Bildung

Kindergartenlehrpersonen sollen im Kanton Zürich mehr Lohn erhalten

olgr, sda

3.3.2022 - 10:10

Der Kindergarten soll als Teil der Volksschule gestärkt werden. Der Zürcher Regierungsrat will unter anderem auch beim Lohn der Kindergartenlehrpersonen ansetzen. (Symbolbild)
Keystone

Der Zürcher Regierungsrat will den Kindergarten als Fundament der Volksschule stärken: Er passt die Ausbildung der Kindergartenlehrpersonen an, dafür sollen sie neu in die selbe Lohnklasse wie Primarlehrpersonen eingeteilt werden.

olgr, sda

3.3.2022 - 10:10

Im Kanton Zürich soll nur noch der Studiengang Kindergarten- und Unterstufe (KUst) angeboten werden, wie Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) am Donnerstag an einer Medienkonferenz sagte.

Der Ausbildungslehrgang, der einzig auf die Kindergartenstufe ausgerichtet ist, führt nicht mehr zu einem landesweit anerkannten Diplom. Er soll deshalb eingestellt werden.

Wenn Lehrerinnen und Lehrer in Kindergarten und Primarschule dieselben Zulassungsbedingungen und Abschlüsse haben, drängt sich auch auf, dass sie beim Lohn gleichgestellt sind, wie Myriam Ziegler, Chefin des Volksschulamts, sagte.

Statt in Lohnklasse 18 sollen alle bisherigen und neuen Kindergartenlehrpersonen eine Klasse höher eingeteilt werden. Im obersten Bereich des breiten Lohnbandes kann dies im Vollzeitpensum bis zu einem knapp 10'000 Franken höheren Jahreslohn führen.

Der Regierungsrat rechnet mit jährlichen Mehrkosten in Höhe von 16,2 Millionen Franken pro Jahr. Der Kanton trägt 20 Prozent der Kosten (3,2 Millionen, 80 Prozent die Gemeinden (13 Millionen).

«Ein Gewinn für alle Seiten»

Mit der KUst-Ausbildung werden Lehrpersonen befähigt, sowohl auf Kindergartenstufe als auch in den ersten drei Schuljahren auf Primarstufe tätig zu sein.

«Das ist ein Gewinn für die Schulen, für die Kinder und für die Eltern», sagte Heinz Rhyn, Rektor der Pädagogischen Hochschule Zürich. So werde etwa das gegenseitige Verständnis beim wichtigen Übergang von Kindergarten in die Schule gestärkt.

Für die Kindergartenlehrpersonen werde auch der Beruf attraktiver, da sie weitere berufliche Möglichkeiten haben, ergänzte Ziegler. Und auch für die Schulen seien die KUst-Abgängerinnen und -Abgänger interessant, da sie auf beiden Stufen eingesetzt werden könnten.

Der gemeinsame Studiengang Kindergarten- und Unterstufe ermögliche eine bessere Begleitung der Kinder beim Einstieg in die Schullaufbahn, zeigte sich auch Steiner überzeugt.

Anpassungen werden mehrheitlich begrüsst

Mit der höheren Lohneinstufung mache der Regierungsrat «einen ersten Schritt zur Verbesserung der schwierigen Situation auf der Kindergartenstufe», halten der Verband Kindergarten Zürich sowie der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband in einer Mitteilung fest. Der «gravierende Mangel an Kindergartenlehrpersonen» habe sich zu einem ernsthaften Problem entwickelt.

Die Grünen bezeichnen die Lohnanpassung als «überfälligen Schritt». Die SP begrüsst sie ebenfalls, da so «die Attraktivität des Berufs, die Zufriedenheit der Lehrpersonen und letztlich die Qualität im Kindergarten» gesteigert werden. Auch für die EVP scheint die höhere Lohneinstufung unbestritten zu sein: «Kindergarten-Lehrpersonen leisten einen entscheidenden Beitrag für einen erfolgreichen Bildungsverlauf der nächsten Generation.»

Die SVP kritisiert hingegen die Abschaffung des separaten Lehrgangs für Kindergartenlehrpersonen. «Die Kindergartenstufe ist nicht gedacht, um den Kindern schulisches Wissen zu vermitteln.» Es brauche spezielles Fachwissen, um Kinder individuell und entwicklungsgerecht spielerisch zu fördern und ohne Druck auf die Schule vorzubereiten.

Der Zürcher Regierungsrat hat die Massnahmen zur Stärkung des Kindergartens zuhanden des Kantonsrates verabschiedet. Bildungsdirektorin Steiner hofft, dass dieser noch in diesem Jahr darüber befinden wird, sodass die Anpassungen auf Januar 2023 in Kraft treten könnten.

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