Einführung von Halbstundentakt für S3 in Rushhour vorläufig möglich

12.7.2018 - 14:53, SDA

Die Zürcher S-Bahn S3 soll trotz einer hängigen Beschwerde ab Dezember 2018 am Morgen und Abend zwischen Zürich-Hardbrücke und Bülach im Halbstundentakt fahren können. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine entsprechende vorsorgliche Massnahme erlassen - doch das Bundesamt für Verkehr geht vor Bundesgericht.

Inhaltlich hat das Bundesverwaltungsgericht über die Beschwerde noch nicht entschieden. Eingereicht haben diese der Zürcher Verkehrsbund (ZVV), die Stadtzürcher Regierung und die Stadt Bülach.

Der ZVV und die beiden Städte wehren sich unter anderem gegen die Trassenzuteilung, die das Bundesamt für Verkehr (BAV) für das Jahr 2019 verfügt hat. Mit der Zuteilung kann gemäss ZVV der Halbstundentakt der S3 in den Spitzenzeiten nicht gesichert werden.

Der ZVV brachte in seiner Eingabe ans Bundesverwaltungsgericht vor, dass es zu einer untragbaren Übernutzung des S-Bahnnetzes komme, wenn der Halbstundentakt nicht eingeführt werden könne. Zudem sei für dieses Angebot Rollmaterial bestellt worden. Könne dieses nicht eingesetzt werden, habe dies finanzielle Verluste zur Folge.

Dass einzelne Zusatzzüge der S3 eingesetzt werden können, auch wenn dies zulasten der Kapazität für den Schienengüterverkehr geht, stuft das BAV hingegen als falsch ein: Mit diesem Entscheid würden "Sinn und Zweck der neuen Instrumente zur Nutzung des Schienennetzes grundsätzlich in Frage gestellt", hält es in einer Mitteilung fest.

Weil die Bahn in der Schweiz derart erfolgreich sei, komme es auf den Schienen zu Engpässen. Leidtragender sei der Güterverkehr, für den kaum mehr "Slots" gefunden würden. Deshalb sind gemäss BAV auf Anfang 2017 ein Netznutzungskonzept sowie Netznutzungspläne geschaffen worden, um dem Güterverkehr seine Existenz zu sichern.

"Im Konfliktfall ist auf einer reservierten Trasse dem Güterverkehr der Vorrang vor dem Personenverkehr zu gewähren", fordert das BAV. Es wird den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts deshalb vor Bundesgericht anfechten.

(Verfügung A-1216/2018 vom 05.07.2018)

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