Es ist das erste Aufeinandertreffen zwischen Bayern und Bayer in der Champions League. Wer sich im Achtelfinale durchsetzt, wird man sehen. Einige Ex-Fussballstars können dabei beiden Teams die Daumen drücken. Diese Top-11 hat sowohl in München als auch in Leverkusen gespielt.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Schon einige Fussballer haben in der Vergangenheit sowohl für Bayern München als auch für Bayer Leverkusen gespielt.
- Anlässlich des bevorstehenden Achtelfinal-Duells in der Champions League zwischen dem Bundesligisten hat blue Sport eine Top-11-Auswahl dieser Spieler zusammengestellt.
Mi 05.03. 19:55 - 23:30 ∙ blue Sport Live ∙ FC Bayern München - Bayer 04 Leverkusen
Event ist beendet
Der Torschützenkönig unter den Torhütern
Hans-Jörg Butt
Butt war besonders bekannt für seine Elfmeterkünste. So erzielte er in der Bundesliga 26 Tore und ist damit der erfolgreichste Torwart-Torschütze. Seine Karriere startete er beim HSV. 2000 gelang ihm das Kunststück, mit neun Toren – zusammen mit den Stürmern Roy Präger und Tony Yeboah – der beste Skorer des Teams zu werden.
2001 wechselte Butt zu Bayer Leverkusen. Dort war er 2002 Teil von Vizekusen, sprich jeweils Final-Verlierer in der Champions League und im DFB-Pokal sowie Zweiter in der Bundesliga. Butt zur WM 2002 als Ersatzgoalie mitzunehmen war vielleicht kein guter Schachzug, so verlor Deutschland im Endspiel gegen Brasilien.
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Event ist beendet
2007 wechselte Butt (263 Spiele für Bayer) zu Benfica Lissabon, konnte sich dort aber nicht durchsetzen. 2009 folgte der Transfer zu Bayern, wo Butt eigentlich als Nummer 2 vorgesehen war. Doch Butt spielte – mit Unterbrüchen – regelmässig in München. Als die Bayern 2011 Manuel Neuer holten, war die Degradierung für den Routinier aber unvermeidlich. Im April 2012 gab er sein Abschiedsspiel (91 Spiele für Bayern).
Im Ausland speziell in Erinnerung dürfte Butt bei Juventus Turin sein. Gegen die alte Dame verwandelte er in der Champions League für den HSV, Leverkusen und Bayern einen Elfmeter.
Der stürmende Verteidiger
Lúcio
2001 zahlte Leverkusen umgerechnet 8,5 Millionen Euro an Internacional. In der Folgesaison wurde der Brasilianer als Teil von «Vizekusen» Zweiter in der Meisterschaft sowie im DFB-Pokal und Champions League. Mit seinen Tempodribblings war der Abwehrchef auch öfters in der gegnerischen Platzhälfte zu finden. Mit der Seleção holte Lúcio 2002 den WM-Titel.
Nach 92 Spiele und 15 Toren für die Rheinländer schloss er sich 2004 dem FC Bayern an. Mit den Münchnern feierte Lúcio, der teilweise auch die Captainbinde tragen darf, in fünf Jahren drei Mal das Double (DFB-Pokal/Bundesliga). Als ihm Coach Louis van Gaal keine Stammplatzgarantie ausspricht, wechselt er nach 144 Spielen für den FCB (sieben Tore) 2009 zu Inter. Ein Jahr später holt er mit den Nerazzurri das Triple (Serie A/Coppa Italia/Champions League) – Final-Gegner in der Königsklasse ist ausgerechnet Bayern München.
2012 wechselt er zum Ligarivalen Juve, danach läuft der 105-fache Internationale mit einer Ausnahme in der Heimat für diverse Vereine auf.
Knallharter Verteidiger
Robert Kovač
Der Durchbruch gelang dem gebürtigen Berliner Robert Kovač in Nürnberg. 1996 holte ihn Bayer Leverkusen. Bald wurde er dort Stammspieler. Der rustikale Abwehrspieler leistete fünf Jahre (127 Spiele für Bayer) solide Arbeit ab, die auch der Liga-Konkurrenz nicht verhohlen blieb.
2001 wechselte Kovač zu Bayern. In den nächsten Jahren durfte er zwei Double-Erfolge (2003, 2005) sowie den Erfolg des Weltpokals 2001 feiern. Der kroatische Nationalspieler (84 Länderspiele) wechselte anschliessend zu Juventus. Nach dem Zwangsabstieg in die Serie B half er der Alten Dame bei der Rückkehr ins Oberhaus. 2009 wechselte Kovač zurück in die Bundesliga zu Dortmund. Seine Karriere beendete er bei Dinamo Zagreb.
Unter seinem jüngeren Bruder Niko Kovač fungierte er 2018/2019 als Co-Trainer bei den Bayern. Aktuell ist er in der gleichen Rolle beim BVB angestellt.
