17.06.2017 - 12:00, DPA / wer

Ronaldo: «Es gibt kein Zurück mehr»

 

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Am Sonntag spielt Europameister Portugal beim Confed Cup gegen Mexiko. Doch darüber spricht fast niemand mehr. Im Blickpunkt stehen Superstar Cristiano Ronaldo und die neuesten, möglicherweise spektakulären Entwicklungen in seiner Steueraffäre.



Es wird immer konkreter bei Ronaldo. Wie die spanische Zeitung «Marca» neu berichtet, habe Ronaldo teamintern gesagt, dass er eine Entscheidung getroffen habe: «Ich werde Madrid verlassen, meine Entscheidung ist gefallen. Es gibt kein Zurück mehr.»

Bereits Portugals führende Sportzeitung «A Bola» hat geschrieben, dass der 32 Jahre alte Weltfussballer Reals mächtigem Vereinsboss Florentino Perez bereits mitgeteilt habe, den Champions-League-Sieger zu verlassen. Diese Entscheidung sei «unumkehrbar». Ronaldo fühle sich ungerecht behandelt. Und von Real nicht ausreichend unterstützt.

Doch wo will CR14,7, wie Ronaldo in Anlehnung an die mutmasslich 14,7 Millionen Steuerschuld süffisant genannt wird, denn überhaupt hin, falls er Madrid tatsächlich verlassen sollte?

Zu Paris St. Germain, das ihn als einer der wenigen Clubs tatsächlich bezahlen könnte? Oder zu Manchester United, wo er von 2003 bis 2009 schon einmal spielte? Beides ist denkbar, aber immer noch schwer vorstellbar bei seinem Anspruch, der beste Spieler der Welt zu sein, der mit dem besten Verein der Welt möglichst viele Titel holt. Real gewann in den vergangenen vier Jahren drei Mal die Champions League. Man United und PSG dagegen könnten schon froh sein, wenn sie es dort mal wieder bis ins Halbfinale schaffen würden.

Vielleicht will Ronaldo auch, dass man bei Real um ihn kämpft

Und so berichtete die Real Madrid besonders nahe stehende spanische Zeitung «Marca» am Freitag bereits, dass der Verein dabei sei, Ronaldo «zu beruhigen». Ja, der Superstar sei empört. Und ja, er wolle Madrid Stand jetzt verlassen. Aber Real werde alles dafür tun, um das zu verhindern. Vielleicht ist es genau das, was Ronaldo und sein mächtiger Manager Jorge Mendes erreichen wollen.

Vor dem Confed-Cup-Spiel gegen Mexiko bleibt die Frage: Wie wirkt sich das alles auf Ronaldos Konzentration und seine Leistung aus? Und die wahrscheinlichste Antwort darauf ist immer noch: gar nicht. Denn die Steueraffäre als solche wurde vom Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» und anderen internationalen Medien bereits im Dezember 2016 enthüllt. Trotzdem gewann Ronaldo in den Monaten danach die Champions League, die spanische Meisterschaft und stellte dazu noch einige Rekorde auf: Sein 100. Tor in einem Europapokal-Wettbewerb, Platz eins in der ewigen Torschützenliste von Real Madrid.

Der hohe Stellenwert des Confed Cups

«Ich kann nur sagen, dass er motiviert ist, sich auf das Nationalteam konzentriert und uns ermutigt, das Turnier zu gewinnen», sagte sein Teamkollege André Silva am Freitag.

Nach 46 Saisonspielen für Real tut sich Ronaldo den Confed Cup im Gegensatz zu einigen deutschen Stars überhaupt noch an. Denn dieser Wettbewerb hat in Portugal einen grösseren Stellenwert als anderswo. «Die Menschen in Portugal lieben den Fussball. Ihnen würde jeder weitere Pokal sehr viel bedeuten», sagte Ronaldos langjähriger Teamkollege Ricardo Carvalho. «Wir haben es im vergangenen Jahr zum ersten Mal geschafft, dass unser Name in die wichtigste europäische Trophäe eingraviert wurde. Jetzt ist es wichtig, dass wir unsere Hände vielleicht sogar noch an einen globalen Pokal bekommen.»

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