08.01.2018 - 12:45, DPA / wer

Star-Moderator kritisiert Wenger: «Die heisseste Liebe hat das kälteste Ende»

In der Kritik: Arsenals Trainer Arsène Wenger (links). Hier auf einem älteren Foto mit Star-Moderator und Arsenal-Fan Piers Morgan.
Bild: Twitter

 

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Nach dem krachenden Pokal-Aus des FC Arsenal hagelt es mal wieder Kritik an Trainer Arsène Wenger. Viele Fans verschaffen ihrem Ärger über das blamable 2:4 gegen Zweitligist Nottingham Forest in den sozialen Medien Luft.



Einer der prominentesten war der englische TV-Moderator und Arsenal-Fan Piers Morgan. «Geh einfach, Wenger», twitterte Morgan, der schon seit Jahren die Entlassung des Trainers fordert. «Du hast Arsenal in einen unendlichen Morast der Mittelmässigkeit gezogen und dein einst grosses Vermächtnis zerstört.»

Die peinliche Niederlage markiert einen neuen Tiefpunkt für den Londoner Traditionsclub. Zum ersten Mal in mehr als 21 Jahren unter dem Franzosen Wenger ist Arsenal schon in der dritten Pokalrunde rausgeflogen. «Diese Niederlage tut sehr weh», sagte der Coach, der das Spiel wegen einer Drei-Spiele-Sperre von der Tribüne hatte verfolgen müssen. «Wir waren nirgendwo gut genug – nicht vorn, nicht im Mittelfeld oder hinten – und dafür haben wir bezahlt. Wir haben immer wieder dieselben Fehler gemacht –einmal, zweimal dreimal.»

Wengers Verteidigung: «Wir hatten heute acht oder neun erfahrene Nationalspieler auf dem Platz»

Die britische Tageszeitung «The Guardian» nennt das Aus einen «heftigen Schock und eine schallende Ohrfeige für Wenger», der sich mit seiner Aufstellung verzockt hatte. In Nottingham hatte er auf zahlreiche Stammspieler verzichtet. Die deutschen Weltmeister Mesut Özil und Shkodran Mustafi, der wechselwillige Stürmerstar Alexis Sanchez und Arsenals Topscorer Alexandre Lacazette fehlten neben diversen anderen Profis im Kader. «Das war eine unglaubliche Arroganz von Arsène Wenger», kritisierte Ex-Profi und BBC-Kommentator Chris Sutton. «Man muss doch zumindest ein paar grosse Namen auf der Bank haben.»

«Ich kann verstehen, dass die Aufstellung in Frage gestellt wird», räumte Wenger ein, gab die Kritik aber an seine Mannschaft weiter. «Das wäre eine leichte Entschuldigung, denn wir hatten heute acht oder neun erfahrene Nationalspieler auf dem Platz.» Der Franzose verwies zudem auf den eng getakteten Spielplan und das bevorstehende Derby gegen Chelsea am Mittwoch. Doch ein Erfolg im unbedeutenden Ligapokal wird als Wiedergutmachung nicht annähernd ausreichen.

Moderator Piers Morgan legte später noch einmal nach. Er postete ein altes Foto von sich und Wenger aus erfolgreicheren Arsenal-Zeiten und schrieb dazu einen Spruch des griechischen Philosophen Sokrates: «Die heisseste Liebe hat das kälteste Ende.» Vielen Arsenal-Fans dürfte er damit aus der Seele gesprochen haben.

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