Während PSG und Bayern mit Frische und individueller Klasse glänzen, sieht Mikel Arteta sein Arsenal im Nachteil. Der Trainer verweist auf deutlich höhere Einsatzminuten – doch die Zahlen zeichnen ein differenziertes Bild.
Auch Arsenal-Trainer Mikel Arteta sah das irre Halbfinal-Hinspiel im Parc des Princes .«Das 5:4 zwischen PSG und Bayern München war wahrscheinlich das beste Spiel, das ich je gesehen habe. Was die Qualität der beiden Mannschaften angeht. Vor allem die individuelle Qualität, die die Spieler zeigen. So etwas habe ich noch nie gesehen», lobte der Spanier.
Mi 06.05. 19:55 - 00:00 ∙ blue Sport Live ∙ UHD HDR FC Bayern München - Paris Saint-Germain
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«Aber wenn ich mir die Spielzeit und die Frische dieser Spieler anschaue, dann überrascht mich das nicht. Um solche Qualitätsmomente zu liefern, muss man sehr frisch sein. Und der Unterschied zwischen den Ligen und der Art, wie sie gegeneinander antreten, ist wie Tag und Nacht», so der 44-Jährige.
Dazu müsse man sich nur die Statistiken dazu ansehen: «Wir spielen in zwei verschiedenen Welten, daher kann man nicht einen Teil davon vergleichen, ohne den Kontext zu berücksichtigen. Ich halte das nicht für sehr fair» resümiert der Gunners-Coach.
Arsenal-Stars überspielt?
Für ihn ist klar, als Premier-League-Klub habe man schlicht mehr und intensivere Spiele als in der Bundesliga oder Ligue 1. Die Folge: eine höhere Belastung für die Profis von der Insel.
In der Tat hat die englische Top-Liga 20 Teams (wie in Spanien oder Italien), während in Frankreich und in Deutschland nur 18 Mannschaften in der höchsten Spielklasse angesiedelt sind. Durch die grössere Anzahl Teilnehmer ergibt sich also mehr Partien. Zudem ist in England mit dem League Cup im Gegensatz zum europäischen Festland noch ein zusätzlicher Wettbewerb vorhanden. Ingesamt sind die Aussagen von Arteta zumindest auf dem Papier nicht aus der Luft gegriffen.
Das mit Abstand Wichtigste sei, die entscheidenden Spieler in Topform zur Verfügung zu haben. Auf die Teams PSG und Bayern angesprochen fragt Arteta: «Wie viele Spieler standen zur Verfügung? Alle, und zwar in Bestform. Das ist das Wichtigste.»
Dass beim Bayern Serge Gnabry fehlte sowie Jamal Musiala und Alphonso Davies zuvor lange ausfielen, geht hierbei aber vergessen. Auch bei PSG sind etwa Ousmane Dembélé oder Fabián Ruiz in der laufenden Spielzeit von Verletzungen ausgebremst worden.
Was sagt die Statistik?
Das Total der 21 meisteingesetzten Spieler bei PSG beträgt 48’698 Minuten. Atlético kommt auf 50’278 Minuten, Bayern auf 51’348 Minuten. Die Arsenal-Profis kommen hingegen auf stolze 54’526 Minuten. Während die 21 meist eingesetzten Profis in Paris also im Schnitt 2319 Minuten auf dem Platz stehen, sind es im München schon 2445 Minuten – und in London 2596 Minuten.
Während der Unterschied der Top-Kicker zwischen Bayern und Arsenal bei 151 Minuten pro Kopf beträgt – also gut eineinhalb Spiele – sind die Gunners-Stars im Vergleich zu PSG schon drei Partien mehr auf dem Platz.
In der Tat haben viele Arsenal-Spieler also ein leicht härteres Programm zu absolvieren. Ob jedoch die kleine Zusatzbealstung ein derarat grosser Unterschied macht, darf bezweifelt werden. Bei der ganzen Rechnerei darf nicht vergessen werden, dass viele Profis ja auch noch Länderspiele absolvieren.
Interessant ist die Thematik trotzdem: Bei Arsenal knacken gleich drei Spieler (David Raya, Declan Rice und Martín Zubimendi) die 4'000 Minuten-Grenze, bei PSG ist Warren Zaïre-Emery der Vielspieler. Der meisteingesetzte Bayern-Star unter Kompany war Luis Díaz mit 3715 Minuten.
Spannend ist, dass die Münchner dafür am meisten Spieler (8) mit mehr als 3000 Minuten aufweisen. Die Gunners und Atlético haben mit je 7 Spielern in dieser Kategorie knapp das Nachsehen. Auffällig ist hier Paris. Neben Zaïre-Emery gehört nur Vitinha zum Klub.
Am Mittwochabend haben in der Allianz Arena die Schlüsselspieler eine unterschiedliche Belastung in den Knochen: Jeder Bayern-Stammspieler stand im Schnitt vier Spiele länger auf dem Platz als die Profis beim Titelverteidiger. Oder anders gesagt: Während PSG stärker rotiert, setzt Bayern mehr auf seine Stammelf. Das Ganze hat natürlich auch mit der Meisterschaft zu tun, wo PSG deutlich weniger gefordert ist – oder eben auch im Schongang beziehungsweise mit der zweiten Garnitur zum Titel kommt. Das wirkt sich natürlich im Saisonverlauf auch auf die Frische oder Verletzungsanfälligkeit aus.
Die Bayern-Spieler mit den meisten Einsatzminuten
- Luis Díaz 3760 Minuten
- Michael Olise 3716 Minuten
- Joshua Kimmich 3713 Minuten
- Harry Kane 3690 Minuten
- Jonathan Tah 3515 Minuten
- Manuel Neuer 3060 Minuten
- Dayot Upamecano 3031 Minuten
- Konrad Laimer 3027 Minuten
- Aleksandar Pavlovic 2906 Minuten
- Josip Stanisic 2861 Minuten
- Leon Goretzka 2220 Minuten
- Serge Gnabry 2041 Minuten
- Min-jae Kim 1984 Minuten
- Lennart Karl 1824 Minuten
- Tom Bischof 1474 Minuten
- Jonas Urbig 1440 Minuten
- Nicolas Jackson 1242 Minuten
- Raphaël Guerreiro 1187 Minuten
- Hiroki Ito 964 Minuten
- Jamal Musiala 874 Minuten
- Alphonso Davies 819 Minuten
Total der 21 meisteingesetzten Spieler: 51’348 Minuten
Die PSG-Spieler mit den meisten Einsatzminuten
- Warren Zaïre-Emery 4051 Minuten
- Vitinha 3748 Minuten
- Willian Pacho 3629 Minuten
- Nuno Mendes 2774 Minuten
- Bradley Barcola 2737 Minuten
- Khvicha Kvaratskhelia 2576 Minuten
- Achraf Hakimi 2499 Minuten
- Ilya Zabarnyi 2495 Minuten
- João Neves 2372 Minuten
- Lucas Chevalier 2340 Minuten
- Marquinhos 2294 Minuten
- Désiré Doué 2235 Minuten
- Matvey Safonov 2100 Minuten
- Senny Mayulu 2092 Minuten
- Ousmane Dembélé 1913 Minuten
- Lucas Hernández 1906 Minuten
- Fabián Ruiz 1771 Minuten
- Kang-in Lee 1758 Minuten
- Gonçalo Ramos 1534 Minuten
- Lucas Beraldo 1490 Minuten
- Ibrahim Mbaye 1107 Minuten
Total der 21 meisteingesetzten Spieler: 48’698 Minuten
Die Arsenal-Spieler mit den meisten Einsatzminuten
- David Raya 4230 Minuten
- Martín Zubimendi 4123 Minuten
- Declan Rice 4066 Minuten
- William Saliba 3864 Minuten
- Gabriel 3775 Minuten
- Jurriën Timber 3309 Minuten
- Viktor Gyökeres 3225 Minuten
- Bukayo Saka 2945 Minuten
- Eberechi Eze 2873 Minuten
- Leandro Trossard 2577 Minuten
- Piero Hincapié 2503 Minuten
- Gabriel Martinelli 2249 Minuten
- Noni Madueke 2095 Minuten
- Riccardo Calafiori 2041 Minuten
- Mikel Merino 1879 Minuten
- Martin Ødegaard 1774 Minuten
- Ben White 1762 Minuten
- Cristhian Mosquera 1707 Minuten
- Myles Lewis-Skelly 1547 Minuten
- Christian Nørgaard 995 Minuten
- Kepa Arrizabalaga 987 Minuten
Total der 21 meisteingesetzten Spieler: 54’526 Minuten
Die Atlético-Spieler mit den meisten Einsatzminuten
- Dávid Hancko 3669 Minuten
- Giuliano Simeone 3656 Minuten
- Jan Oblak 3600 Minuten
- Marcos Llorente 3512 Minuten
- Julián Alvarez 3483 Minuten
- Koke 3160 Minuten
- Matteo Ruggeri 3080 Minuten
- Robin Le Normand 2577 Minuten
- Alexander Sørloth 2574 Minuten
- Antoine Griezmann 2471 Minuten
- Pablo Barrios 2452 Minuten
- Marc Pubill 2370 Minuten
- Nahuel Molina 2337 Minuten
- Álex Baena 2090 Minuten
- Nico González 1914 Minuten
- Johnny Cardoso 1682 Minuten
- Clément Lenglet 1569 Minuten
- Thiago Almada 1561 Minuten
- José María Giménez 1501 Minuten
- Juan Musso 1470 Minuten
- Conor Gallagher 1081 Minuten
Total der 21 meisteingesetzten Spieler: 50’278 Minuten
