Glarner Kantonsspital erstmals mit kleinem Verlust

16.5.2018 - 11:00, SDA

Das Glarner Kantonsspital hat erstmals seit seiner Verselbständigung Anfang 2011 einen - kleinen - Verlust geschrieben. Bei einem stabilen Umsatz von 84 Millionen Franken resultierte im 2017 ein Minus von einer halben Million Franken.

Die seit Jahren steigende Personalkosten hätten nicht mehr mit steigenden Erträgen aufgefangen werden können, teilte das Kantonsspital (KSGL) am Mittwoch mit.

Das Krankenhaus erwirtschaftete aus dem Betrieb zwar einen Überschuss, mit 6,2 Millionen Franken lag dieser aber 1,6 Millionen unter dem Vorjahreswert. Nach Abschreibungen in der Höhe von 6,7 Millionen Franken resultierte schliesslich das Defizit.

Auswirkung auf das Ergebnis hatten laut dem Spital Tarifsenkungen. Der Tarif für ambulante Leistungen sank innert zweier Jahre um 4,5 Prozent. Trotz deutlicher Mehrleistungen konnte das KSGL in diesem Bereich nur geringfügige Ertragszuwächse erzielen. Zudem reduzierte der Kanton seine Zahlungen für gemeinwirtschaftliche Leistungen.

Mehr ambulante Leistungen

Im ambulanten Bereich erbrachte das Spital 7,6 Prozent mehr Leistungen als im Vorjahr im Umfang von insgesamt 14,5 Millionen Taxpunkten. Gleichzeitig ging die Anzahl der stationär behandelten Fälle minim zurück auf noch 4928.

Die Zahlen widerspiegelten den Trend "ambulant statt stationär", hiess es. Der ambulante Leistungszuwachs sei aber auch das Resultat einer stetigen Spezialisierung. Immer mehr Patienten würden die Sprechstunden von Spezialisten in Anspruch nehmen.

"Wirtschaftlich kerngesund"

"In der Gesamtschau" sieht sich das KSGL als "wirtschaftlich kerngesund". Eine Eigenkapitalquote von über 70 Prozent der Bilanzsumme und eine hohe Liquidität von 15 Millionen Franken würden dem Krankenhaus "einen starken wirtschaftlichen Rückhalt" geben.

Um langfristig wieder ein wirtschaftliches Gleichgewicht zu erreichen und das "strukturelle Ungleichgewicht" zu beseitigen, hat das Spital ein Sanierungsprojekt gestartet. Der Massnahmenkatalog setzt sowohl auf der Ertrags- wie auch auf der Kostenseite an.

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