Coronavirus – Aargau

Aargauer 300-Millionen-Rettungspaket soll Bundeshilfe ergänzen

SDA

16.4.2020 - 13:30

Der Aargauer Regierungsrat will die unter den Folgen der Coronavirus-Pandemie leidende Wirtschaft im Kanton mit 300 Millionen Franken unterstützen. Das kantonale Massnahmenpaket soll die auch im Aargau angelaufene Bundeshilfe ergänzen und verstärken.

Das am Donnerstag in Aarau vorgestellte Hilfspaket umfasst Sofortzahlungen, Kreditausfallgarantien und Härtefall-Leistungen. In einer ersten Phase werden 150 Millionen Franken eingesetzt. Zusätzlich stehen für Soforthilfe und Ausfallentschädigungen an Kulturunternehmen und Kulturschaffende rund 23 Millionen Franken zur Verfügung.

Mit dem kantonalen Massnahmenpaket wolle der Aargau die Bundesmassnahmen gezielt und wirkungsorientiert verstärken und ergänzen, sagte Landammann und Finanzdirektor Markus Dieth (CVP): «Wir setzen mit dem kantonalen Massnahmenpaket einen beachtlichen Teil unserer Steuergelder ein.» Die kantonale Unterstützung solle dort greifen, wo die Massnahmen des Bundes nicht ausreichten.

Der Fokus des kantonalen Massnahmenpakets liegt gemäss Dieth auf der kurzfristigen Nothilfe sowie Liquiditätssicherung von normalerweise wirtschaftlich gesunden Unternehmen und Selbstständigerwerbenden, deren wirtschaftliche Substanz erhalten werden soll. Die wirtschaftliche Grundstruktur des Kantons solle gestützt werden.

Sofortzahlungen sind für Selbstständigerwerbende und Mikrounternehmen mit bis zu höchstens zehn Mitarbeitenden und einem Umsatzerlös mit bis zu einer Million Franken vorgesehen. Das sind Unternehmen, die aufgrund ihrer Betriebsgrösse nur begrenzt Bundesmittel in Anspruch nehmen können.

Mit den Kreditausfallgarantien werden kleinere und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitenden unterstützt, um ihre Situation über die Bundesbürgschaften hinaus zu verbessern.

Banken machen mit

Die Gewährung der Kredite mit den Ausfallgarantien des Kantons erfolgt durch die im Aargau am Programm teilnehmenden Banken. Diese werden auch bei der Prüfung von Gesuchen für Härtefall-Leistungen einbezogen. Letztlich entscheidet ein Gremium mit Vertretern der beiden Departemente Volkswirtschaft und Inneres sowie Finanzen und Ressourcen.

Die Aargauer Banken wollen in dieser Krisensituation ihren Beitrag zur Unterstützung der teilweise stark betroffenen Wirtschaft leisten, wie Dieter Widmer, Direktionspräsident der Aargauischen Kantonalbank (AKB), festhielt. Es sei erfreulicherweise zu einer in dieser Form einmaligen Zusammenarbeit über die ganze Branche hinweg gekommen.

4,5 Milliarden Bundeshilfe

Im Aargau ist gemäss Angaben des Regierungsrats in den vergangenen Wochen ein beachtlicher Teil der Bundeshilfe beansprucht worden. Der Regierungsrat geht davon auszugehen, dass insgesamt rund 4,5 Milliarden Franken Bundesmittel in den Aargau fliessen werden. Aargauer Banken gewährten bis 6. April rund 665 Millionen Franken Kredite mit Bundesbürgschaften an Unternehmen.

Im Aargau sind als Folge der Beschlüsse des Bundesrats zur Coronavirus-Pandemie rund 18 Prozent aller Betriebe geschlossen. Davon betroffen sind neun Prozent aller Beschäftigten.

Das Amt für Arbeit und Wirtschaft (AWA) rechnet in den kommenden Monaten mit einem Höchststand von 12'000 Gesuchen für Kurzarbeit beziehungsweise Auszahlungen von insgesamt 1,2 Milliarden Franken an Unternehmen im Kanton.

Bei der SVA Aargau gingen bis Mitte April im Rahmen der Erwerbsersatzordnung rund 6'750 Anmeldungen für Entschädigungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie ein. 80 Prozent der Anmeldungen stammen von Selbständigerwerbenden. Bisher wurden 3'200 Gesuche bearbeitet und 3,3 Millionen Franken ausbezahlt. Die SVA Aargau geht von Zahlungen von gesamthaft bis zu 19 Millionen Franken aus.

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