Verein Parawatch reicht Beschwerde gegen Paraplegiker-Stiftung ein

SDA

23.11.2018 - 16:53

Der Verein Parawatch hat gegen den Stiftungsrat der Schweizer Paraplegiker- Stiftung (SPS) eine Beschwerde bei der eidgenössischen Stiftungsaufsicht eingereicht. Er verdächtigt die SPS-Spitze, mit öffentlichen und Spendengeldern nicht verantwortungsvoll umgegangen zu sein.

Über die Beschwerde hatten am Freitag verschiedene Medien berichtet. Der Verein Parawatch bezeichnet sich als Aktion besorgter Rollstuhlfahrer. Das Eidgenössische Departement des Innern bestätigte auf Anfrage, dass Parawatch sich an die Eidgenössische Stiftungsaufsicht gewendet habe, ohne indes zu präzisieren, in welcher Angelegenheit.

Er habe gegen den Stiftungsrat der SPS Beschwerde eingereicht wegen des Verdachts, das Stiftungsvermögen in Millionenhöhe geschädigt zu haben, teilte Parawatch mit. Er fordere, dass die Stiftungsaufsicht den SPS-Präsidenten Daniel Joggi und Stiftungsrat Christian Betl abberufe. Ferner seien der SPS Auflagen zu erteilen, damit in Zukunft ethisch-moralisch verantwortungsvoll mit Spenden- und öffentlichen Geldern umgegangen werde.

Anlass der Beschwerde ist der Lohn, der dem abtretenden Direktor der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV), Thomas Troger, ausbezahlt worden ist. Parawatch wirft der SPS-Spitze vor, überhöhte Lohnbezüge genehmigt zu haben und die Stiftung so geschädigt zu haben. Ferner habe die SPV mit Wissen der SPS-Leitung ein Millionen-Vermögen angehäuft, statt die Mittel den Rollstuhlclubs zur Verfügung zu stellen.

Untersuchung wird begrüsst

Die SPS hat nach eigenen Angaben keine offizielle Kenntnis der Beschwerde. Sie begrüsse es aber, dass die Sachlage und die von Parawatch nicht zum ersten Mal gemachten Aussagen von einer unabhängigen Stelle untersucht würden.

Zwischen der SPV und Parawatch gibt es wegen diesen Vorwürfen auch juristische Verfahren. Die SPV hatte beim Bezirksgericht Willisau eine vorsorgliche Massnahme erreicht, in der Parawatch gewisse Aussagen untersagt wurden. Das Kantonsgericht hat eine Berufung gegen die vorsorgliche Massnahme abgewiesen, wie es auf Anfrage erklärte. Ob das Urteil rechtskräftig wird, ist noch offen.

Die SPV ist ein nationaler Dachverband der Querschnittgelähmten. Sie zählt nach eigenen Angaben 11'000 Mitglieder. Die SPS unterstützt Querschnittgelähmte und deren Organisationen und stellt Mittel für den Ausbau, den Unterhalt und den Betrieb des Schweizerischen Paraplegiker-Zentrums (SPZ) in Nottwil zur Verfügung.

Zurück zur Startseite

SDA