Gladbach-Coach Hütter entschuldigt sich nach Debakel

dpa

5.12.2021

Adi Hütter macht derzeit eine harte Zeit durch als Coach von Gladbach.
Bild: Getty

Wenige Wochen nach der 5:0-Pokal-Gala gegen den FC Bayern stecken Borussia Mönchengladbach und ihr Trainer Adi Hütter in der Krise. Eine Woche nach der Derby-Pleite kassiert die desolate Borussia die höchste Heim-Pleite seit 23 Jahren. Für Hütter ohne Konsequenzen.

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5.12.2021

Adi Hütter klatschte tapfer seine Spieler ab, ehe er nach der wohl schlimmsten Woche seiner Trainerkarriere Kopf schüttelnd und mit versteinerter Miene im Stadiongang verschwand. Acht Tage nach dem 1:4-Derby-Debakel beim 1. FC Köln präsentierte sich sein Team Borussia Mönchengladbach beim historischen 0:6 (0:6) gegen den SC Freiburg eine Halbzeit lang kopf- und emotionslos. «In erster Linie gilt es sich zu entschuldigen für unseren Auftritt heute, der auch nicht zu akzeptieren ist», sagte Hütter.

Konsequenzen hat die üble Woche mit zehn Gegentoren vorerst nicht. «Das ist ja geradezu absurd», sagte Sportdirektor Max Eberl, der den Österreicher im Sommer für 7,5 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt als Nachfolger des zu Borussia Dortmund gewechselten Marco Rose geholt hatte. «Es kann doch nicht sein, dass wir nach zwei Spielen solche Fragen beantworten müssen», meinte Eberl weiter.

Mit Profi-Fussball hatte der schlimme Gladbacher Auftritt am Sonntag allerdings wenig zu tun und erinnerte teilweise an das 2:8 im Oktober 1998 gegen Bayer Leverkusen. Vor 23 Jahren hatte es zur Pause aber nur 0:4 gestanden. Sechs Gegentore wie die von Maximilian Eggestein (2. Minute), Kevin Schade (5.), Philipp Lienhardt (13.), Nicolas Höfler (19.), Lucas Höler (25.) und Nico Schlotterbeck (37.) bei der ersten Heim-Niederlage in dieser Saison hatte die Borussia daheim in der ersten Halbzeit in der Bundesliga noch nie kassiert. Am 29. April 1978 hatte es schon einmal 0:6 zur Pause aus Gladbacher Sicht gestanden – seinerzeit auswärts bei Borussia Dortmund.

«Wir haben absolute Scheisse und Katastrophe gespielt»

«Wer letzte Woche gedacht hatte, es geht nicht tiefer, ist heute eines Besseren belehrt worden», sagte Nationalspieler Jonas Hofmannn beim Streaming-Dienst DAZN und kritisierte, dass man «desolat verteidigt» habe. «Nach dem 0:2 stellst du dir die Frage, ob alle noch in der Kabine sind.» Sein Teamkollege Patrick Herrmann fand deftige Worte: «Wir haben absolute Scheisse und Katastrophe gespielt. Das wird eine schlaflose Nacht.» Hütter hatte «das Gefühl, dass wir paralysiert waren».

Aufseiten der Freiburger herrschte hingegen eitel Sonnenschein. «Ich weiss, dass wir eine brutale Leistung gebracht haben. Es war einfach surreal», sagte Nico Schlotterbeck. Philipp Lienhardt befand, dass es «ein sehr schönes Gefühl» ist. Nüchterner reagierte Trainer Christian Streich: «Das war fast ein bisschen skurril. Fast jede Aktion in der ersten Halbzeit führt zu Toren, das ist unerklärlich.»

Angesichts des desolaten Auftritts konnten die Borussen froh sein, dass pandemiebedingt nur 10'025 Zuschauer bei der denkwürdigen Klatsche dabei waren. Viele Zuschauer waren zur Pause ohnehin nicht mehr da. Etliche hatten den Borussia-Park beim peinlichen Scheibenschiessen der Freiburger, die zuletzt 1995 in Gladbach gewonnen hatten, bereits verlassen.