Schlechte Verlierer

Beleidigte PSG-Stars schiessen gegen Schiedsrichter Kuipers

pat

5.5.2021

Marco Verratti (links unten) und Ander Herrera (rechts) fühlen sich von Schiedsrichter Björn Kuipers benachteiligt.
Bild: Getty

Vorjahresfinalist Paris Saint-Germain scheitert im Halbfinal an ManCity. Bereits während des Spiels lassen die PSG-Stars ihrem Frust freien Lauf, auch nach dem Schlusspfiff beruhigen sich die Gemüter nicht. Schiri Björn Kuipers muss als Zielscheibe herhalten.

pat

5.5.2021

In der Schlussphase – der Glaube ans Weiterkommen ist wohl bereits verflogen – brennen bei einigen PSG-Akteuren die Sicherungen durch. In der 69. Minute tritt Angel di Maria an der Seitenlinie City-Captain Fernandinho absichtlich und mit voller Wucht auf den linken Fuss. Folgerichtig fliegt der Argentinier mit Rot vom Platz.

Di Maria verliert die Nerven und fliegt vom Platz

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PSG rennt bei Manchester City im Halbfinal-Rückspiel der Champions League einem 0:2-Rückstand nach – und ist ab der 69. Minute nur noch zu zehnt. Angel di Maria verliert die Nerven und tritt Fernandinho auf den Fuss. Eine klare Tätlichkeit.

04.05.2021

Zwei Minuten zuvor gehen bereits die Wogen hoch. Marco Verratti beschwert sich lautstark über einen Foulpfiff und wird dafür verwarnt. Auch der gefoulte Oleksandr Zinchenko flippt aus und handelt sich eine Verwarnung aus – er muss gar von seinen Mitspielern beruhigt werden, weil er Gefahr läuft, mit Rot vom Platz gestellt zu werden.

In der 87. Minute bewirbt sich dann PSG-Verteidiger Presnel Kimpembe mit einem Kamikaze-Foul für den zweiten Platzverweis an diesem Abend – Kuipers belässt es bei einer Verwarnung. Zwei Minuten später schnuppert auch Danilo an der Roten Karte, doch erneut lässt der Referee Gnade vor Recht ergehen und zückt nur Gelb. Eigentlich sollte man den 48-Jährigen für sein Fingerspitzen loben, die PSG-Stars sehen das anders.

Man City – PSG 2:0

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Nach dem verlorenen Final im Vorjahr muss PSG auch in dieser Saison den Titeltraum in der Königsklasse begraben. Die Franzosen unterliegen Manchester City im Halbfinal. Riyad Mahrez ist bei Citys 2:0-Sieg im Rückspiel mit zwei Toren der Matchwinner.

06.05.2021

Verratti und Ander Herrera (er wurde bereits in der 22. Minute verwarnt) erheben schwere Vorwürfe gegen den Niederländer. Herrera sagt im Interview bei «RMC Sport», dass sein Teamkollege Leandro Paredes beleidigt wurde: «Wir reden über Respekt im Umgang mit den Schiedsrichtern, aber er hat ‹Fuck Off› zu Paredes gesagt. Wenn wir das sagen würden, würden wir drei, vier Spiele gesperrt werden», so der Spanier. Teamkollege Marco Verratti bläst ins gleiche Horn: «Er hat ‹Fuck Off› zu mir gesagt.»

Sollte Kuipers die Spieler auf dem Platz tatsächlich mit Kraftausdrücken eingedeckt haben, so hätte er eine Grenze überschritten. Den Vorwurf, dass er das Spiel entscheidend beeinflusst hat, den muss er sich freilich nicht gefallen lassen. Im Gegenteil: Mit den die tickenden PSG-Zeitbomben hätte er viel härter ins Gericht gehen können, als er dies getan hat. Wohlwissend, dass sich am Ausgang der Partie nichts ändern würde, sollte er noch mehr Spieler vom Platz stellen.

City-Coach Guardiola erleichtert: «Stehen verdient im Finale»

Im Lager der Sieger ist der Schiedsrichter kein Thema. Viel mehr freut man sich darüber, dass sich ManCity erstmals in der Geschichte für den Champions-League-Final qualifiziert hat. Für Trainer Pep Guardiola auch ein persönlicher Befreiungsschlag. Zehn Jahre musste der 50-Jährige auf seinen nächsten Finaleinzug in der Champions League warten – und als Coach von ManCity hat es nun im fünften Anlauf endlich geklappt.

Entsprechend gross ist die Erleichterung beim spanischen Starcoach: «Wir sind immer knapp gescheitert. Es ging oft um wenige Zentimeter. Dieser Erfolg war auch darin begründet, was wir in den letzten vier Jahren gemacht haben. Wir haben ganz viele Titel gewonnen in dieser Zeit. Deshalb stehen wir jetzt auch verdient im Finale.»

In seiner vierjährigen Zeit als Barça-Coach konnte er zweimal die Champions League gewinnen (2009 und 2011). In seinen drei Jahren als Bayern-Coach scheiterte er dann dreimal in Folge im Halbfinale. «Die Champions League ist ein besonderer Wettbewerb. Es ist das erste Finale für den Klub. Es ist etwas ganz Spezielles für uns», so Guardiola.

Sollte am Mittwochabend Chelsea Real Madrid ausschalten, das Hinspiel endete 1:1, käme es am 29. Mai in Istanbul wie bereits 2019 zu einem rein englischen Final. Damals setzte sich Liverpool gegen Tottenham durch.


Matchwinner Riyad Mahrez blickt nach dem Einzug ins Finale bereits nach vorne: «Am Samstag haben wir noch ein Spiel, das wir gewinnen müssen, um Meister zu werden. Dann konzentrieren wir uns auf das Champions-League-Finale.» Der Gegner am Samstag ist ausgerechnet der mögliche Final-Gegner Chelsea. Im FA Cup hatte Taktiker Thomas Tuchel Guardiola zuletzt im Halbfinale eine Niederlage zugefügt. Eine äusserst spannende Konstellation.

Und so fasst Mahrez das Spiel gegen PSG zusammen:

Riyad Mahrez: «Sie haben uns getreten»

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05.05.2021