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Jetzt melden«Die Küchen sind sehr männerlastig und aggressiv und oft auch mit Drogen überschwemmt»: Starkoch Jamie Oliver im Interview mit der englischen Zeitung «Evening Standard».
Bild: Axel Heimken/dpa
Der englische Starkoch Jamie Oliver erzählt in einem Interview über den Konsum von Drogen in Nobelrestaurants. Auslöser dafür sei der hohe Druck am Arbeitsplatz. Ihm selber wurde bereits mit 18 Kokain angeboten.
Jamie Oliver ist einer der berühmtesten TV-Köche der Welt. Der Brite hat nicht nur eigene TV-Shows, sondern schrieb auch schon unzählige Koch-Bücher.
In seinem neusten Interview geht es nun aber weniger um Lebensmittel und die Zubereitung von diesen. Oliver musste in den vergangenen Jahren mit Entsetzen feststellen, dass in vielen Restaurant-Küchen nicht nur gekocht wird.
«Die Küchen sind sehr männerlastig und aggressiv und oft auch mit Drogen überschwemmt,» sagt der 47-Jährige im Interview mit der englischen Zeitung «Evening Standard».
Grund für den Drogenkonsum sei der hohe Druck und der ständige Stress, der in Sterne-Küchen herrsche. «Es ist ziemlich beängstigend», so Oliver. Er kenne diese Küchen, habe in ihnen in London und im Ausland gearbeitet.
Der Starkoch glaubt, dass es in den Küchen ein Gleichgewicht der Geschlechter geben sollte: «Das schöne 50/50-Gleichgewicht ist der Heilige Gral. Wenn es 100 Prozent Männer sind, bricht die Hölle los.»
Jamie Oliver ist nicht der erste Küchenchef, der das Drogenproblem in der Gastronomie anspricht. Der vor fünf Jahren verstorbene Koch und Autor Anthony Bourdain brachte im Jahr 2000 das Buch «Kitchen Confidential» auf den Markt, welches unter anderem davon handelt.
Bourdain trank, rauchte Kette, nahm Drogen: Aufputschmittel zum Durcharbeiten, später auch Heroin oder auch Pilze, die die Köche in Honig tauchen.
Jamie Oliver kam bereits zu Beginn seiner Karriere als Koch mit Kokain in Berührung.
Die Droge sei in englischen Restaurant-Küchen verbreitet, klagte er schon 2006 in der Boulevardzeitung «Sun». «Als ich 18 war, hat man mich auf das Klo geschubst, wo Kokain auf mich wartete», sagte der damals 30-Jährige.
«Man hat mir gesagt, dass das die Nachtschicht erleichtern würde. Aber ich habe es glücklicherweise die Toilette hinuntergespült.»