Kiesabbau in Cham ZG gefährdet laut Gutachten Grundwasser

13.6.2019 - 10:07, SDA

Geplanter Kiesabbau im Kanton Zug sorgt bei der Gemeinde Cham für Kritik. (Symbolbild)
Source: KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Die Gemeinde Cham wehrt sich gegen die Pläne des Kantons Zug, das Kiesabbaugebiet Hatwil-Hubletzen im kantonalen Richtplan festzusetzen. Ein Gutachten komme zum Schluss, dass der Abbau das Grundwasser und ein Naturschutzgebiet gefährde.

Die Richtplananpassung berge laut einem beauftragten Fachbüro zahlreiche Risiken, teilte die Gemeinde Cham am Donnerstag mit. So habe der Kiesabbau qualitative und quantitative Auswirkungen auf das Grundwasser im Gebiet Hatwil/Knonau, wo eine Trinkwasserreserve für rund 18'000 Personen zur Verfügung stehe.

Gemäss den kantonalen Grundlagen werde mit einer Abnahme der Trinkwasserreserven von rund 20 Prozent gerechnet. Im Hinblick auf die Versorgungssicherheit in den zunehmenden Trockenzeiten empfehle das Gutachten den Kiesabbau im Gebiet Hubletzen nicht.

Auch seien das gemeindliche Naturschutzgebiet Hatwiler Ried und weitere Naturobjekte, in denen dank Aufwertung etwa der Laubfrosch und die Feldlerche wieder vorkommen, unmittelbar durch den Kiesabbau gefährdet. Der Kiesabbau und die Grundwasserabsenkung würden laut Gutachten die Feuchtgebiete austrocknen und wertvolle Lebensräume verschwinden lassen. Auch würde das Abbaugebiet für Jahrzehnte der Landwirtschaft Fruchtfolgeflächen entziehen.

Im April hatte der Kanton kommuniziert, dass der vorgesehene Abbauperimeter gegen Osten von ursprünglich 35 Hektaren auf rund 55 Hektaren erweitert werden soll. Die Gemeinde Cham hält gestützt auf das Gutachten fest, dass das Abbauvolumen realistisch betrachtet halb so gross sei, wie vom Kanton angenommen. Die Wirtschaftlichkeit sei viel zu optimistisch beurteilt worden.

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