Mission Klassenerhalt Mainz-Coach Urs Fischer verrät, weshalb er lieber in der Kälte trainiert

Syl Battistuzzi

7.1.2026

Mainz-Trainer Urs Fischer will mit seinem Team die Trendwende einleiten.
Mainz-Trainer Urs Fischer will mit seinem Team die Trendwende einleiten.
KEYSTONE

Seit knapp einem Monat hat Urs Fischer in Mainz das Sagen. Während andere Teams dem Winter entfliehen, schwört der Zürcher sein Team auf harte Bedingungen ein – ein klares Zeichen: Der Kampf gegen den Abstieg beginnt nicht im Warmen, sondern auf dem Platz.

Syl Battistuzzi

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Seit Urs Fischer am 7. Dezember Mainz übernahm, blieb das Team in vier Pflichtspielen unbesiegt und steht im Achtelfinale der Conference League.
  • Trotz schwieriger Ausgangslage in der Bundesliga verzichtet Fischer auf ein Trainingslager im Warmen, um mehr Einheiten unter heimischen Bedingungen zu absolvieren.
  • Mainz spart durch das Heim-Trainingslager Geld und plant mit Neuverpflichtungen wie Philipp Tietz und Silas (noch nicht offiziell bestätigt) eine offensivere Spielausrichtung.

Urs Fischer will mit Mainz 05 die Wende in der Bundesliga schaffen. Seit der Zürcher den Tabellenletzten Anfang Dezember übernahm, herrscht wieder Optimismus. In vier Pflichtspielen blieb man unbesiegt. In der Conference League hat man sich direkt für die Achtelfinals qualifiziert. In der Bundesliga trotzte das Schlusslicht Leader Bayern ein 2:2-Remis ab, im letzten Liga-Spiel verpasste man aber im Krisen-Duell gegen St.Pauli mit einem 1:1 den angepeilten Sieg. 

Fischer geht dabei mit vollem Elan voran: «Wenn ich komme, ist er schon da. Wenn ich gehe, immer noch», so Sportvorstand Christian Heidel (via «Kicker») über die ersten beiden Wochen unter Fischer, die mit vier Spielen in elf Tagen besonders intensiv waren.

Der Arbeitsethos von Fischer ist auch nötig, schliesslich wartet eine schwierige Aufgabe auf die Mainzer. Vier Zähler beträgt der Rückstand nach 15 Spieltagen auf den Relegationsrang, sechs Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz. Vorgänger Bo Henriksen schaffte es 2024 gar, einen 9-Punkte-Rückstand auf Rang 15 wettzumachen. 

Auch wenn viele Bundesligisten die Sonne suchen, die Mission «Klassenerhalt» wird in Mainz in der Heimat gestartet. «Wir haben auch überlegt, an einen anderen Ort zu fahren oder zu fliegen, wo es vielleicht ein bisschen wärmer ist. Aber ich glaube, in Berlin werden es nicht 25 Grad sein. Es gilt, mit den Bedingungen, die im Winter herrschen, zurechtzukommen», betont Fischer gegenüber «Kicker»

Duell gegen alten Arbeitgeber

Durch das Trainingslager zuhause hat man auch mehr Trainingseinheiten einbauen können. Jede Einheit zählt schliesslich – die Winterpause in der Bundesliga umfasst nur 20 Tage.

«Wir haben zwei gute Plätze mit Rasenheizung und von daher eigentlich optimale Bedingungen», streicht der 59-Jährige die gute Infrastruktur bei seinem neuen Arbeitgeber heraus. Mit dem Verzicht auf den Auslands-Trip spart der Klub zudem Kosten. Das letzte Trainingslager in Andalusien kostete den Klub 150'000 Euro. 

Das eingesparte Geld können die Nullfünfer gut gebrauchen. Mit Philipp Tietz – der Stürmer kommt aus Augsburg – und Silas – die Verpflichtung des Stuttgarter Offensivspielers soll kurz bevorstehen – beabsichtigt Fischer, das Spiel nach vorne anzukurbeln. 

Am Samstag trifft Mainz auf Union Berlin. Bei den Eisnernen verbrachte Fischer fünfeinhalb fast ausschliesslich erfolgreiche Jahre als Trainer. Das erste Spiel an der alten Wirkungsstätte ist natürlich ganz speziell. «Ich durfte dort eine Wahnsinnszeit erleben. Das wird sicherlich auch emotional werden. Wenn ich etwas anderes erzählen würde, würde ich lügen. Aber ich bin jetzt Trainer von Mainz 05. Ich freue mich auf das Spiel und hoffe, dass wir etwas Zählbares aus Berlin mitnehmen», so Fischer (via Berliner Zeitung).