Stadt und Kanton Luzern weiter uneins über Spange Nord

16.4.2018 - 14:50, SDA

Während die Luzerner Kantonsregierung "unmissverständlich" an der Entlastungsstrasse Spange Nord festhält, verlangt der Stadtrat nun definitiv, auf das Projekt zu verzichten. Er gewichtet die negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität und das Stadtbild höher als den Nutzen des Projekts.

Die Luzerner Kantonsregierung aber will sich von der Absage des Luzerner Stadtrats nicht beirren lassen. Sie hält an ihren Plänen fest, wie aus einer Medienmitteilung vom Montag hervorgeht. Der Regierungsrat sei überzeugt, dass das Projekt die beste Lösung sei, um Stadt und Agglomeration Luzern vom Verkehr zu entlasten und Platz für den öffentlichen Verkehr zu schaffen, betont er.

Bereits Mitte Dezember vergangenen Jahres hatte die Regierung ihren Willen bekräftigt und dem Parlament einen Sonderkredit von 6,5 Millionen Franken vorgelegt, um das Projekt Spange Nord voranzutreiben. Voraussichtlich in der Mai-Session wird der Kantonsrat darüber entscheiden.

Der Luzerner Stadtrat äusserte zwar bereits früher Vorbehalte gegenüber dem Projekt. Nun aber forderte er unmissverständlich, dass das Nationalstrassenvorhaben Bypass, das er als "die zentrale Massnahme" sieht, um den Engpass auf der Autobahn A2 im Raum Luzern zu beseitigen, ohne die Spange Nord realisiert wird, wie er am Montag mitteilte.

"Zu hoher Preis"

Die Planung für die Spange Nord zeige, dass für diesen Autobahnzubringer massive Eingriffe nötig seien, die negative Auswirkungen auf die Lebensqualität und das Stadtbild hätten, schreibt die Stadtregierung. Diese stellten einen "zu hohen Preis" für die Stadtbevölkerung dar.

Die Spange Nord führe zwar zu einer Entlastung der Innenstadt im Bereich Kasernenplatz, schreibt die Stadtregierung. Dies ermögliche die Realisierung einer durchgehenden Busspur vom Pilatusplatz bis zum Schweizerhofquai. Die Strassenbreite aber könne dadurch nicht reduziert werden und die Trennwirkung für den Fussverkehr bleibe bestehen.

Keine Entlastung würde die Spange Nord für die Innenstadt im Bereich Halden- und Zürichstrasse bringen, ist der Stadtrat überzeugt. In diesem Bereich nehme der Verkehr tendenziell zu.

So ist der Stadtrat überzeugt, dass eine weitere Entlastung der Innenstadt auch ohne Spange Nord möglich sei. Für die Planer hingegen bilden die Transitautobahn Bypass und die Entlastungsstrasse Spange Nord indes ein Gesamtsystem. Im Gegensatz zum Bypass beurteilt die Stadtregierung den Nutzen der Spange Nord auch für die Agglomerationsgemeinden als gering.

Die Luzerner Regierung nimmt laut Mitteilung "mit Bedauern" zur Kenntnis, dass der Stadtrat das Spange-Nord-Projekt definitiv ablehnt. Die Absage stelle die weitere Planung vor "politische Herausforderungen".

SP bereitet Initiative vor

Auch die SP der Stadt Luzern betonte in einer Medienmitteilung vom Montag, sie bekämpfe die Spange Nord "konsequent". Sie will die Bevölkerung in den Prozess einbeziehen und deshalb an ihrer Mitgliederversammlung vom 15. Mai eine städtische Initiative lancieren.

Das kantonale Projekt Spange Nord soll mit dem Nationalstrassenvorhaben Bypass dafür sorgen, dass der Verkehr im Raum Luzern flüssig rollt. So soll der Transitverkehr künftig über die neue Bypass-Autobahn zwischen Emmen und Kriens fahren.

Die bestehende A2 soll zur Stadtautobahn umfunktioniert werden. Die 1,8 Kilometer lange zwei- bis vierspurige Spange Nord zwischen Schlossberg und Fluhmühle soll den städtischen Verkehr über den neuen Autobahnanschlusses Lochhof rechts der Reuss auf die Stadtautobahn leiten.

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