Bis kurz vor Schluss deutet am Mittwochabend in Bergamo alles auf Verlängerung hin. Doch dann reicht ein Fehlpass von Gregor Kobel – und das Abenteuer Champions League endet für Borussia Dortmund abrupt.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Ein katastrophaler Fehlpass von Gregor Kobel in der Nachspielzeit leitete den entscheidenden Elfmeter ein, durch den Borussia Dortmund nach VAR-Drama mit 1:4 gegen Atalanta aus der Champions League ausschied.
- Nach Kobels Fehler traf Bensebaini den Atalanta-Stürmer Krstovic mit den Stollen im Gesicht, woraufhin der Schiedsrichter nach VAR-Check auf Penalty entschied. Bensebaini sieht Gelb-Rot, zudem sehen Nico Schlotterbeck und Giorgio Scalvini für ihr verhalten auf der Bank noch Rot.
- Kobel übernahm nach dem Spiel die Verantwortung für den entscheidenden Patzer und zeigte sich tief enttäuscht über das bittere Aus seiner Mannschaft.
Horror-Szenario für Gregor Kobel in der Champions League: Die dreiminütige Nachspielzeit ist eigentlich bereits abgelaufen, da unterläuft dem Nati-Goalie ein katastrophaler Fehlpass. Anstatt die Kugel wegzudreschen, spielt sie Kobel direkt in die Füsse von Gegenspieler Mario Pasalic.
Der Kroate schlägt den Ball in den Strafraum, wo sich dann die Ereignisse überschlagen. Zuerst fälscht Kobel die Flanke leicht ab, dann wehrt BVB-Verteidiger Ramy Bensebaini den Ball mit der Hacke ab, trifft dabei aber auch den Kopf von Atalanta-Angreifer Nikola Krstovic.
Der VAR meldet sich und die Szene wird gecheckt. Bensebaini erwischt Krstovic deutlich mit den Stollen im Gesicht, der sogar einen Cut erleidet und stark blutet. Schiedsrichter José Maria Sanchez zeigt schlussendlich auf den Punkt. Bensebaini fliegt zudem mit Gelb-Rot vom Platz.
Der verletzte BVB-Abwehrchef Nico Schlotterbeck, der die Szene auf der Bank verfolgte, sieht im Durcheinander rund um den VAR-Check ebenfalls die Rote Karte. Auch der ausgewechselte Atalanta-Profi Giorgio Scalvini hatte seine Nerven nicht im Griff und erhielt für Reklamieren noch Rot.
Kobel: «Den muss ich klären – scheissegal wie»
Die hitzigen Szenen lassen Lazar Samardzic unberührt. Der gebürtige Berliner bleibt beim Penalty cool und hämmert Atalanta ins Champions-League-Achtelfinale.
«Ja klar, das war mein Fehler am Ende. Das tut mir super leid für meine Jungs», ärgert sich Kobel nach der Partie im Interview.
«Fussball ist manchmal hart. Ich wollte den Ball natürlich zuerst weghauen. Dann lag er nicht so. Das ist der Bruchteil einer Sekunde, ich war dann halt im Spiel drin und habe versucht, noch eine Lösung zu finden. Da muss ich ihn natürlich einfach irgendwie klären am Ende, es ist scheissegal wie. So ist es super hart für die Mannschaft, das tut mir natürlich weh.»
Emre Can will «keinen Vorwurf an irgendeinen Spieler» machen. «Gregor hat uns schon so oft gerettet in dieser Saison, auch heute in der ersten Halbzeit. Tut mir leid für den Jungen», meint er. «Aber wenn du so viele individuelle Fehler machst, dann wird es schwer, weiterzukommen. Wir sind am Ende sehr unglücklich, aber wenn man ehrlich ist, verdient nicht weitergekommen», hält der BVB-Captain fest.