Trotz Durchimpfung Corona-Schock bei RB Leipzig

dpa/mal

23.11.2021 - 15:38

epa09568362 Leipzig's head coach Jesse Marsch prior to the German Bundesliga soccer match between RB Leipzig and Borussia Dortmund in Leipzig, Germany, 06 November 2021. EPA/CLEMENS BILAN CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.
Häusliche Isolation statt Champions League für Jesse Marsch.
Bild: KEYSTONE

RB Leipzig braucht am vorletzten Gruppenspieltag der Champions League beim FC Brügge einen Sieg, um europäisch zu überwintern. Die Bedingungen sind allerdings erschwert: Corona setzt Trainer Jesse Marsch und Goalie Peter Gulsci ausser Gefecht.

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23.11.2021 - 15:38

Corona-Schock kurz vor dem Abflug: Wenige Stunden vor der Abreise zum am Mittwochabend stattfindenden Europa-Endspiel beim FC Brügge haben die positiven Tests von Trainer Jesse Marsch und Captain Peter Gulacsi für helle Aufregung bei Fussball-Bundesligisten RB Leipzig gesorgt. Der Vizemeister muss in der Champions League am Mittwoch beim vorentscheidenden Spiel in Belgien auf Taktgeber Marsch und seinen Stammtorwart verzichten. Das teilte der Club nach dem Abschlusstraining mit.



Marsch befindet sich bereits in häuslicher Isolation, bei Gulacsi stand nach einem positiven Schnelltest die Bestätigung durch einen PCR-Test noch aus. Der Club betonte, dass im Lizenzspielerbereich alle Spieler und Betreuer entweder vollständig geimpft oder genesen sind. In Bezug auf die Profimannschaft werde seit «geraumer Zeit» die 2G-plus-Regelung angewendet und man werde «in Kürze Booster-Impfungen vornehmen».

Zudem liegt bei Co-Trainer Marco Kurth ein positiver Corona-Test im familiären Umfeld vor, weshalb er auch auf die Reise nach Belgien verzichtet. In Brügge wird Achim Beierlorzer als Cheftrainer an der Seitenlinie stehen.

Selbstredend ist die Unruhe angesichts der ohnehin angespannten Lage in Leipzig alles andere als förderlich. Schliesslich muss der kriselnde Pokalfinalist in Brügge gewinnen, um nach dem bereits verspielten Achtelfinale der Königsklasse wenigstens die Chancen zu wahren, in die Europa League absteigen zu dürfen. «Wir haben ganz klar das Ziel, europäisch zu überwintern. Es wird in Brügge allerdings nicht einfach werden», sagte Spielmacher Kevin Kampl.

Unruhe schon am letzten Wochenende

Wie unangenehm der kleine Club unweit von Belgiens Nordseeküste zu bespielen ist, wissen die RB-Profis noch aus dem Hinspiel. Dort verschenkte man eine frühe Führung und verlor letztlich völlig verdient mit 1:2. Mittelfeldspieler Hans Vanaken und Sturmjuwel Charles de Ketelaere stellten die Leipziger Abwehr immer wieder vor immense Probleme.

Immerhin profitiert Leipzig von der Abschaffung der Auswärtstorregel. Ein schlichtes 1:0 in Brügge würde aktuell reichen, um sich vor den Konkurrenten zu schieben, da man insgesamt eine bessere Tordifferenz aufweist.

Letztlich wird man mit jedem Sieg zufrieden sein, zumal nach der katastrophalen Bundesligavorstellung am Samstag bei der TSG 1899 Hoffenheim wieder Unruhe aufgekommen ist. Der überzeugende Sieg gegen Borussia Dortmund vor der Länderspielpause ist längst vergessen. Zyniker mögen nun sagen, dass man es nun immerhin nicht Marsch anlasten kann, wenn es auch in Brügge schief geht.

Abwehrboss Willi Orban ist überzeugt, dass man die Europa League erreichen wird – und träumt schon vom Finale. «Wir haben die Möglichkeit, bis ins Finale zu kommen und eventuell etwas Grosses zu erreichen», sagte der ungarische Nationalspieler der «Sport Bild». Wenn man die Europa League als grossen Wettbewerb annehme, könne man weit kommen. Es wäre nach dem DFB-Pokal die zweite Titelchance in dieser Saison.

Keine Motivationskünste von Marsch in Brügge

So visionär wie der 29-Jährige geben sich momentan allerdings die wenigsten in Leipzig. Zu erschreckend war die jüngste Liga-Darbietung. Dabei hatte man nach den zuletzt soliden Spielen gehofft, dass die Mannschaft endlich verinnerlicht hat, was Trainer Marsch von ihr will. Doch jüngst herrschte eher Ratlosigkeit.

Dabei ist Marsch durchaus willig, neben seinen eigenen Vorstellungen auch Wünsche der Mannschaft umzusetzen. Nach langem Zögern stellte er in der Abwehr auf eine Dreierkette um. Auf Wunsch der Spieler hält er seine Ansprachen nun vermehrt auf Englisch.

Zwar beherrscht der US-Amerikaner Deutsch sehr gut, doch in seiner Muttersprache kann Marsch die Spieler ganz offensichtlich deutlich besser packen. «Gerade in der Motivation kommt es noch authentischer und geiler rüber», betonte Orban. Auf die Motivationskünste seines Cheftrainers muss Orban in Brügge nun allerdings verzichten.

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