Kantonsrat LU Parlament steht hinter neuer Luzerner Schuladministrativsoftware

we, sda

17.6.2024 - 14:41

Die Luzerner Schulen erhalten eine einheitliche Administrationssoftware. (Symbolbild)
Die Luzerner Schulen erhalten eine einheitliche Administrationssoftware. (Symbolbild)
Keystone

Nach dem Debakel mit der Schuladministrativsoftware Educase hat der Luzerner Kantonsrat am Montag grünes Licht gegeben für das Folgeprojekt «stabiLU». Er stimmte dem Sonderkredit von 8,76 Millionen Franken für die Beschaffung einer neuen, einheitlichen Schulsoftware zu. Die Schlussabrechnung des gescheiterten Projekts genehmigte der Rat zähneknirschend mit 104 zu 4 Stimmen.

17.6.2024 - 14:41

Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier sprachen ihr Bedauern über das Scheitern des Projekts für die dazumal geplante Einführung der Schuladiministrativsoftware Educase aus. Die Kosten für das gescheiterte Projekt seien unschön, sagte auch die Präsidentin der Kommission Erziehung, Bildung und Kultur, Karin Stadelmann.

Bis zum Abbruch des Projekts im Jahr 2022 hatte der Kanton 1'684'050 Franken investiert. Die neue Educase-Software brachte nicht die erwartete Professionalität für die Schulen und den Kanton. Die Herstellerfirma der Schuladministrationssoftware lieferte nicht das, was vereinbart wurde und war auch nicht in der Lage, Anpassungen und Änderungswünsche zu erfüllen, weder zeitlich noch inhaltlich.

«Wir beenden heute ein Trauerspiel in mehreren Akten», sagte Angelina Spörri (GLP). Die Mitte-Fraktion nehme «mit grossem Bedauern» von der Abrechnung zur Kenntnis, sagte Gerda Jung (Mitte).

Leider müssten die Steuerzahlerinnen und Steuerzahlen nun für den Schaden aufkommen, den andere verursachten, sagte Lisa Zanolla (SVP). «Es bleibt uns nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beissen.» Die SVP genehmige die Schlussabrechnung «zähneknirschend».

Dieses Projekt sei kein Ruhmesblatt für die Digitalisierungskompetenzen des Kantons, sagte Jörg Meyer (SP). Es habe viel Frust und Geld gekostet. Trotzdem sei es wichtig, dass man diesem Schrecken ein spätes Ende setzen konnte. Es sei zwingend, dass selbstkritisch und kooperativ Lehren daraus gezogen würden und diese in das Nachfolgeprojekt einflössen.

Der 1,6 Millionen schwere «Lehrblätz» sei ein Desaster, das nicht hätte passieren dürfen, sagte Irina Studhalter (Grüne). Aber die Grünen seien froh, dass diese «unschöne Kapitel» nun abgeschlossen werden könne.

Regierungsrat Armin Hartmann (SVP) sagte schliesslich, das Projekt habe einen «unerfreulichen Verlauf» genommen. Die entstandenen Kosten seien «sehr bedauerlich», um so mehr sie keinem Nutzen gegenüber stünden. Der Rat winkte die Schlussabrechnung der gescheiterten Educase-Software mit 104 zu 4 Stimmen durch.

Zweiter Anlauf

Nun also nimmt der Kanton einen zweiten Anlauf. Die neue Schulsoftware wird den Volksschulen vom Kanton zur Verfügung gestellt, die Gemeinden bezahlen Betriebs- und Supportkosten entsprechend ihrer Anzahl Schülerinnen und Schüler. Der Rat folgte dem Antrag der Regierung und genehmigte den Sonderkredit von 8,76 Millionen Franken mit 103 zu 1 Stimmen.

Stephan Dahinden (SVP) äusserte aber gewisse Bedenken – unter anderem in Bezug auf den Datenschutz. «Wir können uns nach dem Desaster vom Educase-Projekt keinen Misserfolg mehr leisten.»

Gerda Jung (Mitte) lobte die «gute, fundierte Botschaft.» Die Erkenntnisse des gescheiterten Educase-Projekts flossen ein. Man sei sich bewusst, dass das neue Projekt viel Vertrauen aufbauen müsse bei Gemeinden, Schulen und Politik.

Ramona Gut-Rogger (FDP) erwähnte ebenfalls, dass die zentralen Erkenntnisse des gescheiterten Projekts eingeflossen seien und berücksichtigt wurden. «Wir gehen davon aus, dass die heterogenen Ansprüche berücksichtigt werden und eine Software beschaffen wird, die sich für alle Gemeinden eigene.

«Zum Erfolg verdammt»

Das vorliegende Projekt sei kein Luxusprojekt sondern eine Notwendigkeit, sagte Jörg Meyer im Namen der SP-Fraktion. Aber man solle den Tag nicht vor dem Abend loben. «Auf dem Papier hat es auch schon gut ausgesehen», sagte Meyer. Ein solches Projekt sei immer mit Erwartungen und Versprechungen verbunden. Doch auch dieses Projekt werde die eine oder andere Enttäuschung hervorrufen, dies liege in der Natur der Sache.

Die SP wolle das Projekt weiter kritisch begleiten. «Diese Projekt muss uns gelingen, wir sind zum so zusagen zum Erfolg verdammt», sagte Meyer. Sonst würde die Digitalisierungskompetenz des Kantons höchstens noch für eine Fasnachtsnummer genügen.

Dazulernen sei bei diesem Projekt die höchste Maxime, sagte Irina Studhalter (Grüne). Der Datenschutz müsse gewährleistet werden. Angelina Spörri (GLP) sagte, das Projekt komme durchdacht und stimmig daher. «Die GLP ist zuversichtlich, dass es diesmal klappt», sagte sie.

Regierungsrat Armin Hartmann (SVP) sprach von einem «vernünftigen Standard». Dass jetzt alle hinter dem Projekt stünden, freue ihn sehr.

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