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Komiker Alain Frei: «Je näher die Schweiz kommt, desto schöner wird Deutschland»
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Bötschi fragt Komiker Alain Frei

«Je näher die Schweiz kommt, desto schöner wird Deutschland»

00:57

Alain Frei, Komiker: «Ich liebe Staubsaugen!»

Im «Bötschi fragt» spricht Komiker Alain Frei unter anderem über sein Hobby Staubsaugen – und kommt dabei völlig ins Schwärmen über die Interviewtechnik von blue News‑Redaktor Bruno Bötschi ...

Er füllt Hallen in Deutschland und begeistert mit frechem Witz: Demnächst kommt der Solothurner Komiker Alain Frei für drei Auftritte in die Schweiz. Hier erzählt er, wie er trotz Panikattacken erfolgreich ist.

Bruno Bötschi

Bruno Bötschi

21.03.2026, 23:32•10.04.2026, 20:18

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  • Alain Frei hat ein grosses Ziel: Mit Humor das Leben erträglicher zu machen.
  • Der 42-jährige Solothurner Komiker lebt seit 22 Jahren in Deutschland – mehr als die Hälfte seines Lebens. Mit seinem sechsten Soloprogramm «Alles neu» kommt er im Mai für drei Auftritte in die Schweiz.
  • Im «Bötschi fragt» spricht Alain Frei über seine Familie, erzählt, warum er nach Deutschland ausgewandert ist, und erklärt, wie er einen Weg gefunden hat, mit seinen Panikattacken umzugehen.
  • «Obwohl ich eine wunderbare Kindheit hatte und liebevolle Eltern, fühlte ich mich in jungen Jahren immer wieder fehl am Platz. Ich brauchte Zeit, um meinen Weg zu finden», sagt Frei.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Alain Frei, ich stelle Ihnen in den nächsten 45 Minuten möglichst viele Fragen. Und Sie antworten bitte möglichst kurz und schnell. Wenn Ihnen eine Frage nicht passt, können Sie auch einmal «Weiter» sagen.

Ich bin parat.

Flumenthal SO oder Köln?

Köln. Ich lebe seit über 20 Jahren in Deutschland. Man könnte sagen: Ich bin eingedeutscht.

Hochdeutsch oder Schweizerdeutsch?

Hochdeutsch.

Caroline Kebekus oder Hazel Brugger?

Da antworte ich patriotisch: Hazel Brugger.

Angenommen, Veronica Fusaro gewinnt den diesjährigen Eurovision Song Contest für die Schweiz – würden Sie 2027 dann das Finale zusammen mit Luca Hänni und Sven Epiney moderieren wollen?

Natürlich würde ich das tun – für die Schweiz bin ich immer da.

Fernsehen schauen lieber mit oder ohne Schuhe?

Ohne.

Welches Lied haben Sie sich zuletzt angehört?

Das war ein Song von Ed Sheeran – aber ich habe leider vergessen, welcher es war.

Wann kam die Sprache in Ihr Leben?

Als ich acht Jahre alt war, fing ich an, mich für Bücher zu interessieren. Mein Vater schenkte mir damals einen «Winnetou»-Band – mit der Geschichte des Apachen-Häuptlings konnte ich allerdings nicht viel anfangen. Sie war mir zu brutal.

Bild: blue News

Zum Autor: Bruno Bötschi

blue News-Redaktor Bruno Bötschi spricht für das Frage-Antwort-Spiel «Bötschi fragt» regelmässig mit bekannten Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland. Er stellt ihnen ganz viele Fragen – immer direkt, oft lustig und manchmal auch tiefsinnig. Dabei bleibt bis zur allerletzten Frage immer offen, wo das rasante Pingpong hinführt.

Waren Sie von klein auf ein Wortakrobat?

Nicht wirklich. Ich nuschele und bin oft etwas fahrig. Gedankenschnell war ich aber schon immer – manche Mitmenschen würden wohl vorwitzig sagen.

Haben Sie Lieblingswörter?

Nichtsdestotrotz – ich finde, dieses Wort beschreibt die Deutschen ziemlich gut.

Warum wollte Ihr Vater, dass Sie zuerst einen «anständigen Job» erlernen, bevor Sie ins Showbusiness gehen?

Die meisten Eltern wollen wohl einfach einen Notfallplan: Erst soll das Kind etwas Vernünftiges lernen, dann die Welt entdecken – und geht etwas schief, gibt es immer noch den Rückflug nach Hause.

Sie machten eine Lehre als Plattenleger im väterlichen Betrieb.

