Coronavirus – Schweiz

Corona-Pandemie reisst ZVV-Rechnung auch 2021 tief ins Minus

olgr, sda

21.6.2022 - 10:32

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) spürte auch das zweite Corona-Jahr: 2021 resultiert ein Defizit von 450 Millionen Franken. (Symbolbild)
Keystone

Die Pandemie habe auch 2021 den Takt vorgegeben, schreibt der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) in seinem Geschäftsbericht. Er hat zwar leicht mehr Passagiere als im ersten Corona-Jahr transportiert, doch das Defizit ist auf 450,4 Millionen Franken angestiegen.

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21.6.2022 - 10:32

Der Verlust hat sich damit im Vergleich zum Jahr 2020 markant um 61,1 Millionen Franken erhöht, wie der ZVV am Dienstag mitteilte. Anders als im Vorjahr konnten die Verkehrsunternehmen, die im Verbundgebiet fahren, keine ausserordentlichen Beiträge mehr leisten.

Um die aussergewöhnliche Situation zu meistern, hatten die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ), Stadtbus Winterthur sowie die sechs weiteren Unternehmen im Jahr 2020 Reserven in Höhe von fast 60 Millionen Franken aufgelöst und dem ZVV ausbezahlt.

«Diese Entlastungsmassnahme entfiel 2021 vollständig», hiesst es in der Mitteilung. Der Kostendeckungsgrad des ZVV sank deshalb von 62,0 auf 57,1 Prozent.

Passagierzahlen auf tiefem Niveau

Auf dem Netz des Zürcher Verkehrsverbundes waren 2021 insgesamt 469 Millionen Fahrgäste unterwegs, wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist. Das waren 3 Millionen oder 0,6 Prozent mehr als im ersten Corona-Jahr. Es waren aber noch immer rund 30 Prozent weniger als vor der Krise. 2019, als das Coronavirus noch kein Thema war, waren noch 674 Millionen Fahrgäste gezählt worden.

Die Pandemie habe vor allem den Start und das Ende des vergangenen Jahres geprägt, schreibt der ZVV. Dazwischen seien nur kurze Verschnaufpausen gelegen, in denen sich die Nutzung des öffentlichen Verkehrs wieder habe erholen können.

Bei den Regionalbussen nahm die Nachfrage von 2020 auf 2021 am stärksten zu; sie stieg um 3,4 Prozent. Die Zürcher S-Bahn verzeichnete ein Plus von 0,8 Prozent. In den Städten Winterthur und Zürich blieb das Aufkommen stabil.

Mehr virtuelle Tickets

Bereits 2020 waren zum ersten Mal mehr Tickets digital als am Ticketautomaten gelöst worden. Dieser Trend setzt sich unverändert vor. 2021 stieg der Anteil der E-Tickets gemäss Geschäftsbericht auf 58,5 Prozent. Bis Ende April 2022 hat er sich gemäss ZVV-Mitteilung vom Dienstag weiter auf 61 Prozent erhöht.

Der ZVV hatte im Sommer 2021 eine neue App lanciert, in der die zuvor getrennten Fahrplanabfragen und Ticketkäufe zusammengeführt wurden. Diese App ist nach Angaben des Unternehmens bis Ende Mai 2022 insgesamt 196'000 Mal heruntergeladen worden.

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