Axpo und Misoxer Gemeinden lassen Kraftwerkprojekt fallen

SDA

28.10.2020 - 15:32

Der Stromkonzern gibt die Pläne für ein Kraftwerk Moesa im Bündner Südtal Misox auf. Der Grund sind Vorschriften über die Abgabe von Restwasser.
Source: KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA

Der Stromkonzern Axpo und die beiden Südbündner Gemeinden Cama und Grono lassen das Kraftwerkprojekt Moesa fallen. Höhere Restwassermengen hätten das auf 24 Millionen Franken veranschlagte neue Kraftwerk im Misox nicht mehr bewilligungsfähig gemacht.

Das projektierte Kraftwerk hätte jährlich 20 Gigawattstunden Strom produziert, was in etwa dem Verbrauch von 4500 Haushalten entspricht, wie der Stromkonzern Axpo am Mittwoch mitteilte. Dass es nicht zu Stande kommt, ist zurückzuführen auf gesetzlich vorgeschriebene Restwassersanierungen. Das bedeutet, dass die Kraftwerke eine bestimmte Menge Wasser in den Fluss abgeben müssen, wovon die Fische etwas haben.

Bundesgerichtsentscheid zu Misoxer Kraftwerken

Ein Beschluss der Bündner Regierung vom März dieses Jahres regelt laut Axpo nicht nur die Restwassermengen der bestehenden Kraftwerke. Er halte auch fest, dass bis zur Neukonzessionierung der Misoxer Kraftwerke im Jahre 2043 keine zusätzliche Wasserkraftnutzung der Moesa unterhalb Soazza erfolgen dürfe. Auch deswegen kann das Kraftwerkprojekt Moesa nicht realisiert werden.

Mit der Restwassersanierung der Misoxer Kraftwerke hatte sich 2012 das Bundesgericht in einem Schweizer Präzedenzfall befasst. Die Richter in Lausanne entschieden, die Behörden müssten bei Sanierungen einen möglichen Spielraum zugunsten der Flüsse ausreizen.

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