Fehler gefunden?
Jetzt meldenDer britische Ex-Prinz Andrew wurde am 19. Februar 2026 66 Jahre alt. Die Polizei verhaftete ihn an seinem Geburtstag. Der Vorwurf: «Fehlverhalten im öffentlichen Amt». (Archivbild)
Bild: Keystone/EPA/Neil Hall
Andrew Mountbatten-Windsor ist am frühen Donnerstagmorgen, 19. Februar 2026, auf dem Anwesen Sandringham festgenommen worden, wo er seit rund einem halben Jahr lebt – ausgerechnet an seinem 66. Geburtstag.
Noch am selben Tag ist der Ex-Royal unter Auflagen wieder freigelassen worden. König Charles und der Buckingham-Palast sollen im Vorfeld nicht informiert gewesen sein.
Neu veröffentlichte Datensätze aus den Epstein Files legen nahe, dass Andrew während seiner Zeit als britischer Handelsbeauftragter interne Berichte an Epstein weitergegeben haben soll – darunter Unterlagen zu offiziellen Besuchen in Hongkong, Vietnam und Singapur.
Prinz Andrew war von 2001 bis Juli 2011 britischer Special Representative for International Trade and Investment, also Sonderbeauftragter für internationalen Handel und Investitionen. Er legte das Amt im Sommer 2011 nieder – nach zunehmender Kritik wegen seiner Kontakte, unter anderem zu Jeffrey Epstein.
«Fehlverhalten im öffentlichen Amt» gilt als juristisch komplexer Straftatbestand. Im Kern geht es um den Vorwurf, dass jemand in einer Funktion für die britische Öffentlichkeit bewusst schweres Fehlverhalten begangen hat.
Ermittler müssen dabei vier Punkte prüfen: War die Person als Amtsträger tätig und handelte es sich um eine Amtshandlung? Hat sie ihre Pflichten vorsätzlich verletzt oder sich bewusst falsch verhalten? Stellt das Verhalten einen Missbrauch des öffentlichen Vertrauens dar? Und schliesslich: Gab es eine plausible Rechtfertigung?
Erst wenn diese Fragen geklärt sind, entscheiden Staatsanwaltschaft und Polizei über eine mögliche Anklage.
Mountbatten-Windsor wurde zur Polizeistation im nordenglischen Aylsham gebracht. Dort wurde er mehrere Stunden lang befragt.
Am Abend kam er wieder frei – jedoch «unter laufenden Ermittlungen». Das bedeutet: Eine Anklage gibt es bislang nicht, weitere Befragungen sind aber möglich.
Nun prüfen die zuständigen Behörden, ob genügend Beweise für eine formelle Anklage vorliegen. Eine Entscheidung könnte erst in einigen Wochen fallen.
Neben der Festnahme durchsuchte die Polizei Adressen in Norfolk und Berkshire. In Sandringham, wo Andrew derzeit lebt, wurden die Ermittlungen inzwischen abgeschlossen. Zudem wird die Royal Lodge in Windsor, sein bisheriger Wohnsitz, durchsucht und abgesichert.
Ermittler stellten dabei mögliche Beweismittel wie Computer, Dokumente und weitere Unterlagen sicher.
König Charles hat nach der Festnahme seines Bruders erklärt, «das Gesetz müsse seinen Lauf nehmen».
In der offiziellen Stellungnahme zeigte er sich «zutiefst besorgt» über die Vorwürfe gegen Andrew Mountbatten-Windsor.
Der Fall müsse nun «vollständig, fair und ordnungsgemäss» von den zuständigen Behörden untersucht werden. Die königliche Familie sichere ihre «volle und uneingeschränkte Unterstützung und Zusammenarbeit» zu.
Weitere Kommentare wolle er während des laufenden Verfahrens nicht abgeben. Seine Familie werde ihren Dienst für das Land fortsetzen.
Unterdessen dauern die Durchsuchungen an der Royal Lodge in Windsor den zweiten Tag in Folge an.
Die Polizei machte am Morgen keine weiteren Angaben. Vor Ort war bislang nur wenig Aktivität zu beobachten, einzelne Fahrzeuge verliessen das Gelände in den frühen Morgenstunden, berichtet heute die «bbc».
Nach der Festnahme von Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor stehen auch seine Ex-Frau Sarah Ferguson und die Töchter Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie im Fokus. Ferguson hält sich derzeit aus der Öffentlichkeit zurück, ihr aktueller Aufenthaltsort ist unbekannt, nachdem sie seit Monaten kaum noch öffentlich gesehen wurde und mehrere ihrer Firmen geschlossen hat.
Beatrice und Eugenie haben sich seit der Festnahme ihres Vaters nicht öffentlich geäussert und halten sich weitgehend bedeckt. Insider berichten, dass die Schwestern «erschüttert» und emotional belastet sind von den jüngsten Enthüllungen um die Verbindungen ihrer Eltern zum Epstein-Skandal.
In den veröffentlichten Epstein-Dateien tauchen sowohl Ferguson als auch die beiden Prinzessinnen mehrfach auf, was zusätzlichen Druck auf die Familie ausübt, auch wenn bislang keine Hinweise auf ein juristisches Fehlverhalten der Töchter bekannt sind.
Ex-Prinz Andrew ist am Donnerstag an seinem 66. Geburtstag wegen mutmasslichen Fehlverhaltens im öffentlichen Amt festgenommen und wieder freigelassen worden. Ein Schlag für das britische Königshaus. Wie geht es nun für ihn weiter? Die sieben wichtigsten Punkte im Überblick.