Hochwasser bereitet Ufergemeinden des Vierwaldstättersees Probleme

rl, sda

16.7.2021 - 07:53

Die Kapellbrücke ist eine der Reussüberquerungen, die in Luzern gesperrt werden. (Archivaufnahme)
Keystone

In der Zentralschweiz sorgt der Vierwaldstättersee weiterhin für Hochwassergefahr. Die Stadt Luzern blieb indes vor grösseren Überschwemmungen verschont, obwohl der Pegel am Vormittag die kritische Marke überschritten hatte.

rl, sda

16.7.2021 - 07:53

Liegt der Seespiegel in Luzern über 434,90 Metern, kann das Wasser auf den Schwanenplatz und von dort in die Altstadt fliessen. Der Pegel überstieg diese Marke um einige Zentimeter, doch genügte das noch nicht, um den Platz zu überschwemmen. Es gehe um Zentimeter, sagte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Der Schwanenplatz und die dort vorbeiführenden Hauptverkehrsachsen durch die Stadt blieben damit am Freitag zugänglich. Die Gefahr, dass die Fahrbahn gesperrt werden müsse, bestehe aber noch immer, sagte der Sprecher der Stadt am Nachmittag.

Für die Fussgängerinnen und Fussgänger in Luzern war es am Freitag aber schwieriger geworden, zwischen der Altstadt rechts der Reuss und der Klein- und Neustadt links der Reuss zu wechseln. Wegen des hohen Seespiegels wurden am Morgen die vier Fussgängerbrücken gesperrt.

Kleine Emme staute

Die Reuss schwappte am Morgen auf die am linken Ufer gelegene Bahnhofstrasse. Ihr Pegel hatte sich zusätzlich erhöht, weil die hochwasserführende Kleine Emme sie zurück staute. Die Kleine Emme mündet in Emmenbrücke, wenige Kilometer unterhalb von Luzern, in die Reuss.

Probleme bereitete die Reuss in Luzern auch am Kasernenplatz. Der Autobahnanschluss Luzern Zentrum war am Freitag nicht oder nur teilweise befahrbar, weil Wasser auf die Fahrbahn geflossen war. Die Polizei rief dazu auf, auf Fahrten in die Stadt Luzern möglichst zu verzichten.

Weiter flussabwärts im Kanton Zug blieb der Reussdamm dicht. Zunächst hatten die Behörden befürchtet, dass das Bauwerk in Hünenberg brechen und Evakuierungen nötig werden könnten. Die am Donnerstag vorgenommenen Verstärkungen bewährten sich aber. Der Damm werde weiter beobachtet, teilte der kantonale Führungsstab mit.

Fussgängerstege und Evakuierungen

Mit dem hohen Pegel des Vierwaldstättersees hatten verschiedene Uferdörfer zu kämpfen. Im überschwemmten Stansstad NW mussten weitere Fussgängerstege installiert werden, in den Nidwaldner Gemeinden Buochs und Ennetbürgen wurden einzelne Familien vorsorglich evakuiert.

Auch in Alpnachstad OW sowie in Flüelen und Seedorf UR mussten weitere Massnahmen gegen das Hochwasser ergriffen werden, so in Alpnachstad zum Schutze der A8. Brunnen SZ wurde am späteren Nachmittag wegen des steigenden Seepegels für den Verkehr gesperrt.

Der Anstieg des Pegels des Vierwaldstättersees um über zehn Zentimeter innerhalb von zwölf Stunden ist vor allem auf die starken Niederschläge im Kanton Schwyz zurückzuführen. Dort stieg in der Folge auch der Pegel des Lauerzersees so stark an, dass die Autobahn A4 zwischen Goldau und Seewen gesperrt werden musste.

Auch Sarnersee mit steigendem Pegel

Starke Niederschläge gab es aber auch im Kanton Zug und in Obwalden. In Oberägeri ZG trat der Trombach über die Ufer. Im Kanton Obwalden war vor allem das Melchtal betroffen. Die Melchaa schwoll in der Folge an. Das führte dazu, dass der bereits hohe Pegel des Sarnersees in der Nacht um weitere zehn Zentimeter anstieg.

Zumindest die Lage an den Flüssen und Bächen dürfte sich nach Einschätzung der Kantone über das Wochenende etwas entspannen. Starke lokale Schauer könnten die Fliessgewässer aber wieder rasch zum Anschwellen bringen.

Weil die Böden nass sind, besteht auch die Gefahr von Erdrutschen. Die Behörden rufen deswegen dazu auf, auf Wanderungen im steilen Gelände zu verzichten. Bootsbesitzer wurden aufgefordert, keine Fahrten auf den Seen zu unternehmen.

rl, sda