Glarner Regierung will die Gewinnsteuern für Firmen senken

18.12.2018 - 15:08, SDA

Die Glarner Regierung will die Gewinnsteuern für Unternehmen um über drei Prozentpunkte auf 12,43 Prozent senken. Die von ihr verabschiedete kantonale Steuerrevision setzt Bundesrecht um und beseitigt schädliche Steuerpraxen. Der Kanton muss Mindereinnahmen von etwa drei Millionen Franken jährlich verkraften.

Durch die Umsetzung von Bundesrecht fallen für gewisse Firmen Steuerprivilegien weg. Der Kanton sei besonders betroffen bei den Domizilgesellschaften, teilte die Regierung in Glarus am Dienstag mit. Zum Ausgleich würden die Gewinnsteuern reduziert.

Konkret enthält die Vorlage an das Kantonsparlament eine generelle Senkung der Steuersätze für juristische Personen von 15,70 auf 12,43 Prozent. Davon profitieren gemäss Regierungsangaben alle Firmen im Kanton, insbesondere die KMUs. Zudem könne der Kanton seine gute Positionierung im Vergleich mit anderen Kantonen behalten.

Kompensiert werden sollen die Steuerausfälle unter anderem durch eine Erhöhung der Besteuerung von Erträgen aus massgeblichen Beteiligungen auf 70 Prozent und einer Erhöhung des Kantonsanteils an den direkten Bundessteuern auf 21,2 Prozent. Diese Änderungen treten allerdings nur in Kraft, wenn das Bundesgesetz in einer allfälligen Volksabstimmung angenommen wird.

Steuerfrei bis zu einer Million

In einer weiteren Teilvorlage werden die Abzüge für Krankenkassenprämien erhöht und der Selbstbehalt für Krankheitskosten reduziert. Damit wird laut Regierung den gestiegenen Gesundheitskosten Rechnung getragen. Von dieser Entlastung profitieren alle Steuerpflichtigen.

Zwei weitere Teilvorlagen ermöglichen die Einführung von Bausteuerzuschlägen für die Gemeinden und die Anpassungen an das geänderte Bundesrecht. Von Interesse dürfte die Steuerbefreiung von Gewinnen aus Grosslotterien und zugelassenen Onlinespielen bis zu einem Betrag von einer Million Franken sein.

Die übrigen Gewinne sind bis zu 1000 Franken steuerbefreit. Ausserdem werden die Abzugsmöglichkeiten für die Spieleinsätze erhöht.

Kanton muss Mindereinnahmen verkraften

Regierungsangaben zufolge kann die Steuergesetz-Revision finanziell verkraftet werden. Die Gemeinde Glarus fahre im Vergleich zur heutigen Lösung sogar besser. Die Gemeinden Glarus Nord und Glarus Süd sowie die Kirchgemeinden fielen leicht ins Minus.

Mit Mindereinnahmen von drei Millionen Franken jährlich muss allerdings der Kanton rechnen. Der Einnahmeausfall ist laut der Regierung jedoch nicht auf die Steuervorlage zurückzuführen, sondern unter anderem auf die höheren Abzüge bei den Krankenkassenprämien.

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