Coronavirus – Schweiz

Innerrhoder Regierung stellt «Nothilfe» für Unternehmen in Aussicht

SDA

18.3.2020 - 11:59

Das Spital Appenzell verfügt über keine Intensivstation. Schwer erkrankte Coronavirus-Patienten müssten deshalb nach Herisau oder St. Gallen gebracht werden (Archivbild).
Source: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Innerrhoder Unternehmen, die durch die Corona-Epidemie existenziell bedroht sind, können vom Bund, aber auch vom Kanton Wirtschaftshilfe erhalten. Dies hat die Standeskommission (Regierung) am Mittwoch in Aussicht gestellt.

An einer Medienkonferenz in Appenzell hiess es, Unternehmen könnten in Härtefällen Beiträge aus dem Wirtschaftsförderungsfonds – derzeit mit einem Bestand von 3,5 Millionen Franken – erhalten. Die Regierung will so helfen, Arbeitsplätze in strukturell gesunden Unternehmen zu erhalten. Anträge können beim Amt für Wirtschaft eingereicht werden.

Laut Gesundheits- und Sozialdirektorin Antonia Fässler gibt es in Innerrhoden derzeit fünf bestätigte Fälle von Erkrankungen am Coronavirus. Niemand habe hospitalisiert werden müssen. Das Spital Appenzell sei aber für die Aufnahme von Corona-Patienten, die keine Intensivmedizin brauchen, vorbereitet.

Keine Intensivstation

Da es in Appenzell keine Intensivstation gibt, müssten Patienten in schweren Fällen ins Spital Herisau oder ins Kantonsspital St. Gallen gebracht werden, sagte Fässler der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Mit einem Aufruf sucht der Kanton derzeit Personen mit medizinischer Ausbildung, die sich bei Bedarf als Helfer in Innerrhoden zur Verfügung stellen könnten.

Wegen der Verschiebung der Landsgemeinde vom 26. April auf den 23. August bleibt Gesundheitsdirektorin Antonia Fässler länger im Amt. Sie hatte ihren Rücktritt auf den Landsgemeinde-Termin Ende April erklärt. Die Verlängerung sei für sie problemlos möglich, sagte Fässler.

Fässler verschiebt Auszeit

Sie habe eigentlich «ein Auszeitli» geplant, und ihre Jobplanung sei im Moment noch offen. Nun sei sie froh, dass «es einfach weitergehen» könne, so die Gesundheitsdirektorin.

Auch die Bezirksgemeinden, die Feuerschau-, Kirch- und Schulgemeinden müssen verschoben werden. Eine kurzfristige Umstellung auf Urnenabstimmungen sei nicht möglich, schreibt der Kanton. Weiter wird die diesjährige Stosswallfahrt, die für den 10. Mai geplant war, abgesagt.

Die Innerrhoder Verwaltung wird auf Pandemiebetrieb umgestellt. Dies bedeutet in einer ersten Phase, dass ein beträchtlicher Teil der Arbeit von zu Hause aus elektronisch erledigt wird. Die Ämter sollen aber nach wie vor besetzt sein.

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