Nidwalden will Erstausbildung weiter nur mit Stipendien fördern

SDA

23.1.2019 - 09:43

Der Kanton Nidwalden soll Menschen in der Erstausbildung weiterhin nur mit Stipendien und nicht mit rückzahlbaren Darlehen unterstützen. Dies schlägt der Regierungsrat im totalrevidierten Stipendiengesetz vor.

Die Kantonsregierung überarbeitete die Stipendiengesetzgebung wegen der interkantonalen Harmonisierung. Das Konkordat würde es zulassen, dass bis ein Drittel der Zuschüsse für Erstausbildungen als Darlehen gewährt würden, teilte sie am Mittwoch mit. Der Regierungsrat wolle aber darauf verzichten und die bisherige Praxis beibehalten.

Als Gründe nennt der Regierungsrat in der Vernehmlassungsbotschaft die Verschuldungsgefahr, die von Darlehen ausgehe. Dies könnte abschreckend auf Ausbildungswillige wirken. Zudem bestehe die Gefahr, dass das Studium länger dauere, weil die Studenten mehr arbeiten würden. Auch hätten viele Hochschulabgänger nicht sofort ein gutes und gesichertes Einkommen. Der Regierungsrat erwähnt ferner, dass der Aufwand zur Bewirtschaftung der Darlehen für den Kanton nicht unerheblich sei.

Keinen Rückschritt machen

Der Regierungsrat wolle mit der Fortführung der bisherigen Regelung auch die gute Position Nidwaldens gegenüber den Nachbarkantonen im Stipendienbereich wahren, schreibt er. Würden die Ausbildungsbeiträge in der Erstausbildung auf Stipendien und Darlehen aufgeteilt, wäre dies ein Rückschritt.

Anders behandelt werden sollen Zweitausbildungen, Nachdiplomstudien und Weiterbildungen. Diese wolle er weiterhin mit Darlehen unterstützen, schreibt der Regierungsrat. Die Revision des über 20-jährigen Nidwaldner Stipendienrechts sehe ferner ein neues Berechnungssystem, die Anpassung von Höchstansätzen sowie eine Flexibilisierung vor.

Sinkende Ausgaben

Der Regierungsrat geht davon aus, dass die Revision keine nennenswerten Mehrausgaben verursacht und dass der Kanton jährlich rund 800'000 Franken für die Zuschüsse aufwenden wird. Die Ausgaben seien in den letzten Jahren trotz steigender Studentenzahl gesunken, dies wegen des grösseren Wohlstands. Zudem würden nun die geburtenschwächeren Jahrgänge die Ausbildung absolvieren.

In den letzten Jahren gingen beim Kanton Nidwalden jährlich 230 bis 340 Gesuche für Ausbildungsbeiträge ein, wobei rund ein Drittel nicht genehmigt wurde. Die jährlichen Ausgaben schwankten zwischen 780'000 Franken und 1 Million Franken.

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