In der ersten Halbzeit hat Real Madrid zweimal Schiri-Glück, am Ende sind es trotzdem die Königlichen, die stinksauer auf den Unparteiischen sind. Auch blue Sport Experte Alex Frei wird deutlich: «Das ist nicht möglich!»
Es läuft die 86. Minute in der Allianz Arena, es riecht streng nach Verlängerung im spektakulären Viertelfinal-Duell zwischen Bayern und Real. Dann passiert's: Eduardo Camavinga foult Harry Kane, schnappt sich den Ball, trägt ihn ein paar Meter in den Händen. Nichts Wildes, dennoch zeigt Schiedsrichter Slavko Vincic dem Franzosen die Gelbe Karte.
Dumm nur: Es ist bereits die zweite Gelbe für Camavinga – und das scheint der slowenische Referee vergessen zu haben. Erst nach einigen Augenblicken fällt Vincic ein, dass er dem Real-Profi auch noch Rot zeigen muss. Entsprechend verärgert reagieren die Königlichen und beschweren sich lautstark beim Schiri. Dass die Madrilenen in der ersten Halbzeit selbst bei zwei strittigen Szenen bevorzugt wurden, ist in diesem Moment selbstverständlich längst vergessen.
Es kommt, was kommen muss: Drei Minuten nach dem Platzverweis trifft Luis Diaz zum 3:3 für Bayern – nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel ist es der entscheidende Treffer im spektakulären Viertelfinal-Duell. In der Nachspielzeit macht Michael Olise mit einem Traumtor noch den Deckel drauf.
«Schiedsrichter sind auch nur Menschen»
Die Nerven bei den Spaniern liegen blank. Beim Schlusspfiff wird Schiri Vincic regelrecht angegangen. Doppeltorschütze Arda Güler sieht auch noch die Gelb-Rote Karte. Real-Trainer Alvaro Arbeloa ärgert sich danach im TV-Interview: «Unglaublich! Wie kannst du einen Spieler für sowas vom Platz stellen?!»
Auch im Studio von blue Sport wird die Szene thematisiert. Schiedsrichter-Experte Adrien Jaccottet meint: «Wir müssen nicht diskutieren, dass das keine zweite Gelbe Karte ist in der 86. Minute in einem Viertelfinal der Champions League.» Der Schiedsrichter habe zu spät gemerkt, dass es die zweite Gelbe für Camavinga ist.
«Ich bin mir sicher, dass er diese Gelbe nicht gegeben hätte, wenn er es gewusst hätte. Es ist ein sehr unglücklicher Entscheid, der Schiedsrichter wird heute nicht gut schlafen. Zurücknehmen konnte er die Gelb-Rote dann nicht mehr», so Jaccottet, der Vincic aber auch in Schutz nimmt: «Schiedsrichter sind auch nur Menschen. Es war ein extremes Spiel für ihn. Wie die Spieler machen auch Schiedsrichter Fehler.»
Weniger Verständnis zeigt Alex Frei. «Für sowas gibt's du keine Gelbe Karte!», stellt Frei klar und redet sich in Rage: «Ich behaupte, dass Vincic nächste Saison maximal die erste Runde in der Conference-League-Qualifikation pfeifen wird – dann ist fertig. Auf diesem Niveau solche Fehlentscheidungen, das ist nicht möglich!»