«Mystery Box im Internet bestellt» Abenteuerliche Erklärung: BVB-Star Adeyemi über seinen illegalen Waffenbesitz

Syl Battistuzzi

19.11.2025

Karim Adeyemi flatterte ein Strafbefehl ins Haus.
Karim Adeyemi flatterte ein Strafbefehl ins Haus.
IMAGO/Pro Sports Images

Eine vermeintlich harmlose Online-Bestellung bringt BVB-Star Karim Adeyemi in Erklärungsnot: In einer «Mystery Box» fanden sich verbotene Waffen – mit rechtlichen und sportlichen Konsequenzen.

Syl Battistuzzi

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  • Der deutsche Nationalspieler Karim Adeyemi wurde wegen illegalen Waffenbesitzes zu einer Geldstrafe von 450'000 Euro verurteilt.
  • Er hatte verbotene Gegenstände in einer online bestellten «Mystery Box» erhalten.
  • Der 23-Jährige meldete den Vorfall nicht dem DFB. Trainer Julian Nagelsmann und Sportdirektor Rudi Völler sprechen zwar von einem «dummen Fehler», halten aber weiterhin zu ihm. Auch bei den BVB-Verantwortlichen musste Adeyemi antraben.
  • In einer Stellungnahme zeigt Adeyemi Reue und verspricht Besserung. Als Wiedergutmachung wird er beim BVB Kinder-Trainings leiten.

Kurz vor dem wichtigen WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl gegen einen 23-jährigen Profisportler wegen des Vorwurfs des Besitzes von verbotenen Gegenständen nach dem Waffengesetz beantragt hatte. Der Strafbefehl mit Geldstrafe in Höhe von 450'000 Euro war Ende Oktober rechtskräftig geworden.

Der Täter war schnell ausgemacht: Karim Adeyemi. Bundestrainer Julian Nagelsmann und Sportdirektor Rudi Völler erfuhren nicht vom deutschen Nationalspieler selbst von dem Fall. «Wir wussten das natürlich nicht. Wir haben es am Tag nach dem Spiel in Luxemburg erfahren», sagte Völler. BVB-Geschäftsführer Lars Ricken habe ihn angerufen und das erzählt. «Julian und ich haben uns Karim geschnappt und wollten seine Version hören. Das hat er versucht, uns zu erklären.»

Weiter sagte Völler: «Junge Menschen machen Fehler, in dem Fall war es ein dummer Fehler.» Er erklärte aber auch: «Wir wollen ihn nicht verdammen. Das sind junge Menschen.»

Völler: «Hat wahrscheinlich gehofft, dass es nicht rauskommt»

Dass Adeyemi nicht selbst auf die Verantwortlichen zugegangen sei, erklärte sich Völler so: «Er hat wahrscheinlich gehofft, dass es nicht rauskommt.»

Inzwischen hat sich Adeyemi via Instagram gemeldet: «Ihr habt sicher die Schlagzeilen über mich in den letzten Tagen gesehen. Es fällt mir nicht leicht, darüber zu sprechen: Anfang 2024 habe ich aus Leichtsinn und ohne wirklich darüber nachzudenken, was ich da tat, eine sogenannte ‹Mystery Box› (Überraschungspaket – Anm.d. Red.) im Internet bestellt. Darin befanden sich auch Gegenstände, die waffenrechtlich nicht erlaubt sind», schreibt er.

Adeyemi weiter: «Viele Monate später wurde das Paket zugestellt, und ist durch einen Zufall ungeöffnet bei der Polizei gelandet. Trotzdem war es ein riesiger Fehler.»

«Einer, der mir sehr leid tut, mich viel gekostet hat und den ich zutiefst bereue. Ich weiss, dass ich in der Öffentlichkeit stehe und eine Vorbildfunktion habe. Der bin ich dabei nicht gerecht geworden. Genau deshalb schmerzt es mich umso mehr, dass ich so leichtsinnig gehandelt habe», so der 23-Jährige. Er habe daraus gelernt und wolle solche Fehler in Zukunft vermeiden, so Adeyemi.

«Haben die Angelegenheit natürlich sehr ernst genommen»

Am Mittwoch musste der Offensivspieler vor dem Training noch bei den BVB-Verantwortlichen Lars Ricken und Sebastian Kehl antraben.

«Wir haben die Angelegenheit natürlich sehr ernst genommen und konnten inzwischen mit Karim Adeyemi ausführlich und deutlich über sein Verhalten sprechen. Er bereut seinen Fehler zutiefst. Zu berücksichtigen ist aber auch, dass er eine teure Strafe leisten musste, niemand geschädigt wurde und der Spieler auch weiterhin als nicht vorbestraft gilt», hält Ricken gegenüber Sky Sport fest und ergänzt: «Karim Adeyemi hat uns fest versprochen, einen solchen Fehler nicht erneut zu machen. Wir vertrauen ihm, dass er sich daran hält.»

Als Wiedergutmachung werde er zudem Trainingseinheiten mit Kindern bestreiten. Adeyemi spielt seit 2022 für Dortmund und hat beim BVB noch einen Vertrag bis Sommer 2027. Im DFB-Trikot hat der pfeilschnelle Flügelspieler, der mit der Schweizer Rapperin Loredana liiert ist, bislang elf Einsätze absolviert.