Trockenheit löst in Ostschweizer Parlamenten Vorstösse aus

SDA

11.10.2018 - 14:53

Die Trockenheit in der Ostschweiz findet ihren Niederschlag in Vorstössen aus kantonalen Parlamenten: Darin wird nach den möglichen Auswirkungen oder nach dringenden Massnahmen gefragt.

Der Thurgauer GLP-Kantonsrat Stefan Leuthold schlägt die Nutzung von Regenwasser als mögliche Lösung des Problems vor. Es soll in unterirdischen Speichern gesammelt werden. Damit könne die Wasserknappheit bei längeren Trockenperioden entschärft werden, heisst es im Vorstoss. Ein weiterer Vorteil: Bei schweren Niederschlägen würde damit die Überschwemmungsgefahr reduziert.

Die Thurgauer Regierung soll nun erklären, was sie von solchen Wasserspeichern hält und ob sie bereit sei, den Einbau aus einem bestehende kantonalen Fonds zu fördern.

Düngen gegen Futtermangel

Um konkrete Probleme der Landwirtschaft dreht sich ein Vorstoss aus dem St. Galler Kantonsrat, eingereicht aus den Reihen von CVP, FDP und SVP. Es geht darin um Themen wie die Verschiebung des Schnittzeitpunkts oder um Ausnahmen bei der Düngung von Wiesenflächen, die mit geringem Mitteleinsatz bewirtschaftet werden müssen. Die Landwirte sollen mehr "Flexibilität und Eigenverantwortung" erhalten.

Die St. Galler Regierung muss nun unter anderem die Frage beantworten, wie sie zu einem Pilotprojekt stehe, mit dem die Auswirkungen der Düngung extensiv genutzter Wiesen auf das Pflanzenwachstum und auf die Artenvielfalt untersucht wird.

Klimaschutz als Schwerpunktthema

Mit dem Klimawandel beschäftigt sich ein Vorstoss der St. Galler SP-Grüne-Fraktion: In einzelnen Kantonen seien Gegenstrategien mit Massnahmen ausgearbeitet worden. Im Aargau gebe es etwa den "Klima-Check", in Graubünden einen "Werkzeugkoffer für die Region Surselva". Verlangt werden nun ähnliche Massnahmenpläne für den Kanton St. Gallen.

In eine ähnliche Richtung geht ein Vorstoss von Meinrad Gschwend (Grüne). Er fragt nach den Konsequenzen des Hitzesommers: "Hat die Regierung den Überblick über die Folgen im Kanton St. Gallen?" Der Kantonsrat will unter anderem wissen, ob aus den Erfahrungen Schlüsse gezogen worden seien und ob die Regierung bereit sei, den Klimaschutz zu einem zentralen Schwerpunkt der Legislatur zu machen.

Um die Wasserversorgung bei grosser Trockenheit sorgt sich der parteiunabhängige Ausserrhoder Kantonsrat Peter Gut. Der Regierungsrat soll Auskunft geben, wie er die Bedeutung privater Quellen einschätzt und ob es zusätzliche Massnahmen zu deren Schutz brauche.

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