Die beiden scheidenden Regierungsräte Stefan Kölliker (SVP) und Fredy Fässler (SP) wurden am Mittwoch im Kantonsrat verabschiedet.
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Der St. Galler Kantonsrat hat am Mittwoch Stefan Kölliker (SVP) nach 16 und Fredy Fässler (SP) nach 12 Jahren im Regierungsrat verabschiedet. Kölliker war zu den Erneuerungswahlen nicht mehr angetreten, Fässler musste aus gesundheitlichen Gründen sein Amt schon vorher abgeben.
Keystone-SDA, ka, sda
01.05.2024, 17:29
SDA
Kantonsratspräsidentin Andrea Schöb (SP) würdigte am Mittwochnachmittag die beiden Regierungsräte. 2008 sei mit Stefan Kölliker ein weitgehend unbekannter Treuhänder zum ersten SVP-Regierungsrat im Kanton St. Gallen gewählt worden, sagte sie. Sein Name werde deshalb in der Geschichte dieser Partei immer einen besonderen Stellenwert haben.
Kölliker habe in den 16 Jahren im Bildungsdepartement einen grossen Gestaltungswillen gezeigt und sei auch vor «grossen Brocken» nicht zurückgeschreckt. In seine Zeit sei etwa der Zusammenschluss der Fachhochschulen, die Einführung des Lehrplans 21 oder die IT-Bildungsoffensive gefallen.
Wie zuvor Kölliker sei 2012 auch Fredy Fässler in seinem Departement nicht nur mit offenen Armen empfangen worden. Mit Schalk und seiner unaufgeregten Art habe sich der Anwalt und Mediator im Sicherheits- und Justizdepartement aber durchsetzen können.
Unter anderem sei es ihm gelungen, mitten in Zeiten von Sparpaketen eine Aufstockung des Polizeikorps durchzubringen. Er sei auch mit der grössten Migrationsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert gewesen. Fässler habe klar kommuniziert und seine Versprechen gehalten. Ein Unfall mit einer Hirnverletzung habe ihn dann aber gezwungen, seinen Rücktritt einzureichen.
Respekt als zentraler Begriff
In seiner Abschiedsrede sagte Fredy Fässler, es sei sicher zu verstehen, dass er sich nach 32 Jahren engagierter Arbeit im Kantonsratssaal seinen Abgang ganz anders vorgestellt habe. Wenn er auf seine politische Karriere zurückblicke, dann sei für ihn «Respekt» der zentrale Begriff gewesen.
Etwa als er als junger Kantonsrat sein erstes Votum halten wollte und die Blätter mit den vorgeschriebenen Texten in seinen Händen geflattert hätten aus Respekt vor dem Parlament. Oder später, als es bei einem Auftritt von Bundesrat Couchepin im Kantonsratssaal aus Respekt vor den Bundesinstitutionen sehr ruhig geworden sei. Dieser Respekt sei zuletzt etwas verloren gegangen, bedauerte er.
Immer wieder Risiken eingegangen
Der Ausdruck, «gekommen um zu bleiben», gelte nicht in einer Demokratie, sagte Stefan Kölliker. Eine gute und intensive Zeit gehe nun zu Ende. Die ersten Jahre im Amt seien aber kein Spaziergang gewesen. Der Aufstieg der SVP habe damals «heftige und als unfair einzuschätzende Abwehrreaktionen» ausgelöst.
«Wenn man Ideen ausprobiert, kann man auch scheitern», sagte er. Es gebe im Kanton St. Gallen zwar nicht «das Volksschulparadies». Aber es sei gelungen, die Qualität der Schule hochzuhalten. Die Stärken der öffentlichen Volksschule seien der Hauptgrund für Freiheit und Wohlstand in diesem Land, betonte der abtretende Bildungschef.
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