Vom Nachwuchsspieler zum Leistungsträger
Emre Can
Der gebürtige Frankfurter spielte zuerst bei der Eintracht. 2009 wechselte er in die Juniorenabteilung von Bayern. Zur Saison 2012/13 unterschrieb Can in München einen Profivertrag, doch im Star-Ensemble gab es für das junge Talent kein Durchkommen
So folgte er nach einer Saison dem Lockruf von Coach Jupp Heynckes. In Leverkusen wurde er gleich Stammspieler. Im Folgejahr verpflichteten ihn Liverpool. Nach vier Jahren bei den Reds (167 Spiele/ 14 Tore) wechselte er 2018 zu Juve. Nachdem die erste Spielzeit noch erfolgreich verlaufen war, war die zweite Saison zum Vergessen. Seit 2020 spielt Can (48 Länderspiele für den DFB) für Borussia Dortmund. Sportlich ist Can, der sowohl im Mittelfeldzentrum als auch in der Innenverteidigung spielen kann, zwar nicht unumstritten. Im Verein geniesst der 31-Jährige aber als Captain ein hohes Ansehen.
Der deutsche Brasilianer
Jorginho
1989 holte Leverkusen Jorginho von Flamengo Rio de Janeiro. Er war der erste brasilianische Nationalspieler, der in der Bundesliga spielte. Der 1,75 Meter grosse Brasilianer spielte drei Jahre für die Werkself. Stets fleissig und mannschaftsdienlich beackerte er den rechten Couloir. Nach 87 Spielen (9 Tore) wechselte er 1992 zu Bayern. Mit dem FCB holte er zwei Jahre später am letzten Spieltag der Saison die Meisterschaft – auch weil Jorginho beim 2:0-Sieg gegen Schalke traf.
Wenige Wochen später krönte Jorginho sich mit der Seleção 1994 zum Weltmeister. 1995 wechselte er nach 67 Partien (6 Tore) nach Japan. Bei den Kashima Antlers spielte er drei Saisons, ehe der 64-fache Internationale in der Heimat noch für São Paulo, Vasco da Gama und Fluminense die Schuhe schnürte.
Von Spieler zum Trainer
Niko Kovač
Via Hertha BSC fand Niko Kovač – drei Jahre jünger als sein Bruder Robert – 1996 den Weg zu Leverkusen. Drei Jahre spielte er für die Werkself (77 Partien, 8 Tore). 1999 wurde Kovač Vizemeister. Danach spielte er zwei Saisons für den HSV, ehe 2001 das grosse Bayern lockte.
Mit den Münchnern gewann er den Weltpokal sowie 2003 das Double. Doch der defensive Mittelfeldspieler hatte insgesamt einen schweren Stand, sodass er nach 34 Einsätzen für den FCB das Weite suchte. Nach drei Saisons für Hertha wechselte er noch zu Red Bull Salzburg, ehe er seine Karriere 2009 beendete.
Bei den Bullen startete er auch seine Trainer-Karriere. Zuerst war er Coach der zweiten Mannschaft (als Nachfolger von Adi Hütter), eher er 2011 als Co-Trainer vom heutigen FCZ-Coach Ricardo Moniz fungierte. Von 2013 bis 2015 trainierte der 83-fache Internationale die kroatische A-Mannschaft. 2016 unterschrieb er in Frankfurt. Die Hessen zeigten unter Kovač tollen Fussball und holten 2018 den DFB-Pokal.
Die Leistungen liessen die Bayern aufhorchen. So kehrte Kovač 2018 an die Säbener Strasse zurück. Gemeinsam mit seinem Bruder und Assistenten Robert führte er den FCB zum Double. Im November 2019 war aber Schluss für das kroatische Brüder-Duo. Via Monaco und Wolfsburg landeten sie Anfang Februar dieses Jahres in Dortmund.
Der «Krieger» im Mittelfeld
Arturo Vidal
Der Chilene kam 2007 von Colo Colo nach Leverkusen. Mit seiner kämpferischen Spielweise verbreitete der «Krieger» bei den Gegnern Angst und Schrecken. Nach vier Jahren Bayer (117 Partien, 15 Tore) wechselte der Mittelfeldspieler zu Juventus Turin. Mit den Bianconeri holte er sich vier Meisterschaften in Serie, verlor aber auch 2015 den Champions-League-Final. Anschliessend unterschrieb er bei Bayern einen Vier-Jahres-Vertrag.
In der Premierensaison beim deutschen Rekordmeister gab es für ihn das Double, in den nächsten beiden Spielzeiten die Meisterschaft zu feiern. Nach 79 Partien (14 Tore) folgte 2018 der Transfer zu Barça, wiederum zwei Jahre später wechselte er zu Inter. 2022 kehrte er nach Südamerika zurück. Zuerst spielte er für Flamengo, mit den Brasilianern holte er die Copa Libertadores. Via Athletico Paranaense landete der heute 37-Jährige wieder bei Colo Colo, wo der 144-fache Internationale immer noch spielt.
