Sandro Wagners erstes Cheftrainer-Engagement in der Bundesliga dauert nur wenige Monate. Nach dem 0:3 in Hoffenheim erfolgt die Trennung. Ein alter Bekannter soll erstmal übernehmen.
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- Die Schweizer Fabian Rieder und Cédric Zesiger erhalten beim kriselnden Bundesligisten FC Augsburg einen neuen Trainer.
- Der Verein und Sandro Wagner entschlossen sich in gegenseitigem Einvernehmen, den bis 2028 gültigen Vertrag aufzulösen. Der 38-Jährige hatte das Amt erst Anfang Juli übernommen.
- Wagner arbeitete erstmals als Cheftrainer eines Profiteams; zuvor war er Assistent von Bundestrainer Julian Nagelsmann gewesen. Zwar gewann er mit Augsburg die ersten beiden Pflichtspiele - darunter das erste Cupspiel -, in der Folge kamen aber bloss noch zwei weitere Siege hinzu. Nach zwölf Meisterschaftsrunden belegt das Team mit zehn Punkten den 14. Rang in der Tabelle. Am Samstag kassierte Augsburg auswärts bei Hoffenheim eine 0:3-Niederlage. D
Der FC Augsburg und Trainer Sandro Wagner haben ihr ambitioniertes Projekt schon nach wenigen Monaten beendet. Laut Medienberichten und Informationen der Deutschen Presse-Agentur erfolgte die Trennung in beiderseitigem Einvernehmen. Am Wochenende hatten die Schwaben mit 0:3 bei Hoffenheim verloren.
Dadurch hatte sich die sportliche Situation in der Bundesliga weiter verschlechtert. Im Nachgang des Spiels wurde dann die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Assistenten von Bundestrainer Julian Nagelsmann beendet. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.
Wagner verzichtete auf WM
Für den 38-jährigen Wagner ist es ein bitterer Schritt des Erstligisten. Es war sein erster Cheftrainer-Job in der deutschen Eliteliga. Dafür hatte er sogar seinen reizvollen DFB-Posten bei der Nationalmannschaft ein Jahr vor der Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA aufgegeben.
In den drei Partien, die in diesem Kalenderjahr noch anstehen, übernimmt laut «Augsburger Allgemeine» ein alter Bekannter auf der Trainerbank: Der frühere Coach Manuel Baum soll demnach das Team in diesen Spielen betreuen.
Wagner war im Sommer mit grossen Ambitionen und grossem Tatendrang beim FCA eingestiegen. «Ich bin ein junger Trainer, der sich gemeinsam mit dem Verein entwickeln möchte. Die Rahmenbedingungen dafür sind in Augsburg hervorragend. Der FCA ist genau wie ich sehr ehrgeizig», sagte er damals. Der Start war verheissungsvoll, aber schnell gab es empfindliche Rückschläge.
Neues Fussball-Level und mehr Aussenwirkung
Der Verein hatte sich nach der vergangenen Saison vorzeitig von Jess Thorup getrennt. Der Däne hatte die Augsburger im 14. Bundesligajahr auf Platz zwölf geführt. Aber die Verantwortlichen um Geschäftsführer Michael Ströll wollten mit Wagner das nächste Fussball-Level erreichen. Mit einer aktiveren und auch attraktiven Spielweise sowie einer besseren Förderung junger Eigengewächse.
Mit dem eloquenten und selbstbewusst auftretenden Wagner sollte zudem ein Imagewechsel vollzogen werden; weg von der «Grauen-Maus»-Erscheinung, hin zu einer grösseren Aussenwirkung. Die wurde mit Wagner auch erreicht, aber nicht im erhofften sportlichen Kontext. In 14 Pflichtspielen gab es vier Siege, ein Remis sowie neun Niederlagen.