In jungen Jahren war ich ein Hallodri. Kein Wunder also, dass meinem Vater eine Ausbildung für mich so wichtig war – und dass er hoffte, ich würde eines Tages seine Firma übernehmen.

Ist Ihr Vater Ihnen heute noch böse, weil Sie den Familienbetrieb nicht übernommen haben?

Überhaupt nicht – jetzt, wo er merkt, dass meine Karriere als Komiker immer besser läuft, kann er endlich wieder ruhig schlafen (lacht).

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Was haben Sie, ausser dem Verlegen von Platten, während der Ausbildung noch gelernt?

Zum ersten Mal spürte ich, wie hart das Arbeitsleben sein kann: früh aufstehen, ab auf den Bau – aber das tat mir richtig gut. Und wenn es einmal richtig zur Sache ging, machte mir das nichts aus. Ein Weichei war ich nie, auch wenn schnell klar wurde, dass ich nicht mein ganzes Leben lang als Plattenleger arbeiten möchte.

Warum sind Sie im Alter von 20 Jahren nach Deutschland ausgewandert?

Ich wollte die Welt entdecken, in einer Grossstadt leben und mir den Traum von der Schauspielerei erfüllen.

Wirklich wahr, dass niemand in Ihrer Familie wusste, dass Sie in Hamburg die Schauspielschule besuchen würden – und wenn ja, warum?

Ich war schon als Kind ein Eigenbrötler und habe oft einfach gemacht, was mir gerade einfiel. Klar, meine Familie wusste, dass ich Schauspieler werden wollte – aber, dass ich dafür nach Hamburg an die Schauspielschule gehe, habe ich ihnen nicht verraten. Weder meinen Eltern noch meinem älteren Bruder. Erst nachdem ich von der Schule angenommen worden war, erzählte ich ihnen davon.

«Gedankenschnell war ich aber schon immer – manche Mitmenschen würden wohl vorwitzig sagen»: Alain Frei.

«Gedankenschnell war ich aber schon immer – manche Mitmenschen würden wohl vorwitzig sagen»: Alain Frei.

Bild: Mike Wahrlich

Wo ist Deutschland am allerschönsten?

Wenn es nur ums Optische geht, gefällt mir der Süden am besten – oder anders gesagt: Je näher die Schweiz kommt, desto schöner wird Deutschland (lacht).

Das Schweizer Bankgeheimnis ist gefallen, die Swissair längst weg und die UBS noch immer nicht über den Berg. Wird sich die Schweiz irgendwann neu erfinden können?

Wenn man sich die aktuelle Lage in der Welt anschaut, macht die Schweiz eigentlich immer noch einen guten Job. Wenn ich in mein Heimatland reise, fühlt es sich nach wie vor wie eine heile Welt an. Natürlich weiss ich auch, dass in der Schweiz nicht alles perfekt ist.

Sind die Deutschen lustiger als die Schweizer?

Nein.

Warum ist Alain Frei lustig?

Ich glaube, Humor entsteht oft aus Schmerz – zum Beispiel aus den Traumata der Kindheit. Obwohl ich eine wunderbare Kindheit hatte und liebevolle Eltern, fühlte ich mich in jungen Jahren immer wieder fehl am Platz. Ich brauchte Zeit, um meinen Weg zu finden.

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Kennen Sie Schreibblockaden?

Natürlich passiert es auch mir manchmal, dass ich keine guten Ideen habe. Hin und wieder muss man das einfach akzeptieren und am nächsten Tag weitermachen. Es gibt aber auch Tage, an denen ich am Pult sitzenbleibe und es immer wieder versuche, bis aus einem Thema eine lustige Story wird. In den kommenden Monaten werde ich wahrscheinlich noch öfter solche Tage erleben.

Wieso das?

Bis Anfang Juni bin ich noch mit meinem Programm «Alles Neu» auf Tournee. Im Dezember geht es bereits mit dem neuen Bühnenprogramm «Jetzt!» weiter. Dieses Jahr werde ich also ganz oft am Pult sitzen, schreiben, umschreiben und überarbeiten – und hin und wieder abends schnell mit dem Auto nach Düsseldorf fahren, um dort während eines sogenannten Open-Mic-Abends Ausschnitte aus meinem neuen Programm erstmals vor Publikum zu testen.

Welche überraschende Wahrheit hat eine Kritikerin oder ein Kritiker schon über Sie geschrieben?

Ich glaube, so etwas hat bisher noch niemand geschafft. Es gibt aber eine andere lustige Geschichte, die ich Ihnen zum Thema «Kritik» erzählen könnte.

