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Der umstrittene Journalist Martin Bashir wurde weltweit bekannt, nachdem Prinzessin Diana in einem BBC-Interview offen über ihre Ehekrise mit Prinz Charles gesprochen hatte. Acht Jahre später sorgte er mit der Dokumentation «Living with Michael Jackson» erneut für Schlagzeilen.
Bild: Netflix
Knapp zwei Monate nach dem Kinostart von «Michael» veröffentlicht Netflix die Doku «Michael Jackson: Das Urteil» über den Gerichtsprozess aus dem Jahr 2005. blue News fasst die fünf wichtigsten Erkenntnisse zusammen.
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Es ist eine andere Seite des King of Pop: Die neue Netflix-Dokumentation «Michael Jackson: Das Urteil», die jetzt veröffentlicht wurde, beleuchtet in drei Episoden das Gerichtsverfahren rund um den Missbrauchsskandal von 2005.
Die Doku bietet einen Überblick über die damaligen Ereignisse und lässt Zeitzeug*innen aus beiden Lagern zu Wort kommen. Archivmaterial wird mit neuen Interviews ergänzt, darunter Aussagen von Personen, die damals im Gerichtssaal anwesend waren und den Prozess hautnah miterlebten.
Auch nach rund zweieinhalb Stunden bleiben jedoch Fragen offen. Die Dokumentation ermöglicht es den Zuschauer*innen aber, sich selbst ein Bild von den Geschehnissen zu machen. Fünf Details aus der Doku-Serie hallen dabei besonders nach.
Martin Bashir, der britische Journalist, der mit seiner Dokumentation «Living with Michael Jackson» im Jahr 2003 für Aufsehen sorgte, kommt ebenfalls zu Wort.
Bashirs Doku brachte den Stein ins Rollen. Darin gab Jackson offen zu, sein Bett mit Kindern zu teilen.
«Das ist doch das Liebevollste, was man überhaupt tun kann», sagt der Musiker direkt in die Kamera. Und weiter: «Warum soll man nicht das Bett teilen?»
Bashir sagt dass ihm damals die Kinnlade runtergefallen sei. «Wir konnten nicht glauben, was wir gerade gehört hatten», so der Journalist in der Netflix-Doku. «Jackson hat vor der Kamera über etwas geredet, was man sich in Bezug auf seine Person immer gefragt hatte.»
Der Strafverteidiger Vincent Amen, der Michael Jackson zwischen 2002 und 2003 vertrat, kommt in der Netflix-Dokumentation ebenfalls zu Wort. Er erklärt, das Mandat übernommen zu haben, weil er von Jacksons Unschuld überzeugt gewesen sei.
Amen sei mit Frank Tyson, dem langjährigen Assistenten des Popstars, befreundet gewesen und dieser habe ihm versichert, dass er unschuldig sei. Als auch die Grundstücke und Häuser von einigen von Jacksons Mitarbeitenden untersucht wurden, hätte Frank Tyson dem Anwalt eine Sporttasche zur Verwahrung übergeben.
«Es war etwas Verdächtiges drin», so Amen. Er habe darum reingeschaut und darin ein Magazin gefunden. Einige Bestellnummern von Videos seien mit Markern eingekreist gewesen. «Darin ging es um nackte Kinder, manchmal mit Familie, manchmal allein», erzählt Amen.
Er habe den Assistenten danach gefragt und dieser habe gesagt, dass es eine Phase gewesen sei von Michael und Frank. Amen weiter: «Das war der Moment, als ich begriff, dass etwas nicht sauber war.»
Als 2003 die Neverland Ranch von der Polizei durchsucht wurde, soll der Megastar mit Teenagern «wilde Partys» gefeiert haben. Michael Jackson tauchte für 24 Stunden unter, stellte sich aber später den Behörden – angeblich freiwillig. Wo er sich versteckt hatte, bleibt jedoch ungeklärt.

Nach der Durchsuchung der Neverland Ranch durch die Polizei versammelten sich zahlreiche Medienvertreter vor dem Anwesen von Michael Jackson. Kurz darauf stellte sich der Popstar den Behörden.
Bild: EPA
Einige wollen Jackson in Las Vegas gesehen haben. Laut einem Informanten der Investigativjournalistin Diane Dimond soll er sich in einer Villa in Los Angeles versteckt haben.
«Er trug einen bunten Kaftan und öffnete die Tür nur einen Spalt breit, damit man ihm Essen reichen konnte. Dann zog er sie sofort wieder zu», erzählt Dimond in der Netflix-Doku.
Opfer oder Monster? Für die Geschworenen beim damaligen Prozess sicherlich keine einfache Frage, die sie beantworten mussten. Als Beweismaterial wurde die Dokumentation «Living with Michael Jackson», im Gerichtssaal in voller Länge gezeigt.

Michael Jackson trifft 2005 vor dem Gerichtsgebäude in Santa Maria, Kalifornien, ein. Zahlreiche Fans versammeln sich während des Missbrauchsprozesses, um den Popstar zu unterstützen.
Bild: Keystone
Die Geschworene Melissa Harard ist überzeugt, dass der Journalist Martin Bashir Michael Jackson damit eine Falle gestellt habe. «Er wollte, dass ein falscher Eindruck entsteht», so Harald. Ihr eigenes Kind würde sie trotzdem niemals im Bett eines Prominenten schlafen lassen.
Nachdem Michael Jackson freigesprochen worden war, soll er gegen Ende des Prozesses an ihr vorbeigegangen sein und ihr leise die Worte «Danke dir» zugeflüstert haben.
Die Anklage baute den Fall auf den Aussagen des damals 15-jährigen Gavin Arvizo und seinem Bruder Star auf. Die Verteidigung versuchte, die Familie der Opfer zu verunglimpfen. Sie seien lediglich auf Geld aus.
Doch bereits vor dem Gerichtsprozess kursierten Berichte, die Michael Jackson pädophiler Tendenzen beschuldigten. Diese früheren Vorwürfe wurden aufgrund mangelnder Beweislage aussergerichtlich beigelegt. Der damals 13-jährige Jordan Chandler erhielt 23 Millionen US-Dollar.
Staatsanwalt Ron Zonen sagt in der Netflix-Doku: «Michael Jackson war klar, wozu die Aussagen des Jungen hätten führen können». Diese 23 Millionen Dollar hätten ihn vor dem Gefängnis bewahrt.
J. Randy Taraborrelli, ein Freund und der Biograf des Superstars, erzählt in der Doku, dass er Jackson damals geraten habe: «Das muss es gewesen sein, Mike». Er dürfe sich nie wieder mit Kindern sehen lassen.
Es bleiben auch nach dieser Doku noch viele Fragen über das Leben von Jackson offen.
Skandalfrei ist hingegen der Film über Michael Jackson, welcher im April 2026 erschien. Das langerwartete Biopic «Michael» beleuchtet Michaels Kindheit und endet kurz vor den Missbrauchsvorwürfen: