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Moderatorin Andrea Kiewel bezeichnet im «ZDF-Fernsehgarten» eine japanische Pokémon-Karte fälschlicherweise als chinesisch.
Screenshot ZDF
Die «ZDF-Fernsehgarten»-Moderatorin bezeichnet eine japanische Pokémon-Karte fälschlicherweise als chinesisch – und imitiert die Schriftzeichen mit einer rassistisch konnotierten Lautfolge. Im Netz werfen ihr viele User*innen Rassismus vor.
Der «ZDF-Fernsehgarten» am Sonntag sollte zu einer nostalgischen TV-Show werden. Unter dem Motto «90er Dance Party» drehte sich in der Sendung alles um Hits, Trends und Erinnerungen aus den Neunzigern. Auch Pokémon-Karten durften dabei nicht fehlen.
Moderatorin Andrea Kiewel sprach mit zwei Sammlerinnen, die unter anderem ein besonderes Pikachu-Set mitgebracht hatten. Darin war die berühmte gelbe Pokémon-Figur auf Karten in neun verschiedenen Sprachen zu sehen.
Zunächst lief alles harmlos ab. Die Karten wurden nacheinander vorgestellt, dazu wurde jeweils das Wort «Hallo» in der entsprechenden Sprache vorgelesen. Französisch, Englisch, Italienisch und Spanisch gingen noch problemlos über die Bühne.
Dann aber kam es zu einer Szene, die im Netz für heftige Kritik sorgt. Kiewel zeigte auf eine japanische Karte, bezeichnete sie jedoch als «die chinesische» – und tat anschliessend lachend so, als lese sie die Schriftzeichen vor.
Dabei äusserte die Moderatorin eine rassistisch konnotierte Lautfolge, die seit Jahrzehnten zur Verhöhnung asiatischer Sprachen verwendet wird.
In den sozialen Medien wurde diese Situation bereits kurz nach der Sendung aufgegriffen und Andrea Kiewel scharf kritisiert.
Für viele war die Szene kein harmloser Versprecher, sondern ein Beispiel dafür, wie selbstverständlich rassistische Stereotype im Unterhaltungsfernsehen noch immer reproduziert werden.
Besonders deutlich äusserte sich der Influencer und Streamer mr.fujicards auf TikTok. Dass Kiewel japanische Schriftzeichen zunächst als chinesisch bezeichnete, sei bereits problematisch.
Noch schwerer wiege aber, dass sie danach mit einer abwertenden Fantasiesprache reagiert habe. «In welchem Jahrhundert leben wir?», fragt er fassungslos.
Für ihn ist klar: Die Szene sei «kein harmloser Witz», sondern ein «absolutes No-Go» – erst recht in einer öffentlich-rechtlichen Live-Sendung. Solche Sprüche seien für viele asiatisch gelesene Menschen Alltag und würden dazu beitragen, ihre Sprachen, Kulturen und Identitäten lächerlich zu machen.
Kiewel und das ZDF haben sich für die Aussagen mittlerweile entschuldigt. «Die spontan getätigte Äusserung war der Live-Situation geschuldet und keinesfalls rassistisch gemeint», teilte das ZDF gegenüber der Nachrichtenagentur dpa mit. «Andrea Kiewel bedauert ihre Worte und entschuldigt sich dafür.» Das ZDF stelle sich explizit gegen jede Form von Rassismus, heisst es weiter.