Globetrotter zurück in der Schweiz Sadiku über Ausland-Abenteuer: «Ich konnte dort nicht richtig atmen»

Syl Battistuzzi

21.11.2025

Globetrotter Armando Sadiku zurück im Tessin

Globetrotter Armando Sadiku zurück im Tessin

Armando Sadiku kehrte im Sommer nach sechs Jahren im Ausland in die Schweiz zurück. Der 34-jährige Stürmer sprach mit blue Sport über seine Abenteuer in der Fremde. 

21.11.2025

Armando Sadiku kehrte im Sommer nach sechs Jahren im Ausland in die Schweiz zurück. Der 34-jährige Stürmer sprach mit blue Sport über seine Abenteuer in der Fremde.

,

Nicolò Forni, Syl Battistuzzi

Armando Sadiku unterschrieb Ende Juli nach zwei Saisons in Indien bei der AC Bellinzona. «Das Tessin war für mich schon immer wie ein zweites Zuhause. Ich habe in Lugano und Locarno gespielt und kenne deshalb hier viele Leute», meint der 34-Jährige im Interview mit blue Sport.



Von 2012 bis 2019 stand der ehemalige albanische Internationale dazu beim FC Zürich und Vaduz im Einsatz. «Für mich war es sehr angenehm, in die Schweiz zurückzukehren, auch weil ich sieben Jahre lang hier gespielt habe – ich kenne das Land gut und es passte sowohl für mich als auch für meine Familie», hält Sadiku fest.

Mit seinem neuen Klub befindet sich der Stürmer aber aktuell im Tabellenkeller. In den ersten zwölf Ligaspielen blieb Bellinzona sieglos: «Wir hatten einen harten Start mit vielen Schwierigkeiten. Wir hatten Pech, dass viele Spieler verletzt waren. Wir konnten nie mit unserer besten Elf spielen, was uns klar benachteiligt hat», erläutert Sadiku.

Seit Ende Oktober ist bei der ACB mit Giuseppe Sannino ein neuer Trainer an der Seitenlinie, mit dem das Team auch «sehr zufrieden» sei, wie Sadiku betont: «Sannino bringt sehr viel Erfahrung mit und hat uns wieder auf den richtigen Weg gebracht», schwärmt er über den Italiener. 

Sadiku weiter: «Letzte Woche haben wir gegen Aarau gewonnen und die Stimmung im Team ist hervorragend. Ich hoffe, dass wir so weitermachen und so weit wie möglich nach oben kommen.»

Der Cousin von Granit und Taulant Xhaka hat in seiner Karriere oft Mut bewiesen: «Ich bin zum Beispiel nach Südamerika gegangen, habe in der Copa Libertadores, der Copa Sudamericana und in der lokalen Meisterschaft in Bolivien gespielt. Ich war bei Club Bolívar, der besten Mannschaft des Landes, wo wir die Meisterschaft gewannen.»

In Südamerika Fussball neu kennengelernt

«Dabei hatten wir ein Trainingslager in Brasilien. Dort habe ich den echten südamerikanischen Fussball erlebt. Wie sie leben, wie sie trainieren, wie sie spielen. Wenn ich nicht dort hingegangen wäre, hätte ich nie verstehen können, was Fussball dort für eine Bedeutung hat. Es ist ein ganz anderes Gefühl. Die Menschen und Spieler leben für den Fussball, auch wenn sie nicht sehr viel verdienen. Für sie ist Fussball Liebe pur», zeigt sich Sadiku beeindruckt.

«In Bolivien hatte ich grosse Probleme mit der Akklimatisierung. Dort oben spielt man auf 4200 Meter Höhe – immer wenn ich wieder etwas in Form kam, hat mich irgendeine Verletzung wieder zurückgeworfen. Danach musste ich erneut von vorne beginnen, weil man einfach nicht richtig atmen konnte», erläutert er.

Der Heimvorteil in Bolivien war dabei aussergewöhnlich: «Wenn zum Beispiel brasilianische Mannschaften zu uns kamen, hatten sie richtige Sauerstoffflaschen auf der Bank. Während die Brasilianer nur vier, fünf Kilometer pro Spiel liefen, flogen wir über den Platz und hatten jeweils neun oder zehn. Deshalb haben wir oft einfache Siege eingefahren.»

So einfach wird es für die AC Bellinzona im Heimspiel am Freitagabend gegen Vaduz wohl nicht werden. Die Partie kannst du ab 20.15 Uhr live auf blue Sport verfolgen.