Kantonsratskommission für Erweiterung der Deponie in Gossau

SDA

2.11.2018 - 12:27

Im Zürcher Oberland soll in Gossau ZH die Deponie "Tägernauerholz" erweitert werden. Dafür müsste ein Waldstück gerodet werden. Eine Mehrheit der zuständigen kantonsrätlichen Kommission stellt sich hinter die umstrittenen Pläne des Zürcher Regierungsrates.

Die Teilrevision 2016 des kantonalen Richtplans sieht eine Erweiterung der Kehrrichtschlacken-Deponie "Gossau, Tägernauerholz" vor. Geplant ist, das Deponievolumen von bisher 750'000 auf 1,5 Millionen Kubikmeter zu erhöhen.

Die vorberatende Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (KEVU) hat die betroffenen Gemeinden Gossau und Grüningen, die wegen der Fällung von 7000 Bäumen gegen die Erweiterung sind, angehört und sich intensiv mit diesem Standort befasst.

Trotzdem befürwortet sie angesichts der wenigen geeigneten Standorte für die Deponie von Restschlacke im Kanton mit 9 zu 6 Stimmen eine Erweiterung, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst.

Neben der geologischen Eignung würden auch die kurzen Transportwege von der KEZO Hinwil für diesen Standort sprechen. Zudem würde die benötigte Waldfläche etappenweise wieder aufgeforstet.

Grüne für Streichung der Deponie

Eine grössere Minderheit der Kommission sieht zwar eine grundsätzliche Notwendigkeit der Deponie, aber keine Notwendigkeit, diese zu diesem Zeitpunkt zu vergrössern.

Das grüne Kommissionsmitglied beantragt dem Kantonsrat die Streichung der umstrittenen Deponie. Gemäss Mitteilung erachten die Grünen den Deponie-Standort im Tägernauerholz für "falsch und ungeeignet".

Für die Deponie müssten 100'000 Quadratmeter gesunder Buchenwald gefällt werden. Beim Tägernauerholz handle es sich um eines der grössten Waldstücke im Zürcher Oberland.

Für die Restschlacke aus der Aufbereitungsanlage in Hinwil müsse ein besserer Deponie-Standort gefunden werden. Der Kanton müsse zudem seine Anstrengungen weiter in erster Linie auf die Abfallvermeidung richten.

Die Region zwischen Gossau und Egg sei mit weiteren vier eingetragenen Deponien, von denen heute zwei in Betrieb sind, bereits übermässig belastet, heisst es weiter.

Dies ist auch der Kommissionsmehrheit bewusst: Sie hat deshalb beschlossen, für die beiden Deponien in Gossau die Erschliessung über die A52 vorzuschreiben. Damit werde der mit der Deponie verbundene Schwerverkehr von den umliegenden Ortschaften ferngehalten. Ebenfalls festgeschrieben wird das Vorgehen über drei Etappen.

Die KEVU hat der überarbeiteten Gesamtvorlage der Teilrevision 2016 des kantonalen Richtplans einstimmig zugestimmt.

Zurück zur Startseite

SDA