Gleichstellung

Zürcher Stadtparlament soll «Genderwatch-Protokoll» führen

fn, sda

10.3.2022 - 15:59

Das Rednerpult im Zürcher Stadtparlament wird bereit gemacht für die nächste Rednerin oder den nächsten Redner. (Archivbild)
Keystone

Wer steht häufiger vorne am Rednerpult und redet auch noch länger? SP und Grüne im Zürcher Gemeinderat wollen es genau wissen und fordern ein so genanntes «Genderwatch-Protokoll». An den Sitzungen soll künftig also notiert werden, welches Geschlecht den Ton angibt.

fn, sda

10.3.2022 - 15:59

Was den Frauenanteil im Stadtparlament betrifft, ist Zürich nicht so fortschrittlich, wie sich die Stadt sonst gerne präsentiert. Bei den Wahlen vom Februar resultierte ein Frauenanteil von vergleichsweise tiefen 40,8 Prozent. Andere Städte sind da weiter.

Doch nicht nur die Sitzzahl ist ausschlaggebend für Gleichstellung. Auch die Zahl der gehaltenen Voten und die effektive Redezeit sagt etwas darüber aus, wie stark Frauen in der Politik mitreden.

Die 34 Parlamentarierinnen und Parlamentarier, die den Antrag auf ein «Genderwatch-Protokoll» unterzeichneten, äussern darin die Vermutung, dass die Stadtzürcher Parlamentarierinnen «in dieser Hinsicht noch einmal wesentlich stärker untervertreten» sind. Kurz: Dass die Männer viel häufiger und länger reden als die Frauen.

Auch andere Kriterien erfassen

Sie beantragen deshalb, künftig zu protokollieren, welches Geschlecht wie häufig und wie lange vorne am Rednerpult steht. Sofern sich das Führen des Gender-Protokolls als aufwändig herausstelle, könne dieses vorerst nur sechs Monate gemacht werden.

Nach einer Auswertung könne dann entschieden werden, ob es fortgesetzt werde. Falls sich das Protokoll automatisiert führen lässt, können sich SP und Grüne gut vorstellen, auch andere Kriterien zu erfassen, etwa Parteizugehörigkeit oder das Alter. Der Gemeinderat wird in einer seiner nächsten Sitzungen über den Antrag entscheiden.

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