2017 mit dem Kanton Nidwalden im Rahmen einer Partnerschaft zusammen arbeitet.

Porträts der Stifterin

Die Stifter trugen während über 50 Jahren ein Konvolut von Gemälden, Skulpturen und kunstgewerblichen Objekten zu einer eigenständigen Privatsammlung zusammen. In regelmässigen Abständen wird eine Auswahl des Bestands im neuen Frey-Näpflin-Raum, dem Kaminsaal, präsentiert.

Zu sehen sind in der aktuellen Ausstellung, die am Donnerstagabend eröffnet wurde und bis im März 2020 dauert, auch zwei Porträts der Stifterin selber. Ruth Frey-Näpflin liess sich in den Jahren 1972 und 1973 vom Schweizer Kunstmaler Leopold Haefliger porträtieren.

Neben Kinderporträts des Nidwaldner Künstlers Melchior Paul von Deschwanden hängen im Saal auch Gemälde von Offizieren, Generälen und Adligen – «von Gepuderten», wie Keller sagte.

Es sei eine sehr heterogene Ausstellung, sagte Keller. Und sie zeige die grosse Liebe zur Kunst des Stifter-Ehepaars bei den Ankäufen ihrer Werke auf.

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