Nur zu.

Während meinem allerersten Auftritt im Stand-up-Comedy-Format «Nightwash» in Köln erzählte ich, dass meine Grossmutter meine Witze nie lustig fand. Danach schrieb ein Kritiker trocken: «Die Oma hatte recht.»

«Obwohl ich eine wunderbare Kindheit hatte und liebevolle Eltern, fühlte ich mich in jungen Jahren immer wieder fehl am Platz»: Alain Frei.

«Obwohl ich eine wunderbare Kindheit hatte und liebevolle Eltern, fühlte ich mich in jungen Jahren immer wieder fehl am Platz»: Alain Frei.

Bild: IMAGO/Andreas Weihs

Wieso haben Sie den Familiennamen Ihrer Mutter als Künstlername übernommen?

Während meiner Zeit an der Schauspielschule in Hamburg wurde mir immer wieder gesagt, dass mein Familienname Rüetschli für Deutsche kaum auszusprechen sei. Und wenn ich beim Arzt einen Termin vereinbaren wollte, musste ich meinen Namen mehrfach buchstabieren. Deshalb entschied ich, mich Alain Frei zu nennen – der Name hat einfach einen schönen Klang. Heute glaube ich: Als Comedian wäre es wohl völlig egal, wenn ich der Rüetschli geblieben wäre. Vielleicht hätten die Leute sogar noch lustiger gefunden.

War Ihr Aussehen für Ihre Karriere als Komiker hinderlich oder förderlich?

Anfangs war mein Äusseres eher ein Nachteil – oft hiess es, ich sei ein Schönling, der nicht lustig sein könne. Das fand ich gemein.

Ist es einfach, auf einer Bühne vor mehreren Hundert Leuten ein glücklicher Mensch zu sein?

Im Moment fällt mir das leicht.

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2018 sagten Sie in der «Solothurner Zeitung»: «Auf der Bühne zu stehen und aus seinem Leben zu erzählen, das ist ein bisschen wie eine Therapie.» Ist dem noch so?

Es geht mir gut, und ich bin glücklich, dass das Thema heute nicht mehr die Ausmasse hat, die es einst hatte. Trotzdem habe ich kein Problem, darüber zu sprechen – auch weil es mir inzwischen sehr viel besser geht. Meine letzte Panikattacke liegt jetzt schon länger zurück.

Sind Sie wegen Ihrer Panikattacken in Therapie?

Ja. Wenn wir Menschen ein körperliches Problem haben, gehen wir schliesslich auch zum Arzt. Warum also nicht bei einem seelischen Problem einen Psychologen aufsuchen? Ich finde, es würde noch manchen Menschen guttun, eine Therapie zu machen und sich intensiver mit seinem Inneren zu beschäftigen.

Hatten Sie je Todesangst?

Meine erste Panikattacke hatte ich, als ich abends daheim auf dem Sofa lag. Plötzlich wusste ich nicht, wie mir geschieht: Ich fing an zu schwitzen und spürte ein Gefühl von Angst in mir, ohne zu verstehen, woher es kam. Statt meine Eltern anzurufen – ich war damals Single – versuchte ich stundenlang, die Sache allein zu bewältigen. Erst in den frühen Morgenstunden rief ich sie schliesslich an.

Wann hat Ihnen das Leben zum letzten Mal Dreck ins Gesicht geworfen?

Die Frage ist: Was bezeichne ich als Dreck? Rege ich mich über Kleinigkeiten auf, sage ich mir immer: Solange es meiner Familie gut geht und ich gesund bin, sollte ich mit dem Leben zufrieden sein. Ja, mir geht es gut – ich darf Komiker sein und ich darf mit Ihnen, lieber Herr Bötschi, ein Interview machen … (lacht)

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Ich nehme an, Letzteres wird eines Ihrer schönsten Erlebnisse überhaupt sein, zumindest in diesem Jahr. Was war das bisher Verrückteste, das Sie je auf einer Bühne gemacht haben?

Ein Mann namens Patrick Dougles sass vor einigen Monaten versehentlich in meiner Show – eigentlich wollte er an diesem Abend ein Konzert der Red Hot Chilli Pipers, einer schottischen Dudelsackband, besuchen. Irgendwann machte er auf sich aufmerksam, und ich holte ihn auf die Bühne – wir hatten riesigen Spass. Ein halbes Jahr später lud ich ihn erneut in meine Show ein, diesmal trug ich ebenfalls einen Schottenrock. Patrick kam wieder auf die Bühne, spielte Dudelsack, und wir führten gemeinsam einen speziellen Tanz auf – seitdem bin ich Mitglied des schottischen Clans MacGregor.

Schotten tragen unter ihren Röcken keine Unterhose. Sie auch?

Ich muss Sie enttäuschen, ich hatte Unterhosen an.

Kürzlich sass in Berlin bei Ihnen eine Frau im Publikum, die sich zuvor mit ihrem Freund gestritten hatte. Sie versuchten während der Show, diesen Mann anzurufen – doch er legte sofort wieder auf.

Normalerweise kann ich mein Publikum gut lesen, weil ich sehr empathisch bin. Aber das war ein besonders schwieriger Moment, denn ich will niemanden während meiner Show vorführen. Gleichzeitig spürte ich, dass die Frau mir signalisiert hat, dass es für sie in Ordnung sei. Nach der Show schrieb sie mir dann, dass alles gut gewesen sei.

Wissen Sie, ob das Paar heute noch zusammen ist?

Ja. Der Mann hat mir nach der Show ebenfalls geschrieben und gesagt, dass er sich bereits auf das Video freut. Und wissen Sie was? Die beiden kommen demnächst zusammen zu einer meiner Shows – ich habe sie eingeladen.

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Was antworten Sie Menschen, die behaupten, Humor dürfe heute immer weniger?

Das ist Quatsch. Ich behaupte: Ich kann über alles Witze machen – aber der Kontext entscheidet, ob sie gut oder schlecht ankommen.

Welcher Moment in Ihrem Leben hat Ihnen gezeigt, dass Humor Macht hat – über Menschen, Situationen oder sogar über Sie selbst?

Das passiert mir immer wieder. Auf der Bühne spreche ich manchmal politisch oder gesellschaftlich heikle Themen an. Mit Humor erreicht man die Menschen oft am besten – wenn sie lachen, öffnen sie sich. Deshalb habe ich das Gefühl, dass man mit Humor weiterkommt, während reine Fakten oft nicht ausreichen. Humor kann Türen öffnen.

Wie viel von Ihrem Humor auf der Bühne ist erlerntes Handwerk und wie viel spontan?

70 Prozent ist Handwerk, also erlernt, und 30 Prozent ist Talent.

Wo ziehen Sie persönlich die Grenze zwischen öffentlichen und nicht öffentlichen Witzen?

Einer meiner besten Freunde ist der deutsche Komiker Philipp Leinenbach. Philipp steht auf Männer. Mit den Jahren hat es sich so eingebürgert, dass ich, wenn wir zusammen unterwegs sind, gerne politisch unkorrekte Witze mache. Philipp mag das eigentlich nicht – lacht aber trotzdem. Es ist so etwas wie unser Running Gag. Solche Witze würde ich auf der Bühne allerdings niemals bringen, weil sie politisch einfach nicht korrekt wären.

Und wie ärgert Sie Philipp Leinenbach?

Er hat eine Bühnennummer, in der er sagt, dass er mich überhaupt nicht heiss findet. Das ist hart – ich finde, als guter Freund sollte er wenigstens so tun, als ob er mich heiss finden würde (lacht).

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Bötschi fragt

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Was machen Sie für Ihre eigene gute Laune?

Ich bin gerne in der Natur unterwegs und betreibe Kampfsport.

Welchen?

Mixed Martial Arts – das ist eine Vollkontakt-Kampfsportart.

Ist das nicht diese Kampfsport, in der auch noch geschlagen werden darf, wenn der Gegner längst auf dem Boden liegt?

Das stimmt – aber keine Angst, ich betreibe den Sport nur hobbymässig.

Wievielmal wurde Ihnen schon die Nase gebrochen?

Meine Nase habe ich als Kind einmal gebrochen – beim MMA jedoch noch nie. Dafür wurden schon diverse andere Knochen in Mitleidenschaft gezogen.

«Anfangs war mein Äusseres eher ein Nachteil – oft hiess es, ich sei ein Schönling, der nicht lustig sein könne. Das fand ich gemein»: Alain Frei.

«Anfangs war mein Äusseres eher ein Nachteil – oft hiess es, ich sei ein Schönling, der nicht lustig sein könne. Das fand ich gemein»: Alain Frei.

Bild: IMAGO/Andreas Weihs

Wären Sie gerne mit sich selbst verheiratet?

Es gäbe Schlimmeres. Ich bin ein sehr pflegeleichter Mensch.

Wie hat sich Ihre Sicht auf den Humor verändert, als Sie Vater geworden sind?

Mir ist es eminent wichtig, dass es meinen beiden Kindern gut geht – und ja, das hat meinen Humor definitiv verändert.

Geht es etwas konkreter bitte?

Ähm… Herr Bötschi, der Druck, den Sie mir mit Ihren Fragen machen, ist schon ziemlich hoch. Seit ich Vater bin, geht es in meinen Bühnenprogrammen mehr um den Sinn des Lebens, der Humor ist tiefgründiger geworden.

Hazel Brugger spricht in ihren Shows und in ihren Podcasts ziemlich viel über ihre beiden Kinder. Was halten Sie davon?

Hazel soll es halten, wie sie will.

Sie dagegen halten Ihre Kinder und auch Ihre Frau aus der Öffentlichkeit heraus. Warum?

Auf der Bühne mache ich tatsächlich nur wenige Witze über meine Familie – und wenn, komme ich darin meist schlecht weg. Tatsache ist: Ich bin Vater, und deshalb fände ich es seltsam, wenn das nie ein Thema wäre. Aber zwei Stunden lang über Windelwechseln zu reden, möchte ich trotzdem nicht.

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Hazel Brugger

Warum spricht die «böseste Frau der Schweiz» ständig über ihre Kinder?

Wer hingegen immer wieder Thema bei Ihnen ist, sind ihre beiden Neffen. Wie kommt’s?

Ich weiss gar nicht mehr, wann das angefangen hat. Aber meine beiden Neffen – sie sind 13 und 14 Jahre alt – sind immer stolz, wenn ich sie auf der Bühne erwähne. Es ist sogar schon vorgekommen, dass sie sagten, ich solle sie endlich wieder einmal erwähnen. Keine Sorge: Wenn sie es irgendwann nicht mehr lustig finden, werde ich keine Witze mehr über sie machen.

Wenn Sie zu Hause eine Geschichte erzählen, merken Sie dann manchmal, wie Sie automatisch in eine Comedy-Nummer hineingleiten?

Ich bin generell ein witziger Mensch – besonders in einer Umgebung, in der ich mich total wohlfühle.

Ihre beiden Kinder sagen also nie «Papa, hör auf, du stehst nicht auf der Bühne»?

Dafür sind sie noch zu klein (lacht).

Wer ist bei Ihnen daheim zuständig für die Haushaltsgeräte oder sonstige Gadgets?

Meine Frau – weil sie darin viel besser ist.

Verraten Sie mir, wie in Ihrer Familie die Hausarbeiten aufgeteilt sind?

Ich muss ehrlich sagen: Auch da ist meine Frau viel engagierter und macht deutlich mehr – was aber auch daran liegt, dass ich oft unterwegs bin, also auf Tournee. Was ich ohne Witz sensationell gut kann, ist Staubsaugen.

«Ich behaupte: Ich kann über alles Witze machen – aber der Kontext entscheidet, ob sie gut oder schlecht ankommen»: Alain Frei.

«Ich behaupte: Ich kann über alles Witze machen – aber der Kontext entscheidet, ob sie gut oder schlecht ankommen»: Alain Frei.

Bild: IMAGO/Andreas Weihs

Wir kommen langsam zum Schluss und damit zum Self-Rating-Test: Sie benoten Ihr eigenes Talent von null Punkten, kein Talent, bis zehn Punkte, maximales Talent: Bergsteiger?

Einen Punkt. Ich leide an Höhenangst.

Gärtner?

Fünf Punkte – die Hälfte der Pflanzen, die ich bisher in meinem Leben gepflegt habe, haben überlebt.

Und ab und zu bringen Sie Ihrer Frau einen Blumenstrauss mit nach Hause?

Stimmt – und das sollte man nicht unterschätzen. Dafür braucht es aber kein Talent, sondern einfach einen guten Charakter.

Astronaut?

Einen Punkt – ich will weder zum Mond noch zum Mars fliegen.

In Kontaktanzeigen wird oft ein humorvoller Mann gesucht, aber kaum je eine humorvolle Frau. Ihre Erklärung dafür?

Für mich ist Humor in einer Beziehung unglaublich wichtig – es ist fast das A und O. Vielleicht denken manche Frauen: Wenn ein Mann humorvoll ist, ist er wenigstens sympathisch. Aber um eine wirklich gute Antwort zu geben, müsste ich noch etwas länger in mich gehen.


Komiker Alain Frei tritt Ende Mai 2026 in Basel, Bern und Dübendorf auf. Tickets gibt es unter diesem Link.


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