Die Young Boys trafen in der Champions League auf Roter Stern Belgrad. Die Fans des Heimteams sorgten für Entrüstung, indem sie mit einer Choreografie die serbischen Angreifer auf ein Kloster im Kosovo ehrten.
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- Die Young Boys verpassen am Mittwochabend den ersten Auswärtssieg in der Champions League knapp. Erst in der 88. Minute kassieren die Berner gegen Roter Stern Belgrad den 2:2-Ausgleich.
- Zu reden gibt abseits der sportlichen Schlagzeilen eine Choreografie der Fans von Roter Stern. In der Heimkurve im Stadion Rajko Mitic gedenken sie den Kosovo-Angreifern.
Ende September kam es in einem Kloster im Kosovo zu einem bewaffneten Zusammenstoss, bei dem drei serbische Angreifer ums Leben kamen. Es war die schwerste Auseinandersetzung seit Jahren in dem Gebiet nahe der Grenze zwischen Serbien und seiner ehemaligen autonomen Provinz Kosovo, die 2008 ihre Unabhängigkeit erklärte. Immer wieder kommt es zu Spannungen zwischen Serbien und dem Kosovo, besonders im Norden, wo viele ethnische Serben leben. Serbien anerkennt die Unabhängigkeit des Kosovo nicht.
Die Fans von Roter Stern Belgrad ehren am Mittwochabend beim Champions-League-Spiel gegen die Young Boys die getöteten Angreifer mit einer Choreo. Das Porträtbild zeigt Stefan Nedeljkovic, darunter stehen die Namen der weiteren Beteiligten Igor Milenkovic und Bojan Mijailovic. Während des Spiels verhöhnen die Fans von Roter Stern immer wieder Albanien und den Kosovo mit Sprechchören.
Während die internationale Gemeinschaft den Überfall auf das Kloster verurteilt, stellte sich der Fussballklub Roter Stern Belgrad offiziell auf die Seite der Angreifer. Der serbische Spitzenklub schreibt: «Die Tragödie, die ehrenwerten und ehrlichen Familien in der südserbischen Provinz widerfuhr, hat uns alle zutiefst getroffen.» Weiter meldet der Klub, dass man den «Familien der gefallenen Helden» je 10'000 Euro überweisen werde.
Kosovarischer Fussballverband attackiert Novak Djokovic
Auch Tennis-Star Novak Djokovic hat das Spiel im Stadion verfolgt. Der serbische Nationalheld dürfte Gefallen an der Aktion der Roter-Stern-Anhänger gefunden haben. Auf Instagram postete der 24-fache Grand-Slam-Sieger ein Foto der Gedenkstätte für die drei getöteten Angreifer, dazu drei betende Hände. Der kosovarische Fussballverband kommentierte seinen Post mit «ekelhaft».
Die UEFA liess auf Anfrage von blue Sport mitteilen, dass die Vorgänge der Champions-League-Partien vom Dienstag und Mittwoch noch untersucht werden.
Die «Delije», zu Deutsch Helden, wie die heissblütigen Supporter von Roter Stern Belgrad genannt werden, geniessen in der Fussball-Szene einen zweifelhaften Ruf. Sie zeigen in ihren Choreografien oft einen Panzer als (Macht-)Symbol. Einige Stimmen meinen auch, der Panzer sei im Krieg gegen Kroatien erbeutet worden und solle deshalb eine Provokation sein. Auf der Nordseite des Stadions Rajko Mitić begegnet den Zuschauern pikanterweise ein echter Panzer.
Auch bei einem Testspiel gegen Fiorentina vor Saisonbeginn zeigten die Fans einen grossen Panzer, darunter stand: «Wenn die Armee nach Kosovo zurückkehrt.»