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Nach den ersten zwei Spielen der Schweizerinnen lässt sich sagen: Hauptmoderator Calvin Stettler geht einem Teil des TV-Publikums auf die Nerven.
Bild: SRF/Oscar Alessi
Calvin Stettler als Hauptmoderator und Rachel Rinast als Expertin führen das TV-Publikum an der Heim-EM durch die Spiele der Frauen-Nati. Was mich am SRF-Sportmoderator nervt – eine persönliche Kritik.
Der Job ist schwierig und wenn Calvin Stettler ihn macht, wird die Sache noch ein bisschen komplizierter:
Der 30-jährige Aargauer begleitet während der aktuellen Fussball-EM die Spiele der Schweizer Frauen-Nati als Hauptkommentator beim Schweizer Fernsehen SRF.
Nach einem Einstieg nach Mass mit viel Lob vor drei Jahren als Sportmoderator wurde Stettler rasch zu einem Aushängeschild vom SRF. Für mich schien er sogar der logische Nachfolger von Sascha Ruefer zu sein, dem Kommentator der Männer-Nati.
Nach der ersten EM-Woche muss jetzt aber gesagt sein: Calvin Stettler geht mir auf die Nerven – und vielen anderen TV-Zuschauer*innen auch.
Manch eine*r stört sich an seiner gestelzten Sprache, andere an seinem Negativismus. In der ersten Halbzeit im gestrigen Spiel Schweiz gegen Island liess Stettler kaum ein gutes Haar an den Spielerinnen und kritisierte auch immer wieder die Aufstellung von Nati-Trainerin Pia Sundhage.
75 Minuten lang mühte sich die Frauen-Nati gestern Sonntagabend gegen Island ab. Dem Team gelang weniger als üblich, es liess immer wieder die Ideen vermissen und schien mit dieser Spielweise auch Moderator Stettler anzustecken:
Er wirkte zunehmend zermürbt und oft zu negativ.
Dass Fussballmoderator*innen sich kritisch zu dem auf dem Spielfeld Gezeigten äussern, gehört zu ihrem Job. Aber Stettlers künstliche und oft hochgestochene Sprache sorgt zusätzlich dafür, dass sich aktuell viele Menschen vor der Flimmerkiste nerven über die Art seiner Moderation.
Calvin Stettler kommentiert seit zwei Jahren zusammen mit Rachel Rinast die Nati-Spiele der Frauen – der SRF-Journalist als Hauptkommentator, die 48-fache Schweizer Nationalspielerin als Expertin.
An der WM in Neuseeland 2023 hatte das Duo seine Turnier-Premiere. Ich war damals total begeistert über seine geballte Ladung an Wissen und seine erfrischende und direkte Art.
Bei der aktuellen EM in der Schweiz scheint aber etwas der Lack ab zu sein. Fakt ist: Stettler als Haupt-Kommentator polarisiert.
«Zum Stil des Duos gehören seit Beginn die Witze, zum Beispiel zieht Rinast Stettler gerne auf wegen seines Alters und Stettler experimentiert oft mit Wortspielen», schreibt der «Tages-Anzeiger.» Und weiter: «Manchen gefällt diese Art des Kommentierens, anderen ist es zu viel des Klamauks.»
Während Géraldine Reuteler am gestrigen Sonntagabend im Spiel gegen Island die Antreiberin im Mittelfeld gab, drückte Calvin Stettler stattdessen als Kommentar auf dem Kanal vom Schweizer Fernsehen SRF ständig auf das Bremspedal.
Expertin Rinast sagt im «Tages-Anzeiger»: «Aber wir kriegen es, hoffe ich, auch hin, primär auf der professionellen Schiene zu bleiben. Wir haben uns im letzten Jahr auch weiterentwickelt. Vorher waren wir recht harmonisch. Jetzt diskutieren wir. Oder streiten.»
Nun denn, bei mir und vielen anderen TV-Zuschauer*innen kommen diese Streitereien nicht wirklich gut an. Man darf also gespannt sein, wie sich das Duo Stettler/Rinast im weiteren Verlauf der EM entwickeln wird.
Hoffentlich so wie sich Géraldine Reuteler während dem gestrigen Spiel entwickelt hat: Immer abgeklärter und am Schluss sogar supercool, als sie in der 76. Minute den Ball zum 1:0 für die Schweiz ins Tor schob.