Neben dem bitteren Champions-League-Ausscheiden gegen PSG leckt Liverpool seine Wunden. Die Niederlage gegen die Franzosen war dabei kein Zufall. Nun droht auch der Abschied von Klub-Ikonen wie Mo Salah und Virgil van Dijk.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Paris St. Germain gewinnt mit 4:1 nach Elfmeterschiessen in Liverpool und zieht damit ins Viertelfinale der Champions League ein.
- Der Sieg der Franzosen im packenden Duell war dabei unter dem Strich verdient.
- Einen schwachen Auftritt bei der PSG-Niederlage zeigten Darwin Núñez und Mo Salah.
Statistik pro PSG
Das Achtelfinal-Duell zwischen Liverpool und Paris Saint-Germain ging am Dienstagabend ins Penaltyschiessen. Dies, nachdem PSG das 0:1-Handicap aus dem Heimspiel an der Anfield Road ausgleichen konnte. Im Elfmeterschiessen behielten die Franzosen dank Gianluigi Donnarumma die Oberhand.
Auch wenn Penalty-Entscheidungen eine Lotterie sind, gestohlen war der Sieg der Gäste beileibe nicht. PSG zeigte sich übrigens von Beginn hellwach und konzentriert. In der ersten Halbzeit leisteten sich Hakimi & Co. an der Anfield Road kein einziges Foul – laut Datenanalyst Opta eine Premiere in einem Champions-League-Spiel (seit Beginn der Messungen 2003/04).
Speziell in der Verlängerung stand das Team von Luis Enrique zudem dem Sieg näher – PSG hatte die klar besseren Möglichkeiten. Vor allem konnte sich auch die eingewechselten Spieler – etwa Angreifer Desiré Doué – nahtlos einreihen, während die Liverpool-Joker das Niveau ihrer Team-Kollegen nicht halten konnten.
Auch der xG-Wert spricht nach beiden Spielen eine klare Sprache. Während das Heimteam statistisch auf 1,98 erwartbare Tore kommt, ist die Modellberechnung bei PSG statistisch bei 5,33 «expected goals».
Ein Indiz für das verdiente Weiterkommen sind auch die Daten von Reds-Goalie Alisson. Der Brasilianer parierte in beiden Spielen gegen PSG 16 Mal (ohne Elfmeterschiessen). Das sind die meisten Paraden eines Torhüters in einem Champions-League-K.-o.-Duell.
Núñez der Pechvogel
Gross waren die Hoffnungen der Liverpool-Fans, als der Klub 2022 von Benfica Darwin Núñez für eine kolportierte Ablösesumme von 80 Millionen Euro verpflichtete. In Portugal war der Mittelstürmer aus Uruguay zuvor mit 26 Toren Topskorer geworden.
Doch der Nachfolger von Sadio Mané konnte im Reds-Trikot bisher nur selten überzeugen. Auch diese Saison geht vom 25-Jährigen nur wenig Torgefahr aus. In wettbewerbsübergreifend 39 Spielen 7 Tore und 6 Vorlagen sind schlicht zu wenig. Kürzlich kritisierte Arne Slot gar die Einsatzbereitschaft von Núñez. «Ich kann nicht akzeptieren, wenn ein Spieler nicht alles gibt», betonte der Niederländer nach einem Spiel gegen Aston Villa.
Es wirkt aktuell fast so, als wolle es der Angreifer nun überkompensieren – und vergisst dabei Fussball zu spielen. Gegen PSG kam Núñez in der 73. Minute aufs Feld. Und sorgte mit zahlreichen Ballverlusten fast beim eigenen Team mehr für Gefahr.
Im Elfmeterschiessen versagen ausgerechnet Núñez als erstem Spieler die Nerven. Dabei ist der Südamerikaner eigentlich ein sicherer Schütze. In seiner bisherigen Karriere verwandelte er – bei einem Fehlschuss – 12 Penaltys. Ob die Geschichte von Núñez – er hat einen Vertrag bis 2028 – und Liverpool noch ein Happy End nehmen wird?
Salahs Tränen
Mo Salah hat in dieser Saison in wettbewerbsübergreifend 42 Partien 32 Treffer und 22 Assists auf dem Konto. Dem Ägypter gelingt in beiden Partien gegen PSG – inklusive Verlängerung im Rückspiel – weder ein Tor noch eine Vorlage. Der sonst so gefährliche Stürmer hat gegen seinen agilen Gegenspieler Nuno Mendes einen schweren Stand und fand nur selten eine Lösung.
Der 32-Jährige weinte nach dem Ausscheiden bittere Tränen an der Anfield Road. Sein Vertrag läuft im kommenden Sommer aus. Salah, der seit 2017 in Liverpool auf Torejagd geht, bleibt immerhin der Trost, dass ihm die zweite Meisterschaft auf der Insel winkt.
Van Dijks ungeklärte Zukunft
In einer ähnlichen Situation wie Salah befindet sich Virgil van Dijk. Auch der Kontrakt des Holländers läuft bald aus. Immerhin sportlich zeigte sich der Routinier gegen PSG auf der Höhe. Beim Gegentor war der Abwehrboss schuldlos.
Doch ob van Dijk auch in der kommenden Saison das Trikot des FC Liverpool trägt, bleibt weiterhin offen. Van Dijk selbst hat keine Ahnung über dessen eigene Zukunft, wie er nach der Partie festhält. Klar ist: Sein Abgang würden die Reds merken.
Alexander-Arnold verletzt
Alexander-Arnold verletzt sich in der 72. Minute bei einer Grätsche ohne Fremdeinwirkung am Knie und braucht medizinische Versorgung. Der Rechtsverteidiger muss danach ausgewechselt werden. Nun droht der Engländer auch am Sonntag im Carabao-Cup-Finale gegen Newcastle auszufallen.
Auch sein Vertrag ist nur noch bis Juni gültig. Gerüchteweise soll er sich ablösefrei Real Madrid anschliessen. Dort soll er dem derzeit verletzten Dani Carvajal Konkurrenz machen. Aktuell belegt Lucas Vázquez die Position im rechten Couloir.