Der FC Thun verliert seinen Meistertrainer. Mauro Lustrinelli wechselt in die Bundesliga zu Union Berlin. An einer Medienkonferenz erklärt der 50-Jährige die Gründe für seinen Wechsel.
Erfolg hat seinen Preis – nicht nur im finanziellen, sondern auch im personellen Bereich. Spieler und Trainer rücken mit erfolgreichem Tun in den Fokus. Sie wecken das Interesse anderer, grösserer Vereine, auch in grösseren, bedeutenderen Ligen.
Der 50-jährige Lustrinelli hat mit seiner Arbeit in Thun selbstredend dieses Interesse geweckt. Wer aus einem Aufsteiger mit bescheidenen Mitteln ohne Verzögerung einen Meister macht, der kann was, der hat seine Fähigkeiten. Diese Fähigkeiten machen sie sich nun bei Union Berlin zunutze, beim Bundesligisten, wo Lustrinelli am Donnerstag an einer Medienkonferenz vorgestellt wird.
Mauro Lustrinelli über …
… die Entscheidung für Union Berlin
«Ich bin sehr glücklich. Ich freue mich, Teil der Union-Familie zu sein. Ich hatte sofort ein gutes Gefühl. Für mich war klar, dass ich gute Menschen getroffen habe und ich gerne mit solchen Menschen zusammenarbeiten würde. Und die ganze Geschichte von Union Berlin hat mich fasziniert.»
… den bisher einzigen Schweizer Union-Trainer Urs Fischer
«Ich habe noch nicht mit Urs geredet. Extra. Weil ich hierher kommen wollte, ohne zu viel zu wissen. Ich wollte das ganze spüren. Urs hatte bei Union eine fantastische Reise. Jetzt ist eine ganz neue Situation und ich kann als zweiter Schweizer hier bei Union sein.»
… den Erwartungsdruck
«Den Druck kannst du nur dir selber machen. Es kommt darauf an, was du sehen möchtest. Für mich ist es wichtig, die Reise zu geniessen und das als Challenge zu sehen. (...) Ich will einfach helfen, damit die Mannschaft und die Spieler besser werden. Das möchte ich täglich machen, in jedem Moment mein Bestes zu geben, damit ich helfen kann, den ganzen Klub zu entwickeln.»
… den Abgang beim FC Thun
«Ich wollte nicht Thun verlassen. Ich habe mich für ein neues, interessantes Projekt entschieden. Eine neue Reise. Danach waren es Verhandlungen zwischen zwei Vereinen. Ich muss mich bei Thun bedanken, dass sie mir keine Steine in den Weg gelegt und mir die Möglichkeit gelassen haben, zu Union zu kommen.»
… seine Philosophie als Trainer
«Für mich ist wichtig, mit dem Team eine Beziehung zu kreieren. Nur mit einer guten Beziehung kann ich den Spielern helfen. Als Trainer verlange ich viel, weil ich auch viel von mir selber verlange. Ich verlange nur das Beste. Und ich verlange, dass wir jeden Tag diese Winner-Mentalität haben, besser zu werden. In jedem Moment. Das hat mit Resilienz, Ambition und Emotion zu tun. (...) Von einer Seite her möchte ich die Mannschaft führen, von der anderen Seite möchte ich die Spieler inspirieren und den Weg zeigen.»