Der Capitano
Michael Ballack
Mit Kaiserslautern wurde das Talent 1998 völlig überraschend Meister (Ballack kam in dieser Spielzeit insgesamt 16-mal zum Einsatz). 1999 verpflichtet Leverkusen den begehrten Mittelfeldspieler. Im Pillenklub ging sein Stern weiter auf. Der torgefährliche – und kopfballstarke Modellathlet wurde die grosse Figur in der Werkself. Ausgerechnet Ballack ist es aber, der mit einem Eigentor die fast sicher geglaubte Meisterschaftsträume 2000 platzen lässt. Zwei Jahre später kommt es noch schlimmer. Nicht nur in der Bundesliga wird man Zweiter, sondern auch im DFB-Pokal und in der Champions League – «Vizekusen» wird geboren.
Wesentlich erfolgreicher läuft es ihm anschliessend bei den Bayern. Der «Capitano» holt mit dem FCB in vier Jahren dreimal das Double (2003, 2005, 2006). Im Alter von 29 Jahren wagt er den Sprung ins Ausland. Mit Chelsea holt er 2010 den Meistertitel. Nach vier Jahren bei den Blues kehrt der 98-fache Nationalspieler (42 Tore) am Ende seiner Karriere nochmals für zwei Jahre zu Leverkusen zurück.
Edel-Techniker
Zé Roberto
Nachdem der Brasilianer beim ersten Europa-Abenteuer be Real Madrid gescheitert war, versuchte es Zé Roberto 1998 noch einmal und schloss sich Bayer an. In Leverkusen spielte er vier Jahre (113 Spiele, 18 Tore) und begeistert mit seinem feinen linken Fuss die Leverkusen-Fans. Doch ein Titel liegt nicht drin. Zusammen mit Ballack wechselt er 2002 nach München, wo Pokale zur Normalität werden.
Der polyvalent einsetzbare Zé Roberto und Bayern werden sich nach vier gemeinsamen Jahren nicht einig, sodass er für eine Saison in die Heimat zu Santos zurückkehrt. Doch das Kapitel Bayern ist noch nicht beendet. Von 2007 bis 2009 zaubert der Publikumsliebling nochmals in der Allianz Arena und lässt sich ein weiteres Double (2008) auf die Visitenkarte schreiben. Wiederum wird man sich nicht über eine weitere Zusammenarbeit einig. Nach zwei Spielzeiten beim HSV geht es nach Katar, ehe 2012 die Heimat lockt. Zuerst spielt er bei Porto Alegre, dann geht der 84-fache Internationale zu Palmeiras São Paulo, ehe Zé Roberto bei Portuguesa seine Karriere beendet.
Der Titelhamsterer
Toni Kroos
Im Nachwuchs von Hansa Rostock begann die Karriere von Kroos. 2006 holten ihn die Bayern in seine Jugendabteilung. Im Alter von 17 Jahren und 265 Tagen gab er 2007 im Fanionteam sein Debüt. Da das Talent jedoch nicht über den Status als Ergänzungsspieler hinauskam, liess er sich in der Winterpause 2009 zu Leverkusen ausleihen.
In den eineinhalb Jahren in der Werkself konnte der Mittelfeldstratege nach Anlaufschwierigkeiten überzeugen und wagte nochmals in München ein Neubeginn. Beim FCB war er 2013 Teil des Triple-Teams. 2014 wechselte er als frischgebackener Weltmeister zu Real Madrid, was seine Titelansammlung deutlich anwachsen liess. Mit den Königlichen gewann der 114-fache Internationale die Königsklasse weitere fünf Mal. 2024 beendete der erfolgreichste deutsche Fussballspieler (34 Titel) seine beeindruckende Karriere.
Bayern statt Dortmund
Paulo Sérgio
1993 holte Leverkusen den Brasilianer zu sich. Für Bayer zauberte der Offensivspieler bis 1997 – in 121 Spielen schoss er 47 Tore. Nach zwei Jahren Serie A (AS Roma) wechselte Paulo Sérgio 1999 zurück in die Bundesliga. Der Weltmeister von 1994 (2 Kurzeinsätze) lehnte das besser dotierte Dortmund-Angebot ab, weil er schon bei Bayern im Wort stand.
In München holte er zusammen mit Landsmann Giovane Elber 2001 die Champions League, gewann zwei Meisterschaften und ein DFB-Pokal. Nach drei Saisons bei Bayern wechselte er in die Vereinigten Arabischen Emiraten, ehe er seine Karriere in der Heimat bei Bahia ausklingen liess.
Weitere Spieler, die für beide Klubs aufliefen: Landon Donovan, Mitchell Weiser und Alois Reinhardt.