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Jetzt meldenIn «Tuner» schliddert ein hörsensibler Klavierstimmer aus finanzieller Not in kriminelle Gefilde. blue News sprach mit den jungen Hauptdarstellern über die emotionalen Herausforderungen ihrer Rollen und die Zusammenarbeit mit Schauspiellegende Dustin Hoffman.
Niki (Leo Woodall) leidet an Hyperakusis, einer Überempfindlichkeit gegen Schall. Normale Alltagsgeräusche sind für ihn störend, laute Geräusche sogar extrem schmerzhaft.
In seinem Beruf jedoch profitiert der junge Mann von seiner Krankheit. Niki ist Klavierstimmer und zieht mit seinem Mentor Harry (Dustin Hoffman) von Haus zu Haus. Doch Geld verdienen lässt sich als Klavierstimmer nur schwer.
Und so kommt es, dass Niki durch einen verrückten Vorfall einer kriminellen Bande begegnet, die das Potenzial seines einzigartigen Talents sofort erkennt.
So wird aus dem Klavierstimmer nebenberuflich ein Gauner, der dank des erbeuteten Diebesguts plötzlich einen auf Robin Hood macht. Er stiehlt von den Reichen und gibt das Geld insbesondere für seine (weniger reichen) Freunde aus.
«Tuner» (dt. «The Piano Tuner») ist das bemerkenswerte Spielfilm-Debüt des kanadischen Regisseurs Daniel Roher, der 2023 für seinen fesselnden Dokumentarfilm «Nawalny» einen Oscar einheimste.
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Es ist ein Debüt, das aufhorchen lässt. Eine aufregend erzählte Geschichte voller Emotionen. Tuner ist lustig, spannend, aufregend, feinfühlig, tiefgründig, romantisch und wirkt dabei immer authentisch, auch wenn die Geschichte ziemlich fantasievoll daherkommt.
Rohers feine Drehbuch- und Regiearbeit spiegelt sich auch in den schauspielerischen Leistungen: In einer vielschichtigen Hauptrolle beweist Leo Woodall, dass er viel mehr als «der eine Schönling aus ‹The White Lotus›» ist: nämlich ein hochtalentierter, ausdrucksstarker Charakterdarsteller.
Auch Newcomerin Havana Rose Liu als sensible Kompositionsstudentin Ruthie, die von der grossen Bühne träumt, überzeugt. Genauso wie die Altmeister Dustin Hoffman als kauziger, liebenswerter Harry in einer seiner besten Rollen der letzten Jahre und Jean Reno als elitärer Star-Pianist Caspar.
Dazu ist «Tuner» brillant inszeniert. Wie es Roher schafft, die Hypersensibilität von Niki audiovisuell darzustellen, ist mitreissend. Der Ton springt von dumpf zu grell. Die Bilder verschwimmen und verzerren – man leidet richtig mit dem jungen Klavierstimmer mit – auch auf emotionaler Ebene.
«Tuner» bietet beste Unterhaltung, dürfte mit seiner genreübergreifenden Thematik viele Leute ansprechen und wirkt in allen Belangen frisch und stylish.
«Tuner» läuft ab 21. Mai bei blue Cinema.