Rassismus

Mohrenkopf-Debatte wird Thema für den Regierungsrat

SDA

15.6.2020 - 12:23

Ihre Verbannung aus den Migros-Regalen wird nun Thema für die Zürcher Politik: Dubler Mohrenköpfe.
Source: Keystone

Die Zürcher SVP vermutet eine Diskriminierung von einzelnen Produzenten. Sie will deshalb  wissen, ob der Kanton Geschäftsbeziehungen zur Migros unterhält.

Die Mohrenkopf-Debatte wird nun auch zum Thema für den Zürcher Regierungsrat. Die SVP will in einer Anfrage wissen, welche Geschäftsbeziehungen der Kanton zur Migros unterhält. Die Partei wittert «Diskriminierung von Produzenten», weil die Migros die Dubler-Mohrenköpfe aus dem Regal verbannt.

Die Migros habe innerhalb eines Tages einen Verlegenheitsentscheid gefällt und ein sehr beliebtes Produkt aus dem Sortiment gekippt, schreibt die SVP in ihrer Anfrage, die sie am Montag einreichte. Die Migros diskriminiere offenbar einzelne Produzenten, wenn der öffentliche Druck nur genügend gross werde.



«Völlig abstruse» Rassismusdiskussion

Die SVP will vom Regierungsrat nun wissen, ob der Kanton Geschäftsbeziehungen mit der Migros unterhält. Und falls ja, wie diese weitergeführt würden. Schliesslich solle der Kanton nur mit Unternehmen Geschäfte tätigen, die überlegt handeln und eine hohe Geschäftsethik an den Tag legen würden.

Für SVP-Kantonsrat Benjamin Fischer geht es bei der Mohrenkopf-Debatte um mehr als den Namen einer Süssspeise. Gewachsene Kultur und Geschichte könne nicht je nach Laune ausradiert werden. Diese ganze Diskussion sei «völlig abstrus».

Andrew Katumba (SP, Zürich) findet die Debatte weniger «abstrus». Rassismus sei keineswegs überwunden und es sei höchste Zeit, sich endlich mit diesem unangenehmen Thema auseinanderzusetzen. «Wir sind alle aufgerufen, rassistisches Benehmen anzusprechen. Das gilt für die Kaffeepause im Büro genauso wie für das Familienfest